Wollen wir in so einer Welt leben?
Wenn man über die Vorzüge von Social Media spricht, dann werden immer wieder Transparenz und Menschlichkeit genannt. Große Gebilde wie Google oder Daimler werden für mich erst durch Stefan Keuchel oder Uwe Knaus greifbar. Uns ist es mittlerweile bis zu einem gewissen Punkt selbstverständlich geworden, dass man uns zuhört, dass unsere Probleme ernst genommen werden und dass wir nicht bloß als ein kleines Teilchen unter vielen Millionen sondern als Individuum wahrgenommen werden. Genau darum geht es bei Social Media.
Komischerweise habe ich das Gefühl, dass wir im „wahren Leben“ ganz andere Ansprüche stellen. Da stellen wir uns im großen Supermarkt in eine Schlange, in der 20 andere Menschen bereits vor uns stehen, und finden das vollkommen in Ordnung. Wir kaufen Milch, und es interessiert uns nicht die Bohne, welcher Bauer dafür Geld bekommen hat. Wir finden es toll, dass man uns bei Ikea zwar duzt, aber am Ende des Tages ist es uns vollkommen egal, dass wir als „Du“ und nicht als Sachar Kriwoj wahrgenommen werden. Warum lassen wir das alles über uns ergehen?
Natürlich ist es günstiger, bei Aldi, Lidl oder Edeka als beim kleinen Fleischer an der Ecke einzukaufen. Natürlich ist es auch einfacher, denn zum einen ist das Sortiment größer und zum anderen hat der Supermarkt quasi immer geöffnet. Und bietet obendrein auch noch Parkplätze. Aber ist es auch richtig?
Ich will nicht die Moralkeule rausholen und über den kleinen Selbständigen sprechen, der sein Leben lang schuftet und sich gegen die Großen mit viel Kreativität immer wieder behaupten muss. Ich hasse diese Art der Argumentation. Ich möchte vielmehr über uns, die Konsumenten, sprechen und wie wir es zulassen können, dass unsere Städte immer mehr und immer öfter einander gleichen und jeglicher Individualismus verloren geht. Ob ich nun in New York, Berlin oder Tokio bin, überall finde ich Starbucks, McDonald‘s oder Ikea. Außerdem Flagship-Stores von Nike, Adidas oder irgendwelchen anderen angesagten Marken. Wozu eigentlich noch in die Ferne reisen, wenn die ganze Welt gleich ist?
Ich möchte beim Einkaufen als Individuum wahrgenommen werden. Man soll mich beraten. Der Verkäufer soll ein Fachmann sein und sich Zeit für mich nehmen. Er soll mir gute Produkte zu vernünftigen Preisen verkaufen. Ich möchte, dass die angebotene Ware unter anständigen Bedingungen hergestellt worden sind. Ich möchte, dass man sich an mich erinnert und man mich nach dem dritten Besuch mit dem Namen anspricht. Dafür gebe ich großzügige Trinkgelder, bin ebenso freundlich und vor allem ein treuer Kunde. Ich weiß, dass andere Läden das gleiche Sortiment günstiger führen, aber das wird mich nicht kümmern, denn ich weiß, wen ich mit meinem Kauf unterstütze. Es sind ebenso wie ich Individuen und keine große undurchsichtige Masse.
Es gibt einen konkreten Grund für diese Zeilen: Ich bin wütend und traurig zugleich, denn der Lieblingsblumenladen meiner Freundin in der Windscheidstr. 22 im Charlottenburger Kiez am Stuttgarter Platz wird am 24. Dezember zum letzten Mal öffnen. Es ist ein sehr kleiner, mit viel Liebe und Sorgfalt eingerichteter und geführter Laden. Darin arbeitet mit dem Besitzer nur eine Person. Er verzichtete seit Eröffnung weitestgehend auf Urlaub, freie Tage oder pünktlichen Feierabend, um über die Runden zu kommen. Vor einigen Jahren hat er den Laden eröffnet, weil er es als gelernter Florist und Ästhet nicht ertragen wollte, dass Blumen viel zu oft nach weniger als 24 Stunden verwelken, Sträuße immer gleich aussehen und Menschen einfach nur „abgefrühstückt“ werden. Jeder Unternehmer weiß, dass ein gewisses Anfangsinvestment und ein langer Atem notwendig sind, um sich als Selbständiger zu behaupten. Man muss talentiert und fleißig sein und nicht zuletzt auch Glück haben. Doch eben das fehlte Herr Komorr-Hoang, dem Betreiber des Blumenladens, der übrigens viel deutscher ist, als es sein Name vermuten lässt. Unverschuldet war er sehr lange krank und konnte seinen Laden in dieser Zeit nicht öffnen. Um den Laden 2010 weiterführen zu können, hätte er sich weiter verschulden müssen. Dieses persönliche Risiko wollte er nicht eingehen und beschloss daher, den Laden am Heiligabend aufzugeben.
Nun kann man natürlich sagen: „Traurige Geschichte, dumm gelaufen“ und einfach weitermachen. „Ist ja nur ein Blumenladen“. Doch genau das ist eben nicht. Erstens ist es DER Blumenladen meiner Freundin. Zweitens ist es ein wunderschöner Blumenladen. Drittens ist Herr Komorr-Hoang ein Florist, der seine Kunden mit Anstand und Respekt behandelt und sie als Individuen schätzt. Und vor allem viertens: Wenn wir weiter zusehen, wie die kleinen Blumenläden, die inhabergeführten Elektroläden, die staubigen Buchläden und uralten Optiker an der Ecke sterben, was bleibt uns denn dann noch?
Im April haben wir gemeinsam schon einmal bewiesen, wozu Social Media fähig ist. Wir haben innerhalb weniger Tage 2000 Euro gesammelt, um die Rubrik „6 vor 9“ fortzuführen. Um den kleinen Blumenladen, an dem nicht nur das Herz meiner Freundin und das von Herrn Komorr-Hoang hängen, zu retten, bräuchten wir mehr Geld: 10.000 Euro. Meine Freundin und ich haben in unserem privaten Freundeskreis gestern Überzeugungsarbeitet geleistet und konnten so schon gut 4000 Euro sammeln. Nun frage ich Euch: Geht da noch mehr? Schaffen wir es innerhalb der nächsten 18 Tage noch irgendwie, 6000 Euro aufzutreiben und einen der schönsten Blumenläden Berlins zu retten?
