Overload

07. Februar 2010 | Veröffentlicht in Geschrieben | 56 Kommentare »

Im Rahmen der Social Media Week Berlin wurde ich von der Welt Kompakt eingeladen mit Hans Zeger, Dieter Willinger, Jürgen Nerger, Arwin Hambasic und Frank Schmiechen unter der Leitung von Richard Joerges über das Thema „Von einer Generation, die nicht mehr offline sein kann“ zu diskutieren. Wie es der Zufall möchte, habe ich mich mit eben diesem Thema in den letzten Wochen näher beschäftigt.

Wer mir per twitter folgt oder mit mir bei facebook befreundet ist, hat es gewiss mitbekommen, dass ich bis Donnerstag im Urlaub war. Hin und wieder habe ich Bilder oder Status-Updates aus St. Lucia, Martinique bzw. Miami gepostet. Mit fast jedem Lebenszeichen meinerseits erhielt ich Reaktionen wie „Mach doch mal Urlaub“, „Vergiss jetzt mal das Internet“ oder „Kannst Du nicht ein paar Tage ohne twitter“. Nicht zuletzt diese „Kritik“ hat mir verdeutlicht: Ich habe ein Problem. Ein Problem, mit dem ich wahrscheinlich nicht alleine dastehe und das ich sehr gerne im Rahmen der Diskussion zu „Von einer Generation, die nicht mehr offline sein kann“ thematisiert hätte. Leider kam es nicht dazu, weil wir uns – wie so oft, wenn Menschen, die mit dem Analogen aufgewachsen sind, über das Digitale reden – hauptsächlich den Themen Datenschutz und Medienkompetenz gewidmet haben. Lies den Rest des Artikels »


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Happy Birthday massenpublikum!

05. Februar 2010 | Veröffentlicht in Geschrieben | 9 Kommentare »

Liebes massenpublikum,

ich wünsche Dir alles, alles Gute zum dritten Geburtstag.

Als ich heute vor genau drei Jahren das erste Posting verfasst habe, ahnte ich noch nicht, was wir gemeinsam alles erleben würden. Ich habe mir auch keine Strategie ausgedacht, als was Du einmal wahrgenommen werden sollst, wenn Du groß bist. Ich habe einfach geschrieben. Zuerst über ganz alltägliche Dinge wie Musik, Sport, Politik und Kultur. Schnell bin ich einer dieser Blogger geworden, die über neue Start-Ups berichten und nicht ohne zügellose Kritik und schamlose Forderungen auskommen. Später fokussierte ich mich auf Themen aus meinem beruflichen Umfeld, der Kommunikation, bis Du schließlich das geworden bist, was Du heute bist: meine kleine Spielwiese. Wenn ich es für notwendig erachte, gesellschaftliche Entwicklungen zu kommentieren, dann tu ich es das hier. Wenn mir danach ist, einen neuen Dienst wie foursquare zu pushen, dann hier. Wenn ein kleiner Blumenladen gerettet werden muss, dann starte ich das hier.

Liebes massenpublikum, Du bist heute ein relativ bunter Gemischtwarenladen. Damit schafft man es nicht in die Deutschen Blogcharts und erhält auch nicht so viel Aufmerksamkeit, wie wenn man sich auf Werbung, PR oder Gadgets konzentriert. Mittlerweile ist das für mich o.k. so. Als es hier losging, war ich schwer deprimiert, wenn auf ein Posting kein Kommentar oder Trackback einging. Heute sehe ich das nicht nur gelassener sondern anders: Ich schreibe für mich. Du dienst mir dazu, meine Gedanken zu ordnen und zu reflektieren. Darum schreibe ich auch nicht täglich sondern nur dann, wenn mich etwas so weit bewegt, dass ich es zwingend festhalten muss, um zu einem vorläufigen Ergebnis zu kommen. In den letzten drei Jahren habe ich meine Meinung mehrmals geändert. Das ist mir gerade aufgefallen, als ich viele alte Postings gelesen habe. twitter etwa fand ich grotesk. Auch von Social Networks war ich nicht begeistert. Nun, ich werde mir auch künftig widersprechen. Das ist wichtig, weil es dokumentiert, dass sich nicht nur die Dienste entwickeln sondern auch die Gesellschaft, in der wir leben, und ich als Individuum.

Liebes massenpublikum, auch wenn Du mein persönliches Blog bist, das nur mir gehört, wissen wir beide, dass es niemals so großen Spaß gemacht hätte, wenn da nicht „die Anderen“ wären: Leser, Kommentatoren, andere Blogger und Journalisten. Was haben wir nicht alles mit ihnen angestellt; Späße gerissen, Leute geärgert und hin und wieder auch etwas sehr Sinnvolles bewirkt. Darum müssen wir uns an diesem für uns speziellen Tag bei all diesen Menschen bedanken.

Drei Jahre sind im digitalen Zeitalter eine lange Zeit. Vor drei Jahren kannte man facebook hierzulande kaum. Vor drei Jahren war ich beim Riesen AOL – nun wird es in Deutschland bald kein AOL mehr geben. Die Zeiten ändern sich. Manchmal so schnell, dass wir nicht mehr hinterherkommen. Ich war immer ein großer Verfechter von „Echtzeit“. Ich wollte keine Frage, keine Information, noch nicht einmal einen Tweet verpassen. Ich wurde getrieben, am meisten von mir selbst. Ich muss mir eingestehen, dass das so nicht weitergeht. Weil ich den Blick für die Realität verliere und auch Gefahr laufe, meine eigenen Qualitäts-Anforderungen nicht einhalten zu können.

