Gast-Beitrag Nr. 2: Warum ich neue Wege gehe und das Internet dem TV vorziehe
„Video killed the Radio Star!“ hieß es mal zu meiner Schulzeit in einem Song von den Buggles. Ich musste mich kürzlich dran erinnern, als ich versuchte, für mich zu begreifen, welche Entwicklung ich derzeit in den Medien durchmache. War ich noch im letzten Jahr strenger Gastgeber einer Kochshow auf VOX, bin ich mittlerweile zu einem begeisterten Social Media Anhänger geworden. Meine Zukunft liegt nicht nur im TV, sondern eben auch im Internet! Das ist mir mittlerweile völlig klar. Die Möglichkeiten, die sich mir in diesem Jahr im Internet bieten, müsste man eigentlich mit folgendem Song untermalen: „Video Blog killed the TV Star!“ Hier bin ich völlig bei mir selbst und kann mich so zeigen, wie ich bin, was viele von mir so nicht vermutet haben.
Was meine ich damit? Soziale Netzwerke und Video-Blogs bieten mir heute die technische Möglichkeit, Weinverkostung für jedermann erlebbar zu machen. Durch die filmische Vermittlung von exklusivem Weinwissen verliert das Thema an Komplexität und Exklusivität, was wiederum zu einer Mobilisierung meiner Fans führt. TVINO ermöglicht mir die interaktive Geschmacksdebatte und eine ganz besondere Nähe zu alten und neuen Wein-Experten. Ob man es wahrhaben will oder nicht, das Internet hat auch die Demokratisierung des Weinwissens zur Folge. Das ist eine tolle Entwicklung, die ich mit TVINO gern unterstützen möchte.
TVINO – was ist das eigentlich? Nun ja, die Frage sollte besser lauten: TVINO – was soll das mal werden? Alles ist noch im „Werden“. Wir befinden uns noch immer – wahrscheinlich für immer - im Public Beta und optimieren den Zug in voller Fahrt. Für mich ist TVINO mein Video-Blog mit angeschlossener Online-Welt für Wein (incl. Shop). Aber vielleicht ist TVINO ja auch ein Portal, ein eShop oder vielleicht sogar ein Web-TV-Sender. Was meint Ihr? Was sollte TVINO sein, um erfolgreich zu sein? Derzeit bin ich mir nicht sicher, wie nah ich meiner Zielvorstellung komme, aber mit Eurer Unterstützung wird es gelingen. Also bitte, schreibt mir möglichst viele Kommentare, denn nur so werden wir besser.
Ich betrachte es als meinen Auftrag, mit meinen Fans eine angeregte Geschmacksdebatte zu führen, um so Weinwissen einfach und verständlich zu vermitteln. Dabei ist mir wichtig, dem Wein seinen Zauber nicht zu nehmen. Denn über Geschmack lässt sich streiten, wenn man einen hat. Also bitte streitet mit mir – wenn es geht, möglichst über Wein.
Halten wir also fest: TVINO bietet eine Lösung für ein konkretes Kundenproblem. Die Lösung besteht in der verständlichen Vermittlung von exklusivem Weinwissen durch mich als Master Sommelier. Durch die Debatte bzw. dem Geschmacksstreit mit mir werden aus Kunden hoffentlich Fans. Hierbei sollte allerdings der Preis auf keinen Fall wesentlich höher sein als in vergleichbaren Online-Shops. Das gelingt uns nicht immer, aber daran arbeite ich. Nachhaltige Reputation geht mir vor kurzfristiger Marge, denn nur so entsteht die gewünschte Kundenbindung. Das ist mir wichtig!
TVINO wird übrigens als eine Marke der Hanseatisches Wein- und Sekt- Kontor GmbH betrieben. Dafür bin ich dankbar, denn ohne einen solchen Partner wäre das Projekt nur sehr schwer zu stemmen. Sowohl mein Partner als auch ich wollen und müssen mit TVINO Geld verdienen. Über das Impressum der Web-Seite wird deshalb auch nach außen gezeigt, dass die technische Struktur und das Geschäftsmodell nicht allein in meiner Verantwortung liegen. In meiner ausschließlichen Verantwortung liegen allerdings die Redaktion und die Weinauswahl! Darauf möchte ich hier ausdrücklich hinweisen.
Trotz eigener Markenpositionierung lebt TVINO letztlich von meiner Person und meinem guten Ruf. Das ist mir völlig klar, und dies ist auch der Grund, warum die Social Media Aktivitäten rund um TVINO besonders gut funktionieren. Mir „folgen“ die Fans, von mir sollen sie beraten werden. TVINO wird als technische Plattform und als eCommerce-Dienstleistung wahrgenommen. Deshalb muss die Technik funktionieren, denn nur dann wird der Absatz funktionieren.
Bleibt abschließend noch zu beantworten, warum ich all das hier aufschreibe und dann auch noch in einem Blog wie massenpublikum. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Ich glaube, dass ich meine Idee nur durch Feedback von außen weiterentwickeln kann. Und ich hoffe, hier die Leserschaft zu finden, die mir dabei helfen wird. Ich bin mir völlig im Klaren darüber, dass ich einen neuen Weg gehe, um mein Publikum zu finden. Ein Massenpublikum, von dem ich weiß, dass es irgendwo da draußen ist. Auch Ihr seid Weinexperten, davon bin ich überzeugt, Ihr wisst es vielleicht nur noch nicht. Wenn Ihr also diese Zeilen lest, empfehlt mich weiter. Ob per twitter, facebook oder mündlich bei einem Glas Wein ist mir eigentlich egal. Wichtig ist mir, dass wir in Kontakt bleiben und den Austausch pflegen.
Der Gast: Hendrik Thoma ist einer von nur knapp 160 Master Sommeliers weltweit – in Deutschland sind es zwei. Er Chef-Sommelier im Hamburger Louis C. Jacob, das er mit seinem fünfköpfigen Team zu einer Pilgerstätte für Weinliebhaber aus aller Welt gemacht hat. Während dieser Zeit machte sich Thoma auch als Weinautor einen Namen. Er schrieb seine eigenen Kolumne im „Playboy”, in „Living at Home” und in der „Welt am Sonntag” und verfasste eine Reihe von sehr populären Weinbüchern. Zahlreiche Auftritte im „VOX Kochduell”, den Kochshows von Johannes B. Kerner und als Moderator seines eigenen Weinmagazins im NDR-Fernsehen haben Hendrik Thoma Gelegenheit gegeben, sich einem breiten Publikum zuzuwenden.
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