turi2 bietet Werbung bei twitter an – na und?
So langsam kommt twitter in die Gänge und schiebt die ersten Modelle an, mit denen Geld verdient werden soll. Doch nicht nur twitter selbst sondern auch viele andere Unternehmen, die den Dienst aktiv nutzen, suchen nach Strategien und Wegen, wie sie den Kanal selbst finanziell ausschöpfen können. Für einen lauten Aufschrei sorgt die Redaktion von turi2: Für 250 Euro (minus 20 Prozent Rabatt) kann man ab sofort Werbung im twitter-Stream von turi2 schalten. Heißt: turi2 bietet bezahlte Tweets an.
Die Reaktionen fallen, wie man das erwarten konnte, fast durchweg negativ aus: Die Ersten drohen nun schon an, turi2 bei twitter künftig nicht mehr folgen zu wollen. Andere halten das für einen verfrühten Aprilscherz.
Ich persönlich sehe das sehr entspannt und glaube, dass es absolut legitim ist, auch solche Modelle zu erproben. Letztendlich hat sich twitter in einem sehr speziellen Kreis durchgesetzt und wird von diesem auch aktiv genutzt. Die Tatsache, dass turi2 mit über 2360 Followern mehr „Fans“ aufzuweisen hat als die Konkurrenz von kress, meedia oder auch horizont manifestiert, dass der twitter-Stream von turi2 qualitativ hochwertig und lesenswert ist.
Was aber ist so schlimm daran, überhaupt Werbung bei twitter zu schalten? Hauptsächlich die Tatsache, dass das bisher kaum jemand gemacht hat. Ebenso wie vor einigen Jahren der Aufschrei groß war, dass Werbung in Blogs geschaltet wurde, hat sich mittlerweile die Aufregung komplett gelegt. Firmen wie Adnation, Mokono oder trigami operieren weitestgehend im Hintergrund und müssen keine große Kritik aus der Blogosphäre fürchten.
turi2 begeht einen Tabubruch, weil twitter vornehmlich der persönlichen, authentischen Kommunikation dienen soll. Das aber ist die Theorie. Die Praxis ist, wie Sascha Lobo vor einigen Wochen korrekt anmerkte, dass RSS-Feeds mittlerweile beliebter sind als persönliche Accounts. Aber: turi2 wird in den jetzigen Krisenzeiten – wie viele andere Medien auch – bei weitem nicht mehr die Werbeerlöse einfahren, wie das noch vor 12 Monaten der Fall war. Darum ist es legitim, über neue Modelle nachzudenken, damit das aktuelle Angebot bestehen bleiben kann.
Unterm Strich regt sich auch niemand mehr darüber auf, dass auf gewöhnlichen Medienseiten wie eben turi2 Werbung geschaltet wird. Ebenso wenig werden wir uns in 12 Monaten daran stören, dass hin und wieder bezahlte Tweets durch unseren Stream huschen. Nur müssen diese gezielt und sparsam gestreut werden. Ein Verhältnis von 1:10 würde mich nicht im geringsten stören.
Fazit: Alles halb so wild. Für die heutige Zeit mag turi2 einen Tabubruch begehen, in wenigen Monaten werden Andere dieses Modell übernommen und erweitert haben. Wird das twitter langfristig schaden? Nein. Auch Spiegel Online leidet schließlich nicht darunter, dass Werbung auf der Seite zu finden ist. Wir werden lernen, Werbung bei twitter zu filtern und sie vor unserem geistigen Auge ausblenden. Oder aber sie wird im besten Fall uns wirklich was bringen. Das wäre dann die echte Innovation: Werbung, die den Rezipienten involviert und ihm einen Rückkanal bietet.

Mir gefällt Turis Versuch sehr gut. Ich bin gespannt, ob sein neuer Anzeigenplatz tatsächlich angenommen wird. Schließlich erschließt sich Twitter als Werbeplatz nicht ganz von selbst. Das Geschrei ist zunächst immer sehr groß, das wundert mich überhaupt nicht, zumal es bei den Blogs genauso war, aber schon bald dürften andere folgen – wenn der Turi-Test erfolgreich verläuft.
Ja, alles halb so wild, aber ziemlich ungeschickt kommuniziert. Ein kurzer Vortweet, dass turi so etwas einmal probieren und testen will und es daraus ja auch Erkenntnisse für die Branche geben könne, hätte schon geholfen. So -klatsch – hingeworfen wirkt es etwas plump – ganz besonders im Twitter-Umfeld.
Ich bin gespannt wie sich das entwickelt.
