Erfolgsgeschichten: Yaez
Erfolgsgeschichten gibt es so viele wie Sand am Meer. Man muss ihn nur ein Forum bieten. Nach Peter Turi, der erklärte, wie aus einer simplen Idee ein effektiver und begehrter Mediendienst wurde, kommt nun Janos Burghardt zu Wort. Ihm und seinem Team ist es gelungen, den Traum vieler Schüler wahr werden zu lassen: Aus dem Schülermagazin Yaez wurde eine bundeszweite Zeitschrift. Wie das ging, und was nach so einem Erfolg überhaupt noch kommen kann, wie man so etwas errecht, erzählt er in der zweiten Erfolgsgeschichte, die auf massenpublikum erscheint.
Wie kam es zu der Gründung von Yaez? Können wir uns das so vorstellen, dass es Euch gelangweilt hat, eine simple Schülerzeitung zu machen und Ihr nach Höherem strebtet?
Janos Burghardt: Geltungsbedürfnis ist sicher eine starke Kraft im Journalismus – wir wollten von Anfang an möglichst viele Leser erreichen und uns als Schülerzeitung deswegen nicht auf unsere Schule beschränken lassen. Aber wir kämen nie auf die Idee, etwas Besseres zu sein als eine Schülerzeitung, nur weil wir eine größere Auflage haben – Schülerzeitungen sind großartig!
Begonnen hat alles mit einem simplen Online-Magazin. Wann und wie kam der Schub?
Janos Burghardt: Wir sind ganz organisch gewachsen, aber der größte Meilenstein bisher war der Schritt von einer süddeutschen zu einer bundesweiten Jugendzeitung. Man nimmt uns mittlerweile ganz anders wahr als noch vor fünf Jahren. Für uns ist die Printausgabe mittlerweile sogar wichtiger als das Onlinemagazin, mit dem wir eigentlich begonnen hatten. Denn Schüler haben in der Schule nun mal keinen Zugriff aufs Internet, sie können nur Jugendzeitungen lesen.
Wie groß war das Risiko, als Ihr Euch entschlossen habt, das Ganze nicht nur als Hobby zu betreiben?
Janos Burghardt: Da stand bereits das Geschäftsmodell und hat sich selbst getragen. Wir sind ein Start-Up, das sich am Markt bereits bewährt hat und jetzt weiterwachsen will. Aufgrund des organischen Wachstums und des kontinuierlichen Aufbaus unserer Leserschaft und unseren Kundenstammes steht der Yaez Verlag auf gesunden Beinen.
Was macht Yaez aus? Was unterscheidet Euch vom Spießer, der NEON oder anderen Jugendmagazinen?
Janos Burghardt: Yaez hat ein ganz eigenes Profil. Wir arbeiten mit ausgebildeten jungen Journalisten zusammen, die ihr Handwerk beherrschen, aber trotzdem noch nah an der Leserschaft sind. Da erreicht man eine ganz andere journalistische Qualität, die die anderen Blätter mit ihren Schülerautoren gar nicht erreichen können. Allein in den letzten Ausgaben sind wunderbar reflektierende Artikel erschienen: Wie der Schulweg einen prägt, warum Schulfreundschaften mit Blind Dates vergleichbar sind oder wie Social Networks Freundschaften verhindern. Solche Artikel können vielleicht noch in der NEON stehen, aber die haben einfach eine ältere Zielgruppe. Wir sind für die Schüler da.
Ist es nicht paradox, die Jugend anzusprechen zu wollen und dann das Medium Print zu wählen?
Janos Burghardt: Es kommt darauf an, wo man sie erreichen möchte. An der Schule ist Papier das entscheidende Medium, und das auch auf absehbare Zeit. Uns kann man in der Pause lesen, unter der Bank während des Unterrichts oder auf dem Heimweg. Gäbe es dafür ein besseres Medium als Papier?
Mittlerweile erscheint Yaez bundesweit. Welche Ziele habt Ihr Euch noch gesetzt? Wie wollt Ihr das Wachstum beibehalten?
Janos Burghardt: Bei unserer Auflage von knapp 350.000 Exemplaren kommt es gar nicht mehr so sehr auf das quantitative Wachstum an, wir werden an rund 5000 von 8000 Gymansien, Gesamt- und Realschulen in Deutschland bereits gelesen. Das wollen wir natürlich weiter ausbauen, aber wichtiger ist uns, das Medium mit der größten Reichweite zu sein. Und das geht vor allem über die Redaktion. Bei uns sollen die Geschichten erscheinen, über die auf dem Pausenhof geredet wird.
Yaez ist inzwischen nicht nur ein Magazin, Ihr habt den Yaez-Verlag gegründet. Wieso dieser Schritt? Wieso habt Ihr Euch nicht einen großen Verlag gesucht, mit dem Ihr im Rücken hättet sorgenfreier operieren können?
Janos Burghardt: Wir haben eine eigene Vermarktung aufgebaut, die uns gegenüber Anzeigenkunden besser vertreten kann als Dritte. Wir sind dadurch unabhängig und können das Magazin journalistisch weiterentwickeln, ohne auf die Geschäftsentwicklung in anderen Bereichen Rücksicht zu nehmen. Wir müssen uns keinem Sparprogramm eines großen Verlags unterwerfen.
Yaez ist ein kostenloses Magazin und finanziert sich somit hauptsächlich über Werbung. Befürchtet Ihr nicht, dass viele werbenden Unternehmen aufgrund der so genannten Krise ihre Werbeausgaben zurückfahren könnten?
Janos Burghardt: Das Magazin finanziert sich ausschließlich über Werbung, der Verlag bietet aber noch Dienstleistungen rund um die Jugendkommunikation an. In beiden Bereichen gehen wir trotz der Krise von einem Wachstum aus. Wir haben den günstigsten Tausender-Auflagen-Preis im Markt – wenn Kunden jetzt verstärkt prüfen, welche Leistung sie für ihr Budget kriegen, müssten wir dabei ganz gut abschneiden.
Welchen Leitsatz von Janos Burghardt sollten sich junge Journalisten und Gründer hinter die Ohren schreiben?
Janos Burghardt: Die Idee macht den Unterschied, bei der Umsetzung gibt es immer Konkurrenten, die genauso gut sind. Es lohnt sich journalistisch, Artikel solange zu bearbeiten, bis man einen lesenswerten Ansatz hat. Und bei Start-Ups sind meist die am Erfolgreichsten, die auch strategisch denken können.
Tags: erfolgsgeschichten, interviews, janos burghardt, peter turi, turi2, yaez



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derDaniel
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