Bilder vom kleinen Blumenladen in der Windscheidstraße 22 gibt es in der facebook-Gruppe “Rettet den kleinen Blumenladen mit Herz”. Ich würde mich freuen, wenn Ihr die Aktion unterstützt und Euren Freunden, Bekannten, facebook-Kontakten, twitter-Followern und allen Anderen erzählt.
UPDATE: Vielen Dank für die vielen Kommentare, tweets und Unterstützung. Jetzt kann über betterplace gespendet werden.
Tags: Daimler, betterplace, einzelhandel, google, individualismus, real life, social media, stefan keuchel, uwe knaus, wirtschaft

Schöner Ansatz und gute Initiative. Aber wie Thomas schon schreibt: wohin sollen wir spenden? Paypal, betterplace, helpedia etc. bieten doch die Möglichkeiten. Los gehts!
Das Lied zum Text: http://www.youtube.com/watch?v=1TfmocIXeLE
Ich kann dieses Anliegen sehr verstehen und hoffe und glaube, dass ihr euer Ziel erreicht. Wirklich schöne Blumenläden sind eine echte Rarität und leben nur von viel Herzblut. Wäre es mir finanziell möglich, würde ich trotz der Entfernung zu B auch mitspenden. Aber ein RT wird natürlich gemacht.
Leider sind wir Menschen in Mitteleuropa nur allzu leicht vom Glamour der Discount-Mentalität fasziniert, mal abgesehen davon, dass leider der andere große Teil der Bevölkerung sich kaum etwas anderes leisten kann.
Gestern kam in den Nachrichten, dass über Ehrenamt in Deutschland pro Jahr 4,6 Mrd. Arbeitsstunden geleistet werden, die 3,2 Mio. Arbeitsplätze bedeuten würden. Es wäre eigentlich so leicht, Arbeitslosigkeit und Minderbeschäftigung zu bekämpfen.
Aber: halt nur über gravierende Änderungen im System. Dazu haben aber zuwenig Politiker und viel zu wenig Wähler den Mut.
Vielleicht müssen die Probleme wirklich erst größer werden, damit Bereitschaft, Mut und Klugheit Änderungen schaffen.
Vielleicht müssen wir in der globalisierten Welt aber auch lernen, dass niedrige Milchpreise und Bauernprobleme in Europa das eine, eine Überschwemmung in Afrika mit der subventionierten Überproduktion an Milch und Milchpulver das andere sind.
Da Leben aber im Speziellen individuell und weniger global ist – hat der Blumenladen eine Chance verdient!!
Sehr schöne Aktion, bei der Spenden auf der Sub-Lokalen Ebene geholt werden. Könnte in der Weihnachtszeit klappen, ich drück die Daumen! Für euch, und für den Unternehmer. Es ist wirklich nicht leicht lange Ausfallzeiten als Selbständiger zu überbrücken, insbesondere wenn man dann noch Kosten wie ein Ladengeschäft tragen muss.
Etwas elementares hast Du allerdings vergessen: Den Spenden-Button!
Das Lied zum Text: http://www.youtube.com/watch?v=1TfmocIXeLE
Schöne idee, aber genau "retten" wir mit 10.000 Euro? Helfen die ihm für die nächste Zeit über die Runden, und nach einem Jahr ist wieder Schluss? Das kann ja nicht der Sinn sein, oder? Was mit dem Betrag passiert hast Du leider nicht beschrieben.
Das ist eine berechtigte Frage, Peter.
10.000 Euro würden helfen, den Laden für mindestens 2010 zu finanzieren.
"Erst wenn der letzte Baum gerodet, … werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann." Bis das gesamte System soweit kippt, dass die Bereitschaft ausreichend groß ist, Änderungen zu schaffen, wird wohl noch dauern. Viel Erfolg.
@Ghost_Dog Danke.
Schöne Aktion, mit viel Herzblut. Dass Du meinen Namen ins Spiel gebracht hast, ehrt mich sehr. Doch stehe nicht ich stellvertretend für Daimler, sondern alle gut 250.000 Mitarbeiter weltweit. Durch das Social Web und die Sichtbarkeit dieser digitalen Beziehungen, bekommen Unternehmen nun doch noch mehr als ein Gesicht. In unserer Peergroup "Twitter/Blogging" bin vermutlich ich das. Ich höre zu, lerne dabei und melde mich zu Wort, wenn ich denke, dass ich zu einer Diskussion beitragen kann. Manchmal bleibe ich auch bewusst weg, weil ich nichts sagen will oder kann… Und ich mache das, weil ich denke, dass es richtig und wichtig ist, nicht weil es in meiner Stellenbeschreibung steht (dort steht nämlich nichts davon). Genau das tun inzwischen auch andere auf Facebook, Xing, oder in Fachforen und das weltweit.
Die Größe eines Unternehmens wird heute von der Gesellschaft als ein Risiko betrachtet. Google war mal der David und unheimlich sympathisch. Heute ist Google ein Goliath – genau wie Daimler – und wird oft mit Argwohn betrachtet. Unternehmen, die zu groß werden, werden damit automatisch unmenschlich.
Der Raubtierkapitalismus prägt immer noch unser Wirtschaftsleben und der Blumenladen am S t u t t g a r t e r Platz (so ein Zufall) bekommt ihn mit voller Wucht zu spüren. Wir können nur hoffen, dass in Zukunft das Wirtschaftsleben wieder mehr von sozialen Aspekten geprägt sein wird. Ich glaube, hier spielt Social Media und Berichte wie dieser eine wichtige Rolle. Durch solche Beiträge sorgen viele "kleine" Multiplikatoren für wachsendes Bewusstsein und machen die Auswirkungen unseres Konsumverhaltens sichtbar.
Ich glaube auch, dass genau diese Generierung von Aufmerksamkeit für solche Schicksale nachhaltiger wirkt, als die kurzfristige finanzielle Unterstützung. Sorry Sachark, da spricht der Betriebswirtschaftler in mir – und der hält nichts von Subventionen. Wäre ich in Deiner Situation, würde ich allerdings auf diesen BWLer pfeiffen.