Klar ist der Aufschrei groß, aber der Mensch gewöhnt sich an alles!
Stimme zu, dass turi2 sich neue Geschäftsmodelle ausdenken und diese auch ausprobieren darf. Wir leben ja in einem freien Land. Der Dienst muss nur dann auch damit leben, dass man ihn abbestellt, wenn es nervt. Da ist es ziemlich gleich, wie die Expertenmeinung zu dem Thema aussieht: das wird einfach der Markt regeln, ob das funktioniert.
Wieder einmal beweist turi2, daß man neue Wege geht in der Kommunikation als Blog-Magazin-Format. Der Ansatz ist nur zu verständlich und die Versuchung sehr groß, muß man zugegen. Allerdings schließe ich mich Roland an, der den Ansatz eleganter angekündigt hätte und so die unnötige Aufruhr der Emotionen gebremst hätte. Binn auf den Tweet gespannt, den turi2 sicherlich folgen lässt hinsichtlich des Erfolges…, den wir ja alle mitverfolgen können. Unfollow deswegen macht überhaupt keinen Sinn…
Tut mir leid, ich halte das für tödlich und Quatsch. Wenn sich die Kommunikation nicht von der Werbung mehr trennen lässt, dann ist es mit dem Vertrauen in das kommunizierende Medium schnell dahin. Ich kenne die Diskussion ja nun wirklich zur genüge und habe sie selber in meinem Blog lange geführt. Werbung als gekennzeichnete Fläche ist eine Sache, Werbung innerhalb des eigenen Textstroms jedoch nicht. Dazu kommt, dass Turi nicht der einzige bleibt, der Werbung schalten wird. Ich finde, dass gerade im Bereich der mehr oder weniger privaten Kommunikation keine Werbung gehört, also werde ich jeden unfollowen, der damit ankommt. Ich würde ja auch nicht mit jemanden chatten, wenn der alle 10 Sätze Dinge wie “Neuer Reichweiten Rekord bei blablabla, klicken sie hier” schreibt, nur weil er dafür Geld bekommt.
wäre das Schalten von Werbetweets, wie sie turi2 nun anbietet, eine gute Idee hätte sicherlich Twitter auch diesen Weg einschlagen können. Haben Sie bisher aber nicht. Werbung wird es sicherlich auch auf Twitter geben. Kein Problem und legitim. Aber über das Wie sollte genauer nachgedacht werden. Wie Lars bereits meinte wird sich das aber über den Markt selbst regeln.
Jeder hat ein gutes Recht auf Scheitern. Warum nicht Turi. Einen Versuch ist es wert, ja. Mittelfristig wird er sich m.E. selbst in den Fuß schießen.
Ich wage mal eine Prognose: Der erste, der die Twitteranzeige schaltet (übrigens mit potenziell sehr hohen Cost-per-Click) wird zufrieden sein, allein schon weil Twitterland neugierig schaut, wer es gewagt hat. Das wird Turi als Belege für die Machbarkeit und Wirkung sehen, alle Folgebucher hingegen machen das ein Mal und wundern sich über die deutlich schlechtere Klickrate. Hinzu kommen Unfollower (einige Hundert) die die CPC weiter hochtreiben. Damit läuft sich das Modell schon wirtschaftlich binnen Kurzem tot.
Warten wir auf den Beweis des Gegenteils…
Die positive Attitude in diesem Blogeintrag für Turis Werbevorstoss auf Twitter wundert mich nicht, ist es doch noch keine 24 h her, dass man diesen Tweet des Autors bei Twitter lesen konnte:
“sachark: Sehr schön: Mein Interview mit @phogenkamp zum Thema Blog-Vermarktung wird heute bei @turi2 gelistet “.
Auf alle Fälle hat Turi mit seiner geplanten Werbung via Twitter eine Diskussionswelle ausgelöst. Ich persönlich würde mich unwohl fühlen, wenn das Beispiel – falls es gelingt – Schule machen sollte. Sehr schnell sehen wir uns dann nämlich mit einer steigenden Zahl von mehr oder weniger verschlüsselten Werbebotschaften in Form von “nützlichen” Links konfrontiert. Filtern muss man bei Twitter schon genug.. ..Der Glaubwürdigkeit der werbenden Twitteraccounts wird es nicht dienen.
Ich bin sehr gespannt, ob jemand einen Tweet bucht.
Die Idee an sich ist so nahe liegend, dass ich mich jetzt wundere, warum es noch niemand vorher gemacht hat.