Darum liebes massenpublikum möchte ich Dir heute kein neues, fesches Layout oder wilde Plugins sondern einen kurzen Moment der Ruhe schenken. Den hast Du Dir verdient, Du bist ja nun schon fast groß. Happy Birthday!

Weiterhin alles Gute

Dein Sachar


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sPRechstunde: Im Februar geht es weiter

18. Januar 2010 | Veröffentlicht in Geschrieben | 3 Kommentare »

logo_3Vor sechs Tagen haben Daniela Hinrichs und ich zur sPRechstunde eingeladen. Heute haben wir – bis eben – 25 Fragen beantwortet. Wir haben das nach bestem Wissen und Gewissen getan und hatten als Zielsetzung stets im Sinn, dass wir Orientierung bieten wollen.

Von Anfang an aber haben wir auch gesagt, dass ein solches Format nicht imstande ist, eine beratende Agentur oder einen Pressesprecher zu ersetzen. PR, Kommunikation oder wie auch immer man diese Disziplin bezeichnet, ist Arbeit. Und braucht Zeit. Insofern waren wir bis zu einem gewissen Grad überrascht, dass es Kritiker gab, die dieses Format in Frage gestellt haben. Letztendlich sollte allen Beteiligten klar sein, dass das Internet das Wissen demokratisiert hat. Siehe Wikipedia, siehe die sPRechstunde. Wer sich umfassend informieren will, dem wird Wikipedia nicht reichen, der wird spezialisierte Lexika lesen oder sich mit Experten austauschen. Ähnlich verhält es sich mit der sPRechstunde: Wer kommunikativ gut aufgestellt sein möchte, kommt nicht umhin, sich eine Agentur und/oder einen Pressesprecher zu suchen.

Zurück zur Bilanz: Wir haben 25 Fragen beantwortet. Mehr geht aktuell nicht. Eben weil Kommunikation kein Fließbandprodukt ist und wir versuchen, uns in jeden Fall reinzudenken und ihn so ausführlich wie möglich zu beantworten. Daher haben Daniela und ich beschlossen, dass wir die sPRechstunde fortführen werden. Im Februar. Bis dahin sind wir auf Konferenzen (Daniela) oder im Urlaub (ich). Anschließend werden wir uns wieder auf einen Tag verständigen und uns Euren Fragen widmen. Uns hat es großen Spaß gemacht. Weil wir beide bisher nicht in der Beratung sondern im operativen PR-Geschäft tätig waren und eine solche Erfahrung auch für uns Neuland darstellte. Vielen Dank an Alle für die Fragen und selbstverständlich auch für die Promotion via Medien, Blogs, twitter facebook und so weiter.


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twitter: Wem ich folge und warum (3)

17. Januar 2010 | Veröffentlicht in Geschrieben | 4 Kommentare »

In unregelmäßigen Abständen (hier gibt es Teil 1 und hier Teil 2) empfehle ich twitter-User, den ich besonders gerne folge. Diesen Freitag erst habe ich wieder gemerkt, wie wenig mir der Follower Friday bringt. Um die zehn Mal wurde ich empfohlen, insgesamt kamen an diesem Tag aber nur ca. 15 Follower hinzu. 1,5 Follower also pro Empfehlung. So ein Posting hat zuletzt wesentlich mehr bewirkt. Darum bleibe ich dabei. Lies den Rest des Artikels »


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Wie viel ist ein @saschalobo-tweet wert?

13. Januar 2010 | Veröffentlicht in Geschrieben | 9 Kommentare »

Gestern hatte ich das große Glück, auf twitter von Sascha Lobo empfohlen zu werden. So etwas kommt hin und wieder vor. Manche machen das am Freitag regelmäßig (von einem solchen „Follower Friday“ halte ich jedoch recht wenig, was man hier nachlesen kann). Jedenfalls ereignete sich dann etwas für mich Unglaubliches: Innerhalb weniger Minuten hatte ich 50 Follower mehr. Innerhalb einer Stunde waren es 200. Insgesamt sind bis jetzt knapp 500 Follower neu hinzugekommen. Wegen eines einziges tweets. Noch nicht einmal 140 Zeichen hat Sascha verschwendet, um eine so große Wirkung zu erzielen. Über 30000 Leute folgen ihm mittlerweile auf twitter, kein Wunder, dass von seinen tweets eine so gewisse Wirkung ausgeht.

Nun ist es ja kein Geheimnis, dass man über Dienste wie turi2 oder kress Anzeigen in tweets kaufen kann. Sofern ich mich nicht irre, kostet ein solcher tweet um die 200 Euro. turi2 folgen über 5500, kress fast 10000 Leute. Natürlich ist es eine Spielerei, darüber zu spekulieren, wie tief man in die Tasche greifen müsste, um Sascha einen tweet abzukaufen, weil er einen solchen „Service“ gegenwärtig nicht anbietet. Trotzdem würde mich Eure Einschätzung interessieren: Wie viel ist, wenn man sich die Wirkung eines Lobo-tweets vor Augen führt – siehe oben – eine @saschalobo-Anzeige wert?



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