Vor ein paar Monaten machte auch der Berliner Blumenladen, in dem ich Jahre lang eingekauft hatte, zu und ich pendle seitdem eher unenthusiastisch zwischen dem ein oder anderen Laden. Aber mir gefällt Deine Aktion, Sachar, nicht nur deshalb. Ich möchte so gerne mehr Beispiele für eine aktivere und enthusiastischere Geberszene in Deutschland sehen. Erst vor ein paar Tagen las ich, dass es in Minnesota gelungen war online innerhalb von 24 Stunden 14 MioUS$ zu sammeln, die an 3.400 soziale Einrichtungen gingen.
Ich stimme allerdings mit Uwe Knaus darin überein, dass für die Rettungsaktion eines kommerziellen Ladens, ein Mikrokredit die passende Lösung wäre. Aber vielleicht könnten wir das ja auch machen: Wenn sich der Blumenhändler verpflichten würde das Geld innerhalb eines bestimmten Zeitraums zurückzuzahlen, könnten wir es dem nächsten kleinen krisengeplagten Unternehmen vergeben und so nach und nach Berlin zu einem betterplace machen! So und jetzt sehe ich, ist das Projekt auf betterplace Online und ich muss spenden…
Selbst ist der Mann, sehr bemerkenswert. Ich hoffe Betterplace ist nicht zu kompliziert. PayPal ist auch easy: https://www.paypal.com/cgi-bin/webscr?cmd=_donate-intro-outside
Und noch eine Nachfrage: was passiert wenn wir bei betterplace nur 4 oder 5 K zusammenbekommen? Wofür wird das Geld dann genutzt?
Wenn nicht genug Geld zusammenkommt, kann man das Geld, soweit ich weiß, über betterplace den Spendern zurückfließen lassen.
Ansonsten müsste Herr Komorr-Hoang neu klakulieren und schauen, ob die Summe reicht. Aber seine Ansage war, dass 10000 Euro realistisch sind.
Ja, kommt der Bedarf innerhalb von 6 Monaten (was hier ja zu lang wäre) nicht zustande, fließt er wieder in Form eines Spendengutscheins an die Spender zurück. Die können dann ein anderes Projekt ihrer Wahl unterstützen.
Vielleicht könnte man sonst das Geld (nach Rücksprache mit den Spendern) ja auch einer anderen lokalen Initiative zu Gute kommen lassen?
So sehr ich dich und deine Einzelaktionen auch schätze: DU kannst die Welt nicht retten. Wir müssen alle irgendwie etwas tun. 10.000 Euro retten den Blumenladen 2010 und man weiss nicht wie es weiter geht. Und ohne Moralkeule: was kann man noch alles für 10.000 erreichen? Der Blumenhändler wird nicht verhungern – viele Menschen tun dies aber…nur mal so als Beispiel. Du interessierst dich dafür: du hast deine Blogkategorie damals gelesen und es ist der Blumenlanden deiner Freundin. Wir alle kennen den Händler nicht. Und werden ihn auch nie sehen. Klar, wenn es klappt haben wir einen Helden (dich) mehr im Netz. Aber das ist nicht Social Media oder wir man den Crap auch nennen will. Sei sozial. Nicht nur in deinem Umkreis sondern generell. Wenn ihr Geld über habt, dann schaut euch auch mal bei euch um. Denkt mal drüber nach. Sorry, ich kann nicht alles beklatschen und toll finden (obwohl ich die Aktion von DIR gut finde).
Ach Carsten, ich denke du hast ohnehin die richtige Einstellungen
alles kann man nicht mitmachen, keine Frage. Die Welt wird davon auch kein Stück besser. Egal, ich bin dabei und verbiege meinen Blog dafür. Man macht es nicht für jeden, das wissen wir beide denke ich gut genug
Caschy, das ist zwar richtig, was Du schreibst – aber auch ein Argument, nichts zu tun, denn ich kann die Welt nicht retten. Ich alleine natürlich nicht. Aber ich kann eine Kette in Gang setzen und andere Leute motivieren, sich ihr anzuschließen. Ebenso könntest Du eine Bewegung starten. Darum geht es doch: Finde etwas, woran Du glaubst, und lass Andere daran teilhaben.
Social Media hilft, das Lokale global zu machen. So können auch Leute aus Bremerhaven davon erfahren, was Leute in Berlin bewegt. Und umgekehrt. Und wenn Du ein kleines Kind findest, das hungert und dem ich helfen kann, dann sag mir und allen Anderen, die Dein Blog und Deine tweets lesen, Bescheid.
Ich kann die Welt alleine nicht retten. Aber ich kann sie ein Stück weit besser machen. Und wenn jeder mit dieser Denke agieren würde, dann wäre Social Media auch mehr social.
Ich sehe das ganz anders. Natürlich leiden viele Menschen noch viel mehr not als dieser Blumenhändler und natürlich kann ich bei Brot für die Welt spenden, oder Ärzte ohne Grenzen unterstützen und dafür vielleicht viel mehr erreichen und vielleicht sind 10 000 Euro zu wenig.
Aber wieso reicht es eigentlich nicht einfach mal ETWAS zu tun. Warum muss man das dann werten und in einen Vergleichskontext setzen. Ich möchte einem Blumenladen helfen, weil ich glaube, dass er für meine Nachbarschaft wichtig ist, und für unser soziales Umfeld auch, und weil ich an ihm hänge. Jedem ist es freigestellt das zu unterstützen – oder auch nicht. Daneben gebe ich Kleidung zu Oxfam, kaufe Milch im Bioladen für 1,19 und nicht bei Aldi für 69 cent und gebe jedem Motz-Verkäufer Geld ohne die Zeitung zu nehmen. Und ich könnte noch so viel mehr tun, richtig, trotzdem möchte ich glauben, dass es ein Anfang ist.
Aber darum geht es hier ja garnicht, es geht nur um eine Herzensangelegenheit die vielleicht einem Individuum eine Chance gibt , vielleicht eine zeitlich begrenzte und vielleicht keine sehr kleine aber immerhin eine Chance und nebenbei vielleicht auch ein paar Leuten das Gefühl gibt etwas nettes getan zu haben!
Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen wenn viele helfen und ich dort auch noch am 1. Januar meine Blumen kaufen könnte – ich bin nämlich die besagte Freundin
… schon mal etwas von carrotmobs (http://carrotmob.org/) gehört? Würde sich vielleicht anbieten in diesem Falle, so wie hier auch … http://www.carrotmobberlin.com/
Think global, act local !