Wichtig ist aber, dass die Werbe-Tweets als solche gekennzeichnet sind, sonst wird es auf Dauer nicht funktionieren.
Zu Erläuterung der Rechnung:
2376 Follower (im Augenblick) für 250 Euro = Cost-per-Follower € 0,11
Angenommene Click-through-Rate: 1% (was schon hoch wäre) –> Kosten pro Click: €10,52
ERSTBUCHUNG durch Bertelsmann: http://twitter.com/turi2/statuses/1380901802
Inge, meine Bewertung hat nichts damit zu tun, dass turi2 gestern auf das Blog hier gelinkt hat.
Wie viele Andere habe ich mir schon lange Gedanken darüber gemacht, wie wohl twitter Geld verdienen wird – und auch wie man selbst mit twitter Geld verdienen kann. Für jemanden wie Turi, der eben nicht auf seinen Shop linken kann, sondern Informationen verkauft, halte ich diese Form der Monetarisierung für ein probates Mittel. Letztendlich aber muss der Markt das Ganze beurteilen.
@Sachar
Der Verweis auf den Tweet war einfach zu verlockend, habe doch ein smiley eingefügt…
ich halte das für eine hervorragende idee und wundere mich eigentlich, dass das erst jetzt jemand macht. es ist aber eine logische fortsetzung der textanzeigen, die es im turi2 blog schon lange gibt, meines wissens auch das eine erfindung des hauses.
turi2 hat bisher das stets grösser werdende werbeaufkommen immer in die qualität und den ausbau des dienstes investiert. solange das so bleibt, habe ich mit werbetweets null probleme.
@dondahlmann: turi2 kennzeichnet ja die werbung auch in twitter. wo ist da das problem? und: twitter mit chatten zu vergleichen ist unsinn. twitter ist so öffentlich wie ein blog oder sonst eine website und mit privat hat das eh nix zu tun. ich kenne kaum 10% meiner follower persönlich. und wenn du den wegen dieser petitesse einen der wichtigsten mediendienste kickst, finde ich das etwas kindisch, mit verlaub.
@bugsierer: Es geht auch ums filtern. Twitter ist für mich eine Nachrichtenquelle und persönliche Kommunikation. Und es ist für mich keine Petitesse, wenn jemand meinen Nachrichtenkanal vollkleistert. Nach der Logik müsste ich auch jeden anderen Werbetweeter zulassen. Und Leute, deren Tweets nerven, fliegen halt raus. Ärgerlich ist es allerdings, wenn ein eigentlich gern gelesener Kollege mit so etwas anfängt.
Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn jemand mit dem Medium rumspielt, neue Dinge ausprobiert usw. Ich finde es nur innerhalb eines Kanals schwierig, der zu 90% aus persönlich erstellten Nachrichten besteht. Ich vergleiche das mit bezahlten Blogeinträgen a la Trigami. Es macht mir den Nachrichtenüberbringer nicht glaubwürdiger und wie gesagt – es geht nicht um um Peter Turi, dessen Arbeit ich schätze (Ich hab vor zwei Jahren mal ein paar sachen für ihn gemacht), sondern darum, dass nach Turi jeder damit los beginnt, Werbetweets reinzuwerfen. Das tötet das Medium.
Ich finde die Diskussion sehr fahrlässig – überlegen wir dochmal liebe Kommunikations-Spezialisten zuerst was hier passiert. Über einen direkten Kanal soll unpersönliche Werbung transportiert werden. In einem sozialen Netzwerk werden nun gleichwertig “unwichtige” Werbebotschaften geschaltet, die nichts mit der Diskussion zu tun haben. Ich wiederspreche völlig den Vorrednern, die es mit dem Blog-Aufschrei vergleichen. Hier geht es nämlich nicht um eine moralische Fragestellung, sondern um die direkte Unterbrechung von einem Info-Stream, der gleichzeitig (und auch vorrangig) ein social Netzwerk ist. Ihr seht eher das Potential als das Risiko? Das Risiko besteht darin, dass Twitter nicht mehr genutzt wird, bzw. weniger. Das lisst sich wunderbar mit einer Tagessschau vergleichen, die nach jeder Meldung Werbung schalten würde – hätten wir dann die gleiche Reichweite?
Es ist mit Sicherheit legitim über Erlösmodelle von Twitter, Facebook etc. zu philosophieren. Es ist auch richtig wenn turi über Ihre Website Werbung anbietet (denn dort ist ja die Info-Quelle), aber ein kostenloses soziales Netzwerk damit zu “spammen” ist völliger Unfug – hier gat jemand noch nicht begriffen worum es im sozialen Netz geht: transparenz, offenheit, diskussion und dadurch mehrwert. Werbung gehört hier nur als Side-Effekt dazu, nicht als direkte Nachricht.
