Kommerzialisierung setzt ein

Vor einigen Tagen veröffentlichte die Uni Leipzig die Blogstudie 2007. Darin geben 20,9 Prozent aller Blog-User an, dass sie in Blogs gerne Produktinformationen bekommen möchten. Damit müsste man Geld verdienen können, dachten sich die Blog-Vermarkter trigami  und Blogpay. Beide sind gerade erst gestartet, und zumindest die Internetauftritte lassen nicht unbedingt auf professionelle Strukturen schließen. Aber: Der Anfang ist gemacht. Beide Vermarkter wollen nicht etwa durch subtiles Product Placement glänzen, sondern fördern Postings wie diesen hier. Ziemlich plump und nicht gerade erfolgsversprechend. Aber immerhin trigami arbeitet daran, Vorurteile aus der Welt zu schaffen. Oder aber sind das gar keine Vorurteile?  Steht die Blogosphäre erst am Anfang einer Kommerzialisierung? Und ist diese womöglich gar nicht das Übel sondern das Heil des Medium Blog? Könnte es gar dazu kommen, dass eines Tages das Bildblog größer ist als die Bild selbst? In dem konkreten Fall wohl nicht. Trotzdem: Viele Blogger setzen bereits auf Textanzeigen von Google. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich irgendwann spezielle Werbeformen für Blogger entwickeln würden. Bleibt die Frage, wann und ob der erste etablierte Blogger sich vom Idealismus emanzipiert.

Nachtrag: Auch ConnectedMarketing beschäftigt sich heute mit trigami.

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14 Antworten zu “Kommerzialisierung setzt ein”

  1. Remo Uherek sagt:

    Vielen Dank für den Hinweis auf die Blogstudie 2007. Die kannte ich noch gar nicht :-) .

    Gruss, Remo

  2. Mirco sagt:

    Die gesamte Blogosphäre ist noch in der Entwicklung, trigami und Blogpay tragen nur zu einem neuen Stück bei. Sogar die von dir erwähnte Blogstudie 2007 wurde erstellt “in Kooperation mit Ask.com”, “eine der führenden Internet-Suchmaschinen”. Die Kommerzialisierung hat schon lange eingesetzt.

  3. admin sagt:

    Sicher, nur erreicht die Kommerzialisierung damit eine neue Stufe. Und die Frage ist doch, ob wirklich große Blogs da mitmachen. Nichts gegen Dich: Aber ein Beitrag in Deinem Blog oder bei mir macht für die Werbeindustrie doch wenig Sinn. Damit erreichen die vielleicht 500 User. Daher meine Frage: Wann lassen sich auch etablierte Blogger sponsorn? Und tun sie das überhaupt? Oder verlieren sie dadurch ihr Standing?

  4. Mitch sagt:

    Sehr guter und informativer Beitrag, danke.

  5. Remo Uherek sagt:

    admin:
    “Aber ein Beitrag in Deinem Blog oder bei mir macht für die Werbeindustrie doch wenig Sinn. Damit erreichen die vielleicht 500 User.”
    Macht Marketing nur Sinn, wenn man zigtausende Menschen erreicht? Gilt die Redewendung “Kleinvieh macht auch Mist” im Marketing nicht?

    “Daher meine Frage: Wann lassen sich auch etablierte Blogger sponsorn? Und tun sie das überhaupt?”
    In der Schweiz haben das bereits einige getan (siehe unsere Referenzen). In der Schweiz gehören die genannten vier zu den 35 populärsten Blogs (gemäss Swiss Top 100).

    Und ruinieren Beiträge wie dieser wirklich den Ruf?

  6. admin sagt:

    “Und ruinieren Beiträge wie dieser wirklich den Ruf?”

    Remo: Genau das ist die Frage, die uns entweder etablierte deutsche Blogger oder die Entwicklung der nächsten Monate beantworten werden.

  7. Mirco sagt:

    Übrigens, 500 User hab ich jetzt schon mit meinem Artikel erreicht. Die Frage ist nur, wieviele erreiche ich in den nächsten Jahren? Der Artikel wird ja nicht, wie bei einer Zeitung, nach dem Lesen weggeworfen.

  8. admin sagt:

    Ja – 500. Das ist oben besagte Zahl. Nur für welches Unternehmen lohnen sich 500 Leute? Man spricht ja von TKP. Bei 500 fehlt ja das T in TKP, oder möchtest Du das in 0,5 TKP angeben? Was ich Dir damit sagen wollte: Sobald das ein richtig großes Blog machen wird, das täglich mehr als 10.000 Visits versucht, kann man von einer ernstzunehmenden Werbeform sprechen. So ist es lediglich ein “Projekt”. Oder sieht das jemand anders?

  9. Mirco sagt:

    Dann sprichst du bei der Bild-Zeitung von einer ernstzunehmenden Werbeform (grins) und bei der monatlich erscheinenden Dorfzeitung von einem Projekt? Da bezieh ich mich nochmal auf die Redewendung von Remo “Kleinvieh macht auch Mist”. Und der TKP nennt sich so, weil er bei 500 und bei 10.000 Visits gleich bleibt, aber der Endpreis ist unterschiedlich. Das ist alles eine Frage des Kunden, was der bezahlt. Und trigami steht gerade erst am Anfang.

  10. Frank Huber sagt:

    Man muss hier mal auf die Größenverhältnisse hinweisen: Bild.t-online.de ist 200mal größer als Bildblog. TKP Kampagnen machen erst ab 500.000 PI p.M. Sinn. Viele Blogger träumen da einen Mediatraum, der vollkommen unrealistisch ist.
    Wie würde der Media-Toni sagen: “Hängengeblieben”. An Adsense und sonstigen Billigheimern.
    Echte Problogger gibt es nach wie vor nicht in D – die verdienen in USA sechsstellig.
    Das ist die harte Realität kalter Dollars und heisser Links :-)

  11. Martinus sagt:

    Der Huber muss aber auch überall seine Bildblog-Allergie ausbreiten. Es gibt doch für alles Pillen.

  12. Massenpublikum » Ist der Blogger ein Egozentriker? sagt:

    [...] Sogar die FAS-Edelfeder Stefan Niggemeier verlinkte mich in seinem persönlichen Blog. Und auch der Beitrag über den Blog-Vermarkter trigami fand Gefallen. Nun bin ich aber noch nicht lange in der [...]

  13. Pro-Blogger-Industrie? Kommerz-Bekenner? « The Eye of the Pupil sagt:

    [...] Massenpublikum fragt dagegen: „ Steht die Blogosphäre erst am Anfang einer Kommerzialisierung? Und ist diese womöglich gar nicht das Übel sondern das Heil des Medium Blog?“ und „Bleibt die Frage, wann und ob der erste etablierte Blogger sich vom Idealismus emanzipiert.“ [...]

  14. Massenpublikum » Viel bessere Werbung? sagt:

    [...] Werbung in Blogs wurde zuletzt viel geschrieben. Auch hier bei massenpublikum. Nun hat adical das Geheimnis um seinen ersten Kunden gelüftet: Cisco. Wie das [...]

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