Mein Fazit zum Radiocamp 2009
Am Freitag hatte ich das große Vergnügen, das Radiocamp in Hamburg besuchen zu dürfen. Die Veranstaltung fand in den Räumen der Hamburg Media Scool statt und war – so viel Lob muss sein – hervorragend organisiert. Neben der Tatsache, dass alle Sessions fast auf die Minute genau pünktlich begannen, gab es ein tolles Catering und somit immer etwas Schmackhaftes zu essen. Sowohl traditionelle Radiomacher und wenig geekige Web-Leute waren gekommen, so dass man eigentlich interessante und konfliktreiche Diskussionen erwarten durfte. Interessant waren sie – konfliktreich nicht.
Und damit komme ich zu meinem Hauptkritikpunkt: Die Mischung der Diskutierenden war einfach keine Mischung. Ich selbst hatte das Glück, zum Thema „Audio 2.0 – Was leisten die neuen web-basierten Audiodienste und -plattformen? Konkurrieren sie mit dem klassischen Radio oder ergänzen sie es? Wie verdienen sie Geld?“ neben Frederic Antelme (GOOM Radio), Rainer Henze (laut.fm), Monte Miersch (Mikestar), Petar Djekic (mufin), Christoph Lange (simfy) und Frank Felix Debatin (1000MIKES) sprechen zu dürfen. Wenn man sich die Dienste anschaut, für die wir arbeiten, dann ist unser verbindendes Element, dass wir webbasiert arbeiten. Und nun sollen wir mit uns selbst ausmachen, ob wir eine Konkurrenz für das Radio darstellen? Ist ja irgendwie klar, wie wir dazu stehen, oder? Wieso hat man nicht noch ein paar Radio-Leute zu uns gesetzt, die uns widersprechen?
So verlagerte sich die Diskussion – und das nicht nur in unserer Session – schnell ins Publikum. Das war nicht besonders glücklich und ließ auch kaum fließende Dialoge zu. Diese wurden dann eher außerhalb des Programms auf den Fluren oder bei der Party in der Hamburger Botschaft geführt. Schade, so verschenkt man vorhandenes Potenzial.
Ansonsten aber war das Radiocamp 2009 eine tolle Veranstaltung. Vielen Dank dem Organisationsteam, allen Sponsoren und allen Beteiligten.
Kleine Ergänzung: Die Frankfurter Rundschau hat das Radiocamp ebenfalls zusammengefasst und den Kern ganz gut getroffen.
Tags: 1000mikes, goom, laut.fm, mikestar, mufin, radiocamp, roccatune, simfy, web 2.0

Hi!
Ich finde es eigentlich immer gut, wenn bei einer Session auch das Publikum mit macht. Schließlich ist ein Camp ja eine offene Unkonferenz und macht sucht ja auch zu einem gewissen Teil die Reaktion von der Außenwelt.
Grüße
freudscher Vertipper: anstelle von “macht sucht” meinte ich natürlich “man such”…
Es ist, da stimme ich Dir zu, immer gut, wenn das Publikum zu Wort kommt. Aber eine Diskussionsrunde sollte ihre Dynamik aus sich selbst heraus entwickeln. Insofern finde ich es sinnvoll, wenn auch konträre Meinungen und Vertreter zugelassen werden.
Die Idee war eigentlich, daß in dieser Session die Audio-2.0-Plattformen inhaltlich vorstellen. Die Kontroverse war für die 16:00-Session “Massenkompatibilität vs. User Generated Radio vs. etc.” vorgesehen. Leider ist die Kontroverse schon vorher ausgebrochen…
… und ich hatte mich gefreut, weil es auf dem Flurfunk funkte: Es kommt auch jemand von Spotify. Aber dann die Enttäuschung von der Orga: Die Einladung sei wohl nicht mehr rechtzeitig an Spotify rausgegangen. Schaaaade.
Das wäre ja schon sehr interessant geworden