adical: Enttäuschte Erwartungen
Die Macher von adical wissen, wie Bloggen funktioniert. Das macht adical glaubwürdig. Das sorgt wohl auch dafür, dass die ersten Kunden namhaft waren – trigami hingegen brachte bisher nur kleine Fische aufs Parkett. Und trotzdem: Wieso erfahren wir im adical-Blog seit dem 13. April nichts Neues? Weiß adical nicht, wie Blogger ticken, dass sie gerne informiert werden?
Passiert nichts? Das würde bedeuten, dass das Modell gescheitert ist. Und wenn doch was passiert, dann frage ich mich, wieso nichts kommuniziert wird? Arbeitet adical nicht transparent?
Ich bin mir sicher, dass beide Thesen nicht stimmen. Aber ich hätte gerade von Leuten, die als Blogger bekannt wurden und bisher nicht mit Informationen geizten, einen vollkommen anderen Auftritt erwartet.

Jens vom Pottblog hat mal drauf aufmerksam gemacht, dass nur 32 Blogs zum adical-Netzwerk gehören. Und wenn auf deren Seite gehe, dann sind das auch im Moment nicht so sehr viele mehr. Also erfolgreich klingt das wirklich nicht.
Das ist meiner Meinung nach aber ein falscher Ansatz: adical hat vor dem Start klargestellt, dass es nur solche Blogs ins Netzwerk aufnimmt, die mehr als 2000 Besucher am Tag haben. Laut Blogscout gab es gestern nur 31 solcher Blogs. Insofern iegt es nicht an adical, dass sie nicht mehr Blogs im Netzwerk haben, sondern am Blog-Markt, der nicht so schnell wächst wie die Börse in New York.
Ah, verstehe Sachar, diesen Hintergrund kannte ich nicht. Demnach macht das Ganze natürlich Sinn.
Ich denke, man sollte Adical nicht zu früh bewerten. Gebt den Jungens noch ein wenig Zeit und dann sehen wir mal. Dass kommunikationsmäßig so rein gar nichts kommt, ist die Kritik allerdings wert.
Eben. Allein gegen diese Kommunikationspolitik wendet sich die aktuelle Kritik. Und irgendwie werde ich auch dadurch bestätigt, dass sich die Herren von adical dazu nicht äußern. Dass sie die Blogosphäre beobachten, ist ja hinreichend bekannt.
Die augenblickliche Stille ist größtenteils ganz profaner Natur, da wir wirklich viel zu tun haben mit unseren Blogs und auch den adical-Kunden (denn es läuft gut an – gut im Sinne von “es läuft und ist viel Arbeit”, nicht im Sinne von “wir sind alle voll crazy am durchdrehen”), hat aber auch damit zu tun, dass wir erstmal durchatmen mussten und jetzt ausbalancieren, welche Kritik berechtigt ist, wo wir also nochmal nachdenken und ggf. verbessern müssen.
Ich war ehrlich gesagt mal ganz froh über ein paar Tage ohne entgegendonnernden Hass.
Es muss ja auch nicht alles von heute auf morgen passieren. Antworten auf die sachlich gestellten Fragen kommen aber natürlich, ich sammel das gerade aus Blogbeiträgen und Kommentaren.
Ich denke, dass wir mit adical einen “richtigen”, weil recht transparenten und klar zu durchschauenden Weg gehen. Sicher nicht für die, die Werbung per se ablehnen (was ich respektiere und verstehe), aber das ist ja auch unmöglich.
Ich beobachte einfach für mich ganz persönlich gerade die Bloglandschaft und frage mich, wo das alles hingehen könnte, blogge bei Spreeblick eher wenig übers Bloggen selbst, sondern frage mich einfach auch mal wieder, was mich alles interessiert und schreibe eher darüber. Ich versuche, wieder ein bisschen “zurück” zu kommen.
Achja, das soll nicht arrogant klingen, aber:
Dass ich persönlich den Diskurs schätze und auch gerne auf Fragen und Kommentare antworte, wissen sicher einige. Ich musste aber gerade in den letzten Wochen auch filtern lernen, denn ich brauche und habe auch noch ein Leben. Das bedeutet, dass ich nicht jede Aufforderung zum Diskurs wahrnehmen kann und will… ich kommuniziere gerne und das den ganzen Tag lang, z.B. bei Spreeblick. Ich lasse mich aber ungern zu Stellungnahmen oder in Gespräche zwingen, womit ich keinen hier meine, sondern ganz allgemein rede.
Bitte beachtet, dass teilweise auch eine Unmenge von absurden Mutmaßungen und durchaus auch sehr merkwürdigen Attacken auf uns hereingebrochen ist von Menschen, von denen ich noch nie gehört hatte, von denen ich nichts weiß, die auf Mails z.B. nicht reagierten. Man überlegt dann schon mal etwas länger, wo man seine Energie hinträgt. Keine Ahnung, wie ihr mit sowas umgehen würdet, aber ich brauche dafür Zeit.
Aber: Das alles soll keine Entschuldigung für die relative Stille bei adical sein, dort gibt’s als nächstes FAQ und dann auch wieder mehr.
@medienblogger (1):
Jens vom Pottblog hat mal drauf aufmerksam gemacht, dass nur 32 Blogs zum adical-Netzwerk gehören. Und wenn auf deren Seite gehe, dann sind das auch im Moment nicht so sehr viele mehr. Also erfolgreich klingt das wirklich nicht.
Das mit den 32 war ein anderer Zusammenhang. Es ging in diesem Beispiel darum, dass eine Umfrage erstellt wurde, die zum Teil (aufgrund eines Bezuges zu adical) Optionen/Fragen hatte, die nur für 32(!) Personen zu beantworten sind. Das fand ich etwas fragwürdig.
Ansonsten verweise ich auf die weiteren Aussagen hier im Thread.
johnny: Danke erst einmal, dass Du auf meine “Vorwürfe” eingegangen bist. Ich kann mir vorstellen, dass Ihr momentan mit adical viel zu tun habt. Umso mehr weiß ich Deine Antwort zu schätzen.
Trotz allem muss ich anmerken, dass ich Eure “stille Form der Kommunikation” nicht nachvollziehen kann. Ich meine, wer weiß denn besser, wie viel Vertrauen man mit einem Blog sammeln kann als Ihr? Niemand erwartet von Euch, dass Ihr die Hosen vollkommen runterlasst. Aber wenn Ihr es als (noch) kleines Unternehmen nicht schafft, fortlaufend nach außen zu kommunizieren, wie kann man es dann von den Großen erwarten, die intern viel mehr zu bewältigen haben?
Das alles hier soll kein Angriff gegen adical sein. Ihr bekommt deswegen so viel ab, weil Ihr schon mehr erreicht habt als z.B. trigami. Die Blogosphäre erwartet von Euch mehr als von einem gewöhnlichen Start-Up. Derzeit erfüllt Ihr, meiner Meinung nach, diese Erwartungen leider nicht.
Und genau an dieser Stelle bitte ich um etwas Geduld. Ganz ehrlich gesagt war ich überrascht, dass so schnell nach unserer Gründung ohne grössere Vertriebsmassnahmen schon so viel Feedback auch in Form von Buchungen kam.
Abgesehen davon kommt man in Teufels Hölle, wenn man sich zu sehr nach den Erwartungen anderer Leute richtet – statt nach den eigenen
Siehe Trackback ein Kommentar höher: Das hat mich ein paar Stunden gekostet. Hoffe, es bringt etwas Licht ins Dunkel.