Das hier ist das private Blog von Sachar Kriwoj. Ich arbeite für die E-Plus Gruppe als Manager Digital Public Affairs.

Bezahltes Fremdbloggen

Martin Oetting hat gerade etwas über Authentizität geschrieben. Der Begriff scheint derzeit im Bereich der Kommunikation das absolute A und O zu sein. Anders kann ich mir zum Beispiel Corporate Blogs nicht erklären. Gerade sie sind doch das perfekte Instrument, ein Unternehmen von einer anderen Seite zu zeigen, etwas von seiner Persönlichkeit preis zu geben – also echt und authentisch zu sein. 

Da verwundert mich das Angebot Forumstars bzw. Blogstars (via Basic Thinking) doch sehr. Für schon 17 Euro kann man sich drei Posts (innerhalb von drei Tagen) für sein Blog erstellen lassen. Ebenfalls für 17 Euro kann man sich aber auch 10 Kommentare (wiederum für den Zeitraum von drei Tagen) schreiben lassen. 

Da frage ich mich schon: Wie authentisch ist ein Blog, das von einem externen Dienstleister verfasst wird? Oder führt uns das auch zu der Diskussion, die drüben bei Martin tobt: Authentizität selbst ist nur ein Hype und kann somit auch von außen erwirkt werden?

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4 Kommentare zu “Bezahltes Fremdbloggen”

  1. Hendrik sagt:

    Zur Frage: “Wie authentisch ist ein Blog, das von einem externen Dienstleister verfasst wird?”

    möchte ich ergänzend fragen:

    Wie authentisch ist ein Blog, der von der Firma selbst verfasst wird? Ist die Art der Erstellung entscheidend oder die Art der Rezeption? Bekommen die Leser den externen Dienstleister überhaupt mit und spielt das eine Rolle?

    Wenn etwas von sich preisgeben = echt und authentisch ist, bzw. als dieses rezipiert wird, ist das m.E. nur ein weiteres Imagetool. Ich bin überzeugt: Authentizität ist nur Illusion. Denn ich habe die Wahl: preisgeben oder nicht preisgeben.

    Authentizität als temporären Hype zu sehen ist sicher eine angemessende Sichtweise. Denn was Authentizität ist oder sein soll, wird bestimmt von demselben medialen Einflussrahmen, den diejenigen, die authentisch verstanden werden wollen, errichten.

  2. Sachar sagt:

    Hendrik, den Punkt der Rezeption, den Du ansprichst, halte ich für sehr interessant. Ich denke auch, dass er in der bisherigen Diskussion weitgehend ausgelassen wurde.

    Trotzdem: Corporate Blogs halte ich für ein insofern neues und wirksames Mittel, da man doch festhalten muss, dass Unternehmen bisher eben (auch auf ihren Websiten) klassische PR (wenn überhaupt) betrieben haben. Unternehmensnachrichten, eine angebliche Philosophie und das Produkt selbst wurden dan kommuniziert. Mit einem Corporate Blog aber können sie weiter gehen. Sie können Geschichten aus dem Unternehmen erzählen, Mitarbeiter vorstellen (und ihnen so ein Gesicht geben), Branchennews kommentieren (und so Know-How demonstrieren). Unzählige Möglichkeiten, die vor allem für das CRM unglaublich wichtig sind.

    Nur: Wie soll ein externer Dienstleister darüber berichten, was im eigenen Haus passiert? Woher soll er das Know-How nehmen, um Know-How zu demonstrieren? Ich denke, Authentizität erfordert einen speziellen Blickwinkel, den Externe nicht haben können. Zumindest dann nicht, wenn ein Corporate Blog ein optimales Ergebnis erzielen soll.

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