My2cents
Ist doch absolut in Ordnung. Quasi wie eine Textanzeige im Newsletter von turi2. Die stören mich auch herzlich wenig und bieten teilweise gar wirklich interessante Links.
Wenn ein Kunde dafür bezahlt, warum sollte Peter Turi da nein sagen?!
Ich würde es auch tun… und betreibe das für meinen Twitter-Account schon per magpie im gaaaanz kleinen Format.
Außerdem sind es lediglich 140 Zeichen, die schnell gelesen sind oder einfach kurzerhand “weitergeklickt” werden können. Glückwunsch an turi2 als Vorreiter in dem Gebiet!
@dondahlmann: dass turi2 deinen twitterkanal mit werbung vollkleistern wird, ist doch eine etwas sehr hysterische vorverurteilung. du selbst followst 640 leuten, da hinkt der vergleich mit der tagesschau komplett, denn die geschätzten 2000 tweets, die dir täglich über den bildschirm fräsen, sind ja wohl kaum vergleichbar mit den 20 meldungen einer tagesschau. und: da können ja auch ein paar werbetweets von turi nicht gross stören. der vergleich mit trigami hinkt auch, das ist was völlig anderes, turi schreibt die werbetweets ja nicht selbst.
Wir können nicht mit Werbung, aber irgendwie auch nicht ohne. Jeder kann selbst entscheiden, wieviel Werbung er verträgt. Wem es nicht passt kann @turi2 ent-followen.
Die andere Möglichkeit ist: turi2 über den Dorf-Rummelplatz zu treiben und sich künstlich über einen ersten Werbeversuch auf Twitter aufzuregen. Bringt -mal von heißer Luft abgesehen- aber ziemlich wenig. Wir werden sehen, wie sich die Followerzahlen entwickeln und ob das Modell Erfolg hat. Die Zahl 2360 steht. Lasst uns nach 3 Monaten nochmal drauf schauen und ein Fazit ziehen.
Das ist ja wohl mal …. ehm wer in dieser welt auch nur daran denkt 1 Werbe-TWEET für 250 Euro zu kaufen hat es nicht anders verdient.
Der Preis ist unerhört hoch…ich erreich mit dem Tweet max. 2500 Leute von denen wenn ich glück habe 30% überhaupt mitbekommen, dass der Tweet abgesondert wurde. Und wiederum davon nur 5% überhaupt auf den Link klicken….. Teurer Spaß!
Logischer wäre es doch wenn man sei komplettes Twitterprofil Wallpaper mäßig umgestaltet + am ende jedes Tweets einen Werbelink setzt + was weiß ich..und dass als package verkauft…. und selbst das ist eher..naja..nicht wirklich die erfindung des rads..
Ich verstehe hier etwas grundsätzlich nicht: Twitter stellt einen kostenlosen Dienst zur Verfügung, den man auch nutzen kann, um Aufmerksamkeit für seine Seiten im Web oder Dienstleistungen zu erzielen. Und jetzt kommt jemand daher, und will mit Werbung Einnahmen erzielen, die eigentlich Twitter zustünden? Einnahmen, auf die Twitter aber seit Monaten verzichtet, weil bezahlte Werbetweets sicher die beste Maßnahme sind, um Nutzer zu vergraulen…
Ich halte die “Idee” von Turi genial! Wieso nicht?
Immer her mit relevanten Anzeigen! Wer sich auf den Schlips getreten fühlt, kann ja gehen… SO einfach!
@Ulrike: Wieso stünden die Werbeeinahmen Twitter zu? Das ist Turi, der für Präsenz sorgt und nicht Twitter. Die stellen lediglich den Service zur Verfügung.
Sonst müsste ja jeder Blogger der Werbung auf seinem Blog schaltet Geld an WordPress o.ä. abdrücken.
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250 Euro finde ich auch viel, aber wenn das jemand bezahlt …
Ich finde die Idee gut und man wird sehen ob Turi mehr Geld einnimmt, als dass er Follower verliert!
Ulrike, ich sehe das anders. Soweit ich weiß, verbietet es twitter seinen Nutzern nicht, für tweets bezahlt zu werden. Warum twitter keine Werbung in den Stream einbaut, weiß ich nicht und kann es mir auch nicht erklären. turis Modell würde natürlich nicht aufgehen, wenn twitter quasi wie Google bei den Adwords jedermann die Chance geben würde, bezahlