Das hier ist das private Blog von Sachar Kriwoj. Ich arbeite für die E-Plus Gruppe als Manager Digital Public Affairs.

Berlin Fucking City 2.0

Letzte Woche besuchte ich den WOM-Day, eine sehr gelungene Veranstaltung, die sich mit dem Thema Mundpropaganda beschäftigte. Diverse Referenten erklärten, warum „Word of Mouth“ immer wichtiger wird, wie man das Internet dazu nutzen kann und welche Fehler man besser nicht begeht. Veranstaltet wurde das Ganze von trnd, einer Münchner Agentur, die sich auf Mundpropaganda spezialisiert hat. Am Rande: Wer mehr über Word of Mouth erfahren möchte, sollte regelmäßig das Blog von Martin Oetting lesen.

Besonders interessant fand ich den Vortrag von Jonathan Imme, der für Universal Music arbeitet. Er erklärte, dass Mundpropaganda vor allem dann erfolgreich sein kann, wenn sie den User von Anfang an in den Kreationsprozess involviert und ihm so ein Mitspracherecht gibt.

Einen Tag nach dem WOM-Day erhielt eine Mail von einem Bekannten, der vor kurzem sein erstes Buch veröffentlichte. Allein der Titel „Berlin Fucking City“ verrät, dass es sich hierbei um kein Standard-Werk handelt der deutschen Literatur handelt. Willy Kramer hat darin 40 Kurzgeschichten über Berlin, seine Einwohner und das Besondere an der Stadt gesammelt. Nichts für Leute, die zart besaitet sind – aber mit viel Humor und einer unglaublichen guten Beobachtungsgabe geschrieben. Jedenfalls hat Willy anscheinend, ohne dass er den WOM-Day besucht hat und ohne dass er den Vortrag von Jonathan Imme gehört hat, eine Menge Ahnung von Word of Mouth, Crodsourcing und Userbindung.

Für sein zweites Buch, das im nächsten Jahr erscheinen wird, bittet er nämlich Internet-User um Hilfe. Sie selbst können ihm Stichworte geben, worum es in dem Werk gehen soll. Jede Woche lädt Willy vier Abstimmungen in seinem neuen Blog hoch. Jeder, der seine Stimme abgibt, kann dann entscheiden, wovon ein Kapitel des neuen Buchs erzählen wird. Das Ganze ist in meinen Augen eine Innovation – ja sogar eine Revolution. Denn: Mit meiner Stimme werde ich sozusagen zum Co-Autor. Wo sonst habe ich die Möglichkeit, so aktiv ins Geschehen einzugreifen? Basis-Demokratie nennt man das.

Im Blog kann man auch vollständige Kapitel aus dem ersten Buch lesen und sich Clips anschauen, die die Erzählungen illustrieren. Insgesamt ein rundes Paket, das optische eine Menge her macht.

Wenn das keine Wellen schlagen sollte, dann weiß ich auch nicht. Kunst trifft Web 2.0. Ist das dann schon Kunst 2.0? Mit Sicherheit aber „Berlin Fucking City 2.0“.

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3 Kommentare zu “Berlin Fucking City 2.0”

  1. mein Deutsch ist nicht gut, is it availible in English

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