Ich bestelle meine Bücher immer beim Buchladen im Haus … das dauert max. 24h länger als beim großen Versender aus München, aber dafür kommt die Handelsspanne (die bei Büchern durchaus üppig ist) jemand zu Gute, den ich persönlich kenne. Und wenn der Laden ein Paket von der Amazone für mich annimmt, wenn ich auf Arbeit bin, weiß er, daß da keine Bücher drin sind! (:
Meine Company unterstützt die "Adventsmenschen" auf xing: http://trimr.de/3jq
24 Versteigerungen für gute Zwecke.
Man kann einiges tun. Man muss es halt nur machen!
Gruß aus Berlin
Thomas
Hey Sachark,
ein wirklich schöner Artikel. Du sprichst mir aus der Seele, die “support your local dealer” Geschichte ist eine wichtige und ernstzunehmende Möglichkeit die Welt durch Angebot/Nachfrage+Menschlickeit zu verändern. Ich habe schon viel gepredigt, über Geschmacksverstärker und Aromen in Lebensmitteln (statt Hühnerfleisch gibts Birkenrinde) über Massentierhaltung und Fleischqualität oder der Betrug mit Brot (Hausgemacht-Schildchen gibts bei der Großbäckerei ebenso wie die Duftstoffe “frische Krume” – beim richtigen Bäcker müffelt es nach Hefe und Sauerteig).
Aber das Stichwort auf die Frage “wie ändern” lautet wie du schon richtig schreibst Selbermachen!
Deine Aktion ist gut und ich werde auch einen kleinen Betrag spenden, aber viel wichtiger ist mit gutem Beispiel vorran zu gehen und bewußt einzukaufen, die Tüten umzudrehen und lernen Schriftgröße 4 im Schlaf lesen zu können – keine Scheiße zu konsumieren und über die guten Erfahrungen beim kleinen Laden nebenan zu erzählen!
Aber ich glaube fest daran das die Einstellung immer mehr in diese Richtung geht. Es wird immer mehr kleinere Lädchen geben wo die Welt noch in Ordnung ist, ach und SocialMedia wird das Medium zu Verbreitung aktueller Infos und zum Aufbau de. Stammkundschaft werden!
Was soll die Sozialsülze aus dem Ponyhof am zweiten Advent? Haben nicht gerade eben alle FDP gewählt, die was zu sagen haben?
Es gibt einen Haufen Blumenläden, die mit Herz geführt werden und die es nicht mehr lange durchhalten werden. Ebenso gibt es auch einen Haufen anderer Läden / SElbständiger in völlig anderen Branchen, die schließen müssen. Eine schöne rhetorische Einleitung, die erst einmal alle anspricht. Nur warum machst du urplötzlich Nike, McDonalds usw. nieder? Was soll der Schwachsinn mit den gleichen Städten und dass man bald nirgendwo mehr hinfahren muss, wenn doch überall alles gleich ist? Mach die Augen auf, dann siehst du (lieber Herr Sachar Kriwoj) auch genug Vielfalt in den Städten, denn diese bestehen nicht nur aus Shops. Und die erwähnten großen Firmen haben es immerhin zu etwas gebracht – sag nicht, du würdest nein sagen, wenn der Blumenladen deiner Freundin plötzlich zu solch einer weltweiten Anlaufstelle würde, das nehme ich nämlich keinem Menschen auf der Welt ab, man apelliert da an etwas was der Mensch nur gern vortäuscht zu haben – Menschlichkeit ist wohl das, was ich meine, finde den Begriff dennoch falsch gewählt!
Die Kultur stirbt in der heutigen Zeit – Theater, Kunst, prinzipiell "altmodisches" verliert immer mehr an Bedeutung. Den Menschen fehlt das Geld (und das sage ich aus persönlicher Erfahrung – als wir als Familie in Zeiten der DM wunderbar leben konnten, schuftet mein Vater inzwischen beinahe nur noch und es reicht weder vorne noch hinten). Und auch er ist ein ganz wunderbarer Mensch, ein gutmütiger Geiger aus einem Theater, welches sein Orchester inzwischen mit 6stündigen Proben quält und es öfter denn je in entlegene Städte zu Gastspielen schickt. Auch meine Mutter ist selbständig und quält sich mit der Kunst. Diese zu verkaufen ist inzwischen völlig unmöglich, sie ist inzwischen – und mein Herz krampft sich zusammen es so auszudrücken – nur noch eine Putzfrau.
Ich frage mich wie du dir anmaßt, außgerechnet für den Blumenladen DEINER Freundin Geld mit irgendwelchen Internetaktionen zu sammeln. Warum sollen andere Menschen für etwas zahlen? Die Geschichte ist zwar traurig, wie du gesagt hast – aber es handelt sich hier eben doch NUR UM EINEN Blumenladen, dass es nicht so sei ist (mal wieder) nur Rhetorik. Global gesehen ist es eben so, mach was du willst. Es würde lediglich stimmen, wenn du schreiben würdest "Doch genau das ist eben FÜR MICH nicht". Denn die Argumente darauf interessieren keinen – warum ist deine Freundin wichtiger als die von X? Weil du es drauf hast, mit Social Media umzugehen? Und der Blumenladen erscheint vielleicht nur dir schön, ich kenne vielleicht noch viel schönere! Und warum sollte Herr Komorr-Hoang der einzige (nein, das schreibst du zwar nicht, aber es kommt sehr auf diese Weise rüber) Florist sein, der seine Kunden als Individuen schätzt??
Und schließlich drängt sich mir die Frage auf: Was, wenn ich doch spenden sollte? Ist der Laden dann in zwei Monaten wieder auf Hilfe angewiesen? Irgendwann geht alles zuende. Dann soll deine Freundin und Herr Komorr-Hoang eben versuchen woanders Fuß zu fassen (das meine ich wirklich nicht böse, nur realistisch). Und wenn man daran glaubt, dass der Laden doch noch lange leben wird, dann sollte man eben weiter bereit sein, sich zu verschulden – möchtest du wissen wie hoch wir verschuldet sind? Lieber nicht…
Verdammt nochmal, ich verstehe es nicht und könnte kotzen. Das hier ist Pseudogelaber, das keinem auf Dauer helfen wird und alle spielen mit. Warum eigentlich, bist du ein Prominenter? Dann nehme ich meinen Kommentar natürlich sofort zurück und tanze nach deiner Pfeife? Ich könnte noch ewig so weitermachen, es gibt noch Millionen Dinge die ich dir gern an den Kopf werfen würde. Aber ich zitter schon und wenn ich mir deinen Text noch einmal durchlese, muss ich vermutlich wirklich kotzen…
Du musst gar nichts. Du musst nicht für diesen Blumenladen spenden und auch nicht für hungernde Kinder, auch nicht für kulturelle Einrichtung. Du kannst auch in großen Ketten einkaufen gehen – oder es sein lassen. Es ist Dein Leben, und Du wirst das machen, was Du für richtig hälst.
