Linkschleudern haben bei mir keine Zukunft

Die folgenden Zeilen sind meine persönliche Meinung und beziehen sich weder auf empirische Studien noch auf irgendwelche Listen.

Ich liebe twitter, das habe ich nun wirklich oft genug gesagt. Ich finde es toll, dass ich mich in Echtzeit mit Menschen unterhalten kann, die ich ohne twitter vielleicht niemals kennen gelernt hätte. Ich genieße es, so auch Unternehmen direkt ansprechen zu können. twitter bietet mir ungemein viel, und ich möchte darauf in Zukunft auch nicht mehr verzichten.

Ich folge sehr vielen Leuten – knapp 340 sind es derzeit. Ich versuche wirklich, keinen tweet zu verpassen, was mir allerdings nur selten gelingt. Demnächst werde ich einigen, vielleicht sogar vielen, Leuten nicht mehr folgen. Die Gründe dafür sind jedoch nicht die Masse an tweets sondern deren Qualität.

Wie gesagt: Ich liebe twitter vor allem deswegen, weil ich dadurch interessante Menschen kennen lerne. Christian Bölling, Markus Mayr, Stefan Keuchel, Mirko Lange, Stefan Oßwald, Gunnar Bender, Nico Lumma und viele weitere haben sich auch und vor allem durch twitter zu guten Bekannten entwickelt. Sie alle erfüllen in meinen Augen ein sehr wichtiges Kriterium: Sie sind authentisch. Sie lassen mich an ihrem Leben teilhaben, ohne dass sie dafür ihr intimstes Privatleben offenbaren. Hin und wieder twittern sie Links, die zu interessanten Artikeln, Blogpostings und Videos führen. Die schaue ich mir dann gerne an.

Und dann gibt es auch noch Menschen, die twitter ganz anders nutzen: Auf einen persönlichen tweet kommen fünf Links. Die führen dann in der Regel auf die bekannten US-Blogs und Postings zu Social Media, die Zukunft der Medien und Hypothesen, wann denn nun endlich die letzte gedruckte Zeitung erscheinen wird. Lange genug habe ich diesen Menschen gefolgt. Künftig werde ich das jedoch nicht mehr tun.

Denn: Wie auch der Follower Friday komplett sinnlos ist, wenn man ihn hauptsächlich aus Gründen der „Tradition“ verwendet, führen solche Linkschleudern ins Leere. Ich kann – neben meiner Arbeit – gar nicht so viel lesen. Und: Ich sehe darin auch überhaupt keine Veranlassung. Einige meinen, sie würden automatisch in einen Expertenstatus gehoben werden, wenn sie die amerikanische Blogosphäre via twitter abbilden. Dem würde ich widersprechen.

Social Media ist nicht nur „Share“ sondern auch „Create“. Hin und wieder muss man etwas Eigenes leisten, Gedanken entwickeln, Diskussionen führen und Mensch sein. Zumindest dann, wenn man mich als Follower haben möchte.

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5 Antworten zu “Linkschleudern haben bei mir keine Zukunft”

  1. Martin Weigert sagt:

    Vielleicht solltest du dich von dem Gedanken verabschieden, jeden Tweet lesen zu müssen? Da würde ich sofort durchdrehen.

  2. Markus Mayr sagt:

    Das gleiche Problem sehe ich bei mir auch. Information overload gerade bei Twitter. Und viel zu viele Leute, denen man in der ersten Euphorie ge-followed hat, danach aber immer häufiger merkt, dass sie einem persönlich recht wenig geben. Ich habe das für mich gelöst, indem ich in einer Desktop-Application (in meinem Fall Seesmic Desktop) einfach Listen eingeführt habe. So kann ich jederzeit meine “Freunde” beobachten, verpasse aber auch sonst nichts.

  3. Sachar sagt:

    Ich ziehe das jetzt rigoros durch: Heute sind mir vier Leute in meiner Timeline aufgefallen, die nur widerkäuenund Fremdes linken. Die brauche ich künftig nicht mehr. Leider aber habe ich auch gleich sechs Leute gefunden, die mir interessant erscheinen und denen ich nun neu folge. :-)

    Markus, das Problem mit dem Entfolgen ist doch das des persönlichen Kontakts. Man meint sich zu kennen und nimmt so einen Schritt persönlich. Ich weiß, dass das eitel und albern ist, aber ich kenne es auch von mir, dass es durchaus Leute gibt, die, wenn sie mir nicht mehr folgen, mir einen Stich versetzen.

  4. Sylvia sagt:

    hallo sachar, genau aufgrund einer solchen verlinkung in twitter bin ich (selbst in der pr und als journalistin tätig) heute auf Ihre website, den artikel über ph. lahm und auch diesen artikel hier gestoßen …. wär’ doch schaden, wenn ich’s nicht gelesen hätte :-)
    ich versuche auch gar nicht erst, alle tweets zu lesen, aber über die, die mir mit interessanten links weiter helfen, freue ich mich.

  5. massenpublikum» Blogarchiv » twitter: Wem ich folge und warum (2) sagt:

    [...] gewinnen werden. Auch wenn ich sonst twitter-User, die viele Links in ihre tweets einbinden, nicht mag, klicke ich auf fast jede Verlinkung von [...]

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