In den nächsten Wochen wird hier nichts passieren – ich bin weg. Im Urlaub. Ausspannen. Auftanken. Kraft holen. Entspannen. Nachdenken. Nicht einmal nachdenken.
Im Gegensatz zu meinem letzten Urlaub wird es keine bis sehr wenig Wasserstandsmeldungen von mir geben. Einige erinnern sich vielleicht noch an mein Posting „Overload“, das ich unmittelbar nach meinem letzten Urlaub schrieb. Das wird es dieses Mal mit Sicherheit nicht geben. Die nächsten knapp zwei Wochen werde ich weder Bücher zum Thema Digitalisierung, Social Media etc. noch Blogs lesen. Ich werde twitter und facebook weitestgehend ignorieren und auch meine Handys nicht permanent mit mir führen. Ich werde einfach mal Urlaub wie im Jahr 2000 machen. Warum? Weil ich es kann.
P.S.: Wie Ihr seht, sieht mein Blog anders als bisher aus. Es ist noch nicht ganz fertig, die Jungs von Desiign arbeiten noch daran. BTW: Desiign ist eine junge, kompetente und enorm motivierte Agentur aus Hamburg.
Tags: desiign, overload, social media, urlaub
Demnächst fahre ich in den Urlaub. Dann komme ich auch endlich wieder in den Genuss, längere Texte, sprich Bücher, lesen zu können. Nun wäre ich sehr dankbar, wenn Ihr mir Anregungen liefern könntet, was meinen Horizont erweitern, mich unterhalten und auch rühren könnte. Was ich auf keinen Fall lesen werde, sind alle Bücher rund um das Thema Internet, Digitalisierung und Social Media.
Tags: bücher, lesen
Es ist schon ein wenig eigenartig: Als das iPad plötzlich da war, enttäuschten mich viele Medien-Angebote: Die Apps sahen in der Regel so aus wie Print – nur eben digitalisiert. Nach wie vor ist das oftmals – etwa in Springers iKiosk oder auch im Fall der brand eins – der Fall. Und dann gibt es ganz andere Beispiele wie The Iconist. Das Magazin ist wilder, Texte fahren von unten nach oben und wieder zurück, man bekommt sehr viel Bewegtbild angeboten und weiß nicht so recht, wo man noch nicht geklickt hat und wo man noch klicken kann.

The Iconist richtet sich vom redaktionellen Angebot an eine Zielgruppe, mit der ich so viel nicht gemein habe: Es geht um Haute Couture, luxuriöse Restaurants und Lifestyle. Ich nenne das oft „Themen für den Hintergrund“, also ein Nice-to-Have auf den hinteren Seiten. Dummerweise fehlt The Iconist der „vordere“ Bereich. Dabei bin ich gar nicht so sehr auf härtere Themen wie Wirtschaftskrise oder Finanzwirtschaft aus – sehr wohl aber lege ich großen Wert auf eine etwas ernsthaftere und nicht ganz beiläufige inhaltliche Tiefe. Man kann großartige Artikel über Jamie Oliver schreiben. Oder auch über Prada. Das Problem an The Iconist ist: Jeder Artikel wirkt wie ein geschönter PR-Text. Gefällig, zu rund und ohne Spannungsbogen. Insofern animiert mich das Format kaum zum Lesen.
Nur: Um das Lesen soll es, das vermute ich, bei The Iconist auch gar nicht gehen. Man klickt sich durch hochwertig animierte Modestrecken, schaut sich das Edel-Restaurant Grill Royal von innen an und wundert sich nur geringfügig, dass ein integrierter Mercedes-Spot wie Werbung aussieht (es ist Werbung!). Konzeptionell ist Vieles richtig gemacht worden: Kluge Köpfe haben sich lange überlegt: Wie können wir das neue iPad-Format so nutzen, dass man darüber spricht? Dass der Nutzer hier und da ein wenig überfordert ist, weil die neue Art der Medien-Nutzung erst gelernt werden möchte – geschenkt.
Nur: Ich merke, dass für mich auch am iPad nicht die Aufmachung entscheidend ist – sondern die Inhalte selbst. Den Spiegel lese ich gerne auf dem iPad, weil die Artikel – Kritik am Spiegel hin oder her – wirklich fundiert und interessant sind. Und das obwohl es ein besseres pdf ist. Wired ist wohl wirklich das bislang einzige Magazin, dem es gelingt, die aus dem Print bekannten genialen Inhalte mit den Möglichkeiten vom iPad zu vermengen, so dass etwas Besseres entsteht.
The Iconist hingegen ist eine nette Spielerei. In meinen Augen nicht mehr. Aber auch nicht weniger. Vor knapp zwei Wochen wurde es im Hotel de Rome „gelauncht“ (heißt: Man steht rum, schaut schönen Menschen dabei zu, wie sie das iPad anfassen, drehen, lachen, es wieder drehen und noch lauter lachen; fortwährend bietet jemand was zu essen an und auf einmal spricht jemand im Hintergrund). Ich habe mich ganz kurz mit Brian O’Connor (Creative Director der Welt Gruppe, in der The Iconist erscheint) unterhalten. Er meint, sie würden die Aufmachung fortwährend optimieren. Gerne hätte ich ihm gesagt, dass das so schon ganz ok ist, sie aber viel mehr auf die Inhalte achten sollten. Dann dachte ich aber: Na ja, wird schon werden.

Brian O'Connor mit Julia Knolle (Les Mads) und Teresa Bücker (Freitag)
Tags: brian o connor, iconist, ipad, medien, springer, welt