Natürlich liebe ich Starbucks-Kaffee – wie Viele Andere. Aber ich liebe auch den Gedanken vom kleinen Mann, der es schafft, sich gegen die Großen zu behaupten. Wenn ich eine adäquate Alternative habe, und das ist meine Motivation, sollte ich mich nicht automatisch für die Große entscheiden, weil sie die Bequeme ist. Man sollte bewusster konsumieren. Auch kulturell, da gebe ich Dir recht.
Ich möchte nicht, dass dieser Blumenladen verschwindet. Um dieses Ziel zu erreichen, brauche ich Unterstützer. Dafür muss ich nicht prominent sein. Werde ich denn glaubwürdiger, wenn die Bunte über mich schreibt? Jeder Einzelne kann einen kleinen Beitrag zum Großen leisten. Das ist mein Anspruch.
Ja du bist mein Held. Du hockst am Computer schreibst nen längeren Text und meinst anschließend mit dem Begriff Social Media deine große Kette loszutreten und kannst dabei nicht einmal vernünftig auf Kommentare eingehen – ein toller Beitrag tzm Großen ist das, ehrlich. Und plötzlich rückt der Blumenladen in den Hintergrund – auf einmal muss ich weder für einen Blumenladen spenden (was ich auch nicht tun werde) und auch nicht für hungernde Kinder und kulturelle Einrichtungen (was ich tun werde und bereits tue. Keine Ahnung woher du das so nimmst und mich plötzlich böse darstellst. Hungernde Kinder habe ich nicht mit einem einzigen Wort erwähnt).
Man könnte nun außerdem dahingehend abgleiten, dass doch eine Alternative dann adäquat erscheint, wenn sie in irgendeinem Aspekt Vorteile verspricht. Wenn ich um die Ecke einen Blumenladen habe, werde ich eher den aufsuchen als den, welcher 10 Kilometer von mir entfernt ist. Wenn ich ein Buch sofort brauche, werde ich auch den örtlichen Buchhändler besuchen und nicht Amazon bemühen. Wenn ich gerade mehr Lust auf Handgemachtes habe und nicht auf Aufgetautes, dann gehe ich eben zum Griechen in der Stadt und nicht zu McDonalds. Und letzendlich kaufe ich auch Nichtmarkenschuhe, wenn sie besser aussehen als die teureren Nikes. Wer das nicht verstanden hat, muss auch gar nicht versuchen, sich selbständig zu machen. Insofern konsumiert eben jeder bewusst. Keiner wird völlig ohne auf Vorteile zu verzichten von einem kleinen Selbständigen etwas kaufen, denn so einen Kauf würde man nicht "bewussten Konsum" nennen. Nur weil man seine Kunden als Individuen behandelt, wird man nicht gleich einen halbwegs gut laufenden Blumenladen haben. Vielleicht verlangt Herr Komorr-Hoang ja auch zu viel Geld für die Blumen, dafür dass er seine Kunden so individuell schätzt und sich selbst kaum Freizeit gibt – ich weiß es nicht! Und sollte Herr Komorr-Hoang doch entgegen meiner Annahme alles richtig machen, so tut es mir leid. Dann heißt es eben doch "Pech gehabt." Das müssen täglich tausende Menschen verstehen und sich beugen. Denn in diesem Fall retten auch keine 10.000 € den Laden…
weisst du, ich finde was du schreibst ganz schrecklich. Es tut mir irgendwie leid, dass dich das alles so erzürnt, nur kann ich es beim Besten Willen nicht verstehen.
Es geht doch garnicht um die große böse Globalisierung, es geht um meinen Kiez, und es geht nicht darum durch "Prominenz" Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen für den Laden der es sowieso nach rationalen Gesichtspunkten nicht schafft, sonder darum meinem Blumenladen eine Chance zu geben. Sicher ist es toll dass du für Kultur und Kinder spendest (das tue ich übrigens auch), nur hat das hiermit garnichts zu tun. Es gibt keinerlei Zusammenhang, also sollte man es auch in keinen Stellen, das eine sind offizielle Hilfsprojekte das andere ein kleines privates anliegen, engagieren kann sich jeder für das was ihm am Herzen liegt. ICH mag nunmal DIESEN Laden, und ich möchte IHM helfen. Ich weiss garnicht wieso dich das so aufregt. Du musst ihn ja nicht retten, aber vielleicht gibt es andere die das wollen und denen steht es in diesem wunderbaren freien Land in dem wir leben ja frei es zu tun.
Ich finde es sollte weniger oft im Leben "Pech gehabt" heissen, ich möchte in einer Welt leben wo man einem einfach mal hilft ohne viel nachzufragen, ohne 10 mal zu überlegen ob es nicht jemand anderes VIEL nötiger hätte – besser einem helfen als garkeinem, oder? Ich möchte manchmal einfach meinem Bauchgefühl folgen und nicht den Zahlen und Fakten, ich möchte meine Freunde einfach mal dazu aufrufen können mir zu helfen, weil es meine Freunde sind, und weil es mir wichtig ist, auch wenn das für andere vielleicht unverständlich ist, auch wenn der Grund nichtig und die Fakten dünn sind. Ich möchte diese Internet, in dem bestimmt viel Sinnvolles aber eben auch sehr viel Unsinniges geschrieben und diskutiert wird einfach mal für etwas nurtzen was mir wichtig ist und hoffen, dass sich ein paar Menschen finden die so denken wie ich, die restlichen will ich ja garnicht stören, ich zwinge niemand zu nichts.
Dehalb verstehe ich deine ganze Agression nicht, du musst ja nichts tun, du kannst diese Geschichte ja einfach ignorieren.Oder, statt deine Zeit mit Komentaren zu einem Projekt zu verschwenden, dass dir offensichtlich nicht gefällt, starte doch einfach selber eins, eins das so viel sinnvoller, besser und größer ist als unseres, egal hauptsache du tust was motzt nicht nur rum.
Was du meiner Meinung nach allerdings nicht tun solltest, ist meinen Freund so anzugreifen, der dir nichts getan hat, der nur GANZ SUBJEKTIV etwas, das er fuer gut und richtig hält verbreitet hat. Neben dem Inhaltlichen dinfe ich besonders deine Art und Weise sehr schwierig, das ist ein Niveau auf dem man eigentlich nicht kommunizieren sollte.
Ich kann dich und auch Sachar inzwischen nach meinem eigenen ersten Schockmoment zumindest etwas verstehen. Natürlich ist es ein freies Land und natürlich steht jedem frei, in irgendeinerweise sich für eine bessere Welt einzusetzen – und selbstverständlich zwingt ihr auch niemanden zu etwas. Und schließlich bin auch ich der Meinung, dass es viel zu oft im Leben "Pech gehabt" heißt. Das sind alles Punkte in welchen ich dir absolut Recht gebe, das hast du und Sachar soweit verdient.
Was mich nun aber viel mehr stört, ist dieser reißerische Text, schon allein die Überschrift, ganz zu schweigen von dem Egoismus und falsche Unterstellungen (z.B. habe ich Spenden für Kultur und Kinder in Afrika in keiner Weise zuerst erwähnt, mir wurde von deinem Freund unterstellt, ich müsse weder für den Blumenladen, noch für arme Kinder und Afrika etwas spenden. Und ich glaube wir sind hier alle so weit um zu verstehen, dass ich auf diese Weise ganz simpel rhetorisch (noch etwas, was mich stört: zu viel Rhetorik) niedergemacht werde – es sieht so aus als hätte ich gesagt, ich würde eben das nicht tun). Dieser indirekten Anschuldigung entgegenzuwirken ist mein gutes Recht, weswegen ich es auch unnötig finde, dass auch du schon wieder darauf eingehst.
Dann ist es seltsam, dass mir hier geraten wird, meine Zeit nicht für Kommentare zu diesem Artikel draufgehen zu lassen – aber Sachar hat den Artikel im freien Internet eingestellt und baut auf die Hilfe der Internetgemeinde. Ich bin Teil dieser Gemeinde, darf mich also durchaus auch angesprochen fühlen, und auch gibt es hier eine Kommentarfunktion. Wenn mir also dieses "Projekt" bzw. die Aufmachung nicht gefällt, so habe ich das Recht, hier meinen Senf dazu abzugeben, solange ich niemanden beleidige – und das habe ich nicht getan. Wenn es euch also nicht passt, dass hier Leute auf eure Projekte reagieren, solltet ihr den Artikel einfach nur bestimmten Menschen zugänglich machen oder die Kommentarfunktion schließen und verbieten, auf euch zu linken (denn sonst könnte ich ja auch von meiner eigenen Seite über euch schreiben – und das werde ich übrigens auch, ganz abgesehen davon dass ich hier schon genug kommentiere).
Und was mich letzendlich stört, ist dieser "subjektive" Egoismus, und ich weise gerne noch einmal darauf hin. Natürlich ist es schade um den Blumenladen. Und natürlich versucht man persönlich etwas zu tun. Aber muss man dafür diesen ganzen Krams mit den Firmen wie Nike, McDonalds und so weiter schreiben? Das hat damit doch überhaupt rein gar nichts zu tun, das ist doch schon wieder nur dazu da, um so ein Pseudo-"wir-müssen-etwas-tun"-Gefühl aufkommen zu lassen und es anschließend für sich selbst zu missbrauchen. Am Nikolaus! Und man hofft dadurch auf mehr Unterstützung für sich! Warum macht ihr nicht eine Stiftung auf für alle Blumenläden in Berlin? Und warum soll man nicht fragen, ob es nicht irgendwer viel nötiger hat als man selbst, ist das nicht absolut unsozial?
hallo wired, du hast mich da missverstanden! jeder soll und darf und kann kommentieren das ist super denn selbstverstaendlich macht jeder fehler und hat nicht unbedingt immer mit allem recht und jeder kann etwas anders sehen. ich verstehe nur nicht wieso man das in dieser art und weise diskutieren muss, weder vom ton noch von der intensitaet her, diese agressivitaet ist doch unnoetig. es ist doch kein persoenlicher angriff sondern ein artikel zu dem du nunmal ne andere meinung hast, deswegen muss man ja nicht "gleich kotzen". alles andere – meinungsteschnisch gestehe ich dir natuerlich zzu. ich habe mir nur erlaubt dein kommentar zu kommentieren und meine meinung ist nunmal dass man statt ueber anderer leute dinge zu motzen es doch einfach selber besser machen sol. das haette dann naemlich einen viel positiveren nebeneffekt ! es schliesst jedoch ueberhaupt nicht aus dass du hier kommentierst! nur ich tue es eben auch.
@.wired:
Dein Posting ist eine unverschämte Frechheit. Nur weil niemand für deinen Papa oder deine Mama gesammelt hat gönnst du es auch niemandem sonst und machst jeden nieder, der sich ins Zeug legt um jemandem anderem zu helfen, nur aus dem Grund, weil er deinen Eltern auch nicht geholfen hat. Wo warst denn DU als deine Eltern Hilfe benötigt hätten?
Fakt ist doch: Es ist jedermanns freies Recht, sich für etwas zu engagieren und Spenden zu sammeln. Guter Zweck sei dahingestellt. DU, mein Freund, flüchtest dich in die Anonymität des Internets und spielst den großen Zampano. Aber ich würde gerne wissen, ob du jeden Bettler auf der Straße so kritisierst wie den Blogger hier. Das glaube ich im Leben nicht. Und das obwohl der Sammelzweck bei einem Straßenbettler wohl kaum selbstlos ist. Während die Aktion hier zumindest selbstlos zu sein scheint. Wer daran zweifelt kann ja theoretisch nachprüfen und in jenem Blumenladen vorbeigehen oder anrufen, ob der Betreiber davon weiß, dass unter Erwähnung seines Namens Spenden erbeten werden.
Daher sehe ich dich so…im Internet große Klappe, im realen Leben klein mit Hut.
Ich schätze Dein Anliegen und Dein Engagement und hoffe auch wirklich, dass da eine Menge zusammenkommt, die Deinem Blumenhändler weiterhelfen, aber dennoch sehe ich das hier genau wie Caschy. Es geht hier nicht darum, dass der Einzelne nichts bewirken kann, oder dass mit der Community im Rücken viel möglich ist. Es geht doch eher darum, dass Hunderte oder vielleicht Tausende dieser kleinen Läden diese Unterstützung brauchen und ich nur im Fokus haben kann – genau wie Du auch – was um mich herum passiert. Wenn Du jetzt in 100 Blogs 100 dieser Aufrufe liest – unterstützt Du die dann alle 100, weil es immer um eine gute Sache geht? Irgendwann ist Schluss – bei dem einen früher, bei dem anderen etwas später. Wenn ich beim Discounter kaufe statt im Einzelhandel, dann hat das hauptsächlich finanzielle Gründe. Ich kann einfach nicht jeden Tag Bio-Lebensmittel kaufen und ich kaufe ein Ikea-Sofa statt ein Designerstück, weil es einfach das ist, was mein Konto zulässt.
Du hebst ja auch deutlich hervor, dass es Dich deswegen so antreibt, weil es eben der Lieblingsladen Deiner Freundin ist. Ich finde das menschlich wirklich großartig, weil Du das für einen guten Zweck, für den Blumenhändler und vermutlich nicht zuletzt aus Liebe zu Deiner Freundin tust, aber ich finde es eben auch nicht zu Ende gedacht. Was ist nach den 10.000 Euro? Musst Du in einem Jahr auch wieder sammeln? Oder wenden sich Dein Bäcker und Dein Metzger an Dich, weil sie von dieser Aktion hier erfahren haben und selbst in Not geraten sind? Klar, man muss irgendwo anfangen und sich entscheiden, wo man hilft, aber genau wie bei der Blog-Rettung seinerzeit glaube ich auch hier, dass es nicht ganz fair ist, das Funktionieren und den Sinn von Social Media daran festzumachen, ob eine solche Aktion erfolgreich verläuft oder nicht. Ich habe Deinen Aufruf retweetet und der läuft somit bei all meinen Followern, Facebook- und meinVZ-Freunden auf – weiter kann mein Engagement in diesem Fall nicht gehen und ich hoffe, Du siehst mir das nach, mein Guter
Casi, nicht jeder kann im Bio-Laden einkaufen. Allein aus finanziellen Gründen. Da gebe ich Dir absolut Recht. Und nicht jeder will das. Und schließlich muss das auch keiner. Wir leben schließlich in einer Marktwirtschaft, in der jeder seine Entscheidungen autonom treffen kann.
Natürlich kann man nicht jeden kleinen Laden retten. Und Einige wollen auch gar nicht gerettet werden. Und natürlich würde ich auch nicht jeder Bitte folgen, da bin ich mit Dir einer Meinung. Aber: Den Leuten, denen ich bewusst via twitter folge und deren Blogs ich bewusst und gerne lese, Menschen, denen ich in gewisser Weise vertraue, deren Aufforderung würde ich auch folgen und ähnliche Projekte unterstützen.
Nicht zwangsläufig muss das finanzieller Natur sein. Du musst nicht spenden, um das hier zu fördern. Du hast das getan, was Du für richtig hälst. Das war ein tweet. Und der kann am Ende viel Geld wert sein. Andere spenden. Und das ist gut so. Jeder macht das, was er für richtig hält. Ich möchte niemanden zu irgendwas nötigen. Mir bedeutet dieser Laden etwas, und darum mache ich das. Andere lässt das kalt, damit muss und kann ich leben.
neben Betterplace: wie wär’s denn mit einer Gutschein-Kauf-Aktion für 2010?
Mmh, da ist mein erster Kommentar wohl hängen geblieben. Hier erstmal der Ort für den PayPal-Button – für all die, die sich nicht bei betterplace registrieren mögen:
https://www.paypal.com/cgi-bin/webscr?cmd=_donate...
Ansonsten finde ich gut, wie ehrlich die Aktion ist und genauso von einigen verurteilt wird. Wenn die dann hingehen und was gegen das große Böse in der Welt tun, um so besser. Oder auch gar nix machen. Das ist ja das tolle, jeder kann machen, was er will. Ich könnte ja auch aufhören, Sachars Blog zu lesen, weil ich finde er sollte lieber Geld für hungernde Kinder in Südafrika sammeln.
Allerdings ist es mir 1000x wichtiger, dass er was macht. Und wenn er dafür in seinem Blog aufruft, um so besser, dann gelingt es vielleicht das Ziel zu erreichen.
Allen die sagen Kleinvieh bringt nix kann ich nur sagen, dann können wir ja auch weiter rauchen, in die Gossen kacken und Zitrusfrüchte aus Israel kaufen – irgendwann werden wir eh sterben und die Erde sich in Luft auflösen.
Es ist natürlich begrüßenswert, wenn sich eine Anzahl von Menschen zusammenfindet und diesen Blumenladen rettet. Die Geschichte von Herrn Komorr-Hoang ist traurig. Krankheit sollte nie über den Erfolg eines Unternehmens entscheiden.
Dennoch finde ich, dass mit deinem Beitrag eine Chance vertan wurde. Wie in den Kommentaren schon angesprochen gibt es auch andere Möglichkeiten diese Situation zu retten. Mikrokredite wurden schon angesprochen, aber auch Alternativen wie Smava oder die noa bank.
Mich würde interessieren, ob Du Dich in diesem Zusammenhang mit diesen Möglichkeiten beschäftigt hast ?! Denn bei aller Begeisterung für Dein Engagement, kennzeichnet doch Einmaligkeit diese Aktion. Andere Blumenläden leiden ebenso unter den Blumenketten mit Ihren Billig-Blumenimporten und in vielen anderen Bereichen unserer Gesellschaft geht es ähnlich. Alle wird man nicht durch Spenden retten können, aber vielleicht durch die beschriebenen Ansätze.
Du hast angesprochen, dass wir die Art und Weise des Handelns unserer Gesellschaft überdenken müssen. Zu recht! Allerdings änderst Du mit dieser Aktion eben nur die Geschichte von Herrn Komorr-Hoang, und trägst mit Deinem Beitrag nicht zu einer wirklichen Veränderung in unserer Gesellschaft bei.
Vielleicht war das nicht Deine Zielsetzung, aber die Geschichte hätte eben eine Beitrag leisten können. Schade.
@Steffen. Ich weiß gar nicht, ob es mit dem Kredit bzw. Spenden getan ist. Ich ertappe mich dabei, dass ich zögere zu spenden, weil das nicht meine "Hood" ist. Dabei fällt mir aber auf, dass Sachar bei einer Weiterführung des Geschäfts eins ganz sicher schafft, was Smava nicht kann: den Umsatz steigern. Denn der Kredit allein reicht ja nicht, es müssen auch Menschen gezielt dort kaufen. Und dazu braucht es die Aufmerksamkeit, die Sachar hier erzeugt.
Und vielleicht ist das ein zusätzlich gangbarer Weg. Das "wir" Hr. Komorr-Hoang mit einem alten aber Shozu-fähigen Handy ausstatten mit dem jeden Tag seinen schönsten Strauß auf ein posterous-Blog schicken kann. Damit nicht nur die Berliner etwas davon haben. Damit sich die Charlottenburger daran erinnern, wo man am besten Blumen kaufen kann.
Das ist ein guter Punkt, der in meinen Augen gegen die Spende spricht. Ich will wirklich keinem der Beteiligten zu nahe treten, aber generell gebe ich als Kreditnehmer auch ein Versprechen ab, dass ich willens bin mich tatsächlich zu engagieren. Das bspw. fehlt mir hier!
Wie gesagt, die Idee ist schön und ich freue mich, sollte es klappen. Aber es ist eben einmalig! Herr Komorr-Hoang könnte auch den Versuch eines Kredites über eine der genannten Plattformen starten und alle Spender könnten in meinen Augen ein längerfristiges Blumen-Abonnement eingehen und somit eine langfristige, garantierte Umsatzbasis darstellen. Das wäre in meinen Augen wirtschaftlicher als eine Spende.
Das ist natürlich ein guter Einwand.
Auf der anderen Seite auch in gewisser Weise ein "Eingriff" in ein nicht von mir geführtes Geschäft. Vielleicht ist Herr Komorr-Hoang dazu Bereit, vielleicht auch nicht. Ich bin mir sicher, dass er – sofern die Finanzierung gelingen sollte – für jede Idee dankbar ist.
Auf der anderen Seite spenden wir (zumindest ich in der Vergangenheit) Geld für Kinder in Armut, ohne dass ich Forderungen aufstelle, wie sie künftig leben, was sie essen und wie sie lernen sollen. Ich möchte ihnen ein besseres Leben ermöglichen und vertraue darauf, dass die Organisation, die die Spenden einsammelt, dass auch umsetzen kann.
Keine Kritik an meinen Kritikern: Alle Fragen sind mehr als berechtigt. Aber mein Anliegen ist es, jemanden zu unterstützen, der mir glaubhaft dargelegt hat, dass er unveschuldet sein Geschäft aufgeben muss. Mein größeres (persönliches) Anliegen ist auch, dass ich künftig bewusster leben und konsumieren möchte.
Wieso das Ganze übrigens nicht als Mikrokredit läuft: Herr Komorr-Hoang meinte zu mir, er sei nicht bereit, sich weiter zu verschulden. Das akzeptiere ich. Ohne dass ich ihm unterstelle, er würde sein Geschäft schleifen lassen. Ich habe Euch gegenüber einen entscheidenden Vorteil: Ich habe diesen Mann erlebt. Darum glaube ich an ihn. Darum unterstüze ich ihn.
Hast Du denn schonmal Herrn Komorr-Hoang gefragt, was er eigentlich will? Vielleicht ist es für ihn ja auch gar nicht so schlimm? Was, wenn Du ihm die 10.00 EUR präsentierst und er sagt "Sorry, aber ich hab ohnehin keine Lust mehr auf den Laden, denn das ist mir zu anstrengend"? Nur so am Rande …
Ich meinte natürlich 10.000 …
Tolle Aktion! Greifbar, machbar und unendlich viel wert. Dabei sind nicht die 10.000 Euro der Wert, sondern der Fortbestand eines kleinen Geschäfts, welches mit Herzblut geführt wird. Und mit Verantwortung ohne doppeltes Sicherheitsnetz. Wenn der Blumenladen am 24.12. zumachen würde, ist sowohl das investierte Eigenkapital weg (bzw. die Schulden noch da) als auch der Job. Es greift keine Abfindung, kein Sozialplan. Ich bewundere jeden, der aus eigenen Mitteln und mit eigener Arbeitskraft etwas bewegt und Verantwortung trägt. Das tun in der heutigen Zeit leider viel zu wenige…
Und hier der endgültige Beweis, dass ich diese Aktion absolut unterstützenswert finde!
http://www.verena-delius.de/2009/12/der-kleine-bl...
@Sachar: Diese Frage würde mich auch interessieren…also die Antwort darauf.
Hallo,
mein Name ist Francois Jozic und ich bin der Gründer der noa bank. Ich habe Ihre Geschichte gelesen und möchte dazu raten, sich mit Ihrem Anliegen an die noa bank zu wenden. Denn es erscheint mir möglich, dass die noa bank Ihnen einen Kredit über 6000 Euro gewährt.
Dabei möchte ich keine falschen Hoffnungen machen und auch nichts versprechen. Denn die noa bank muss zuvor, wie andere Banken auch, eine Prüfung durchführen. Rufen Sie dazu Torsten Ansmann, unter der Nummer: +49 (0)211-522816111, an und erklären ihm Ihre Situation.
Viele Grüße
Francois Jozic
Guten Morgen,
es ist sicherlich erfreulich, einen kleinen Laden vor der Schließung zu retten und dafür so eine Aktion zu starten. Das da persönliche Hintergründe eine Rolle spielen ist für mich nebensächlich.
Was mir bitter aufstösst ist der erhobene Zeigefinger, der uns aufrufen soll, doch bei diesen kleinen Geschäften zu kaufen und nicht bei den Discountern. Nur man muß es sich auch leisten können, für Fleisch, Wurst, Obst, Gebäck erheblich mehr zahlen zu müssen. Ich kann das nicht, ich muß mit jedem Cent rechnen und mir bleibt nur der Weg zum Discounter und die Beachtung der wöchentlichen Angebote der großen Ketten.
Ein Blumenstrauß aus so einem Geschäft, das Geld habe ich gar nicht übrig.
Oh my gosh! an awesome article dude. Thanks a lot But I am experiencing trouble with ur rss . Don’t know why I am unable to subscribe it. Maybe there is somebody getting the same rss troubles? Anyone who can help kindly reply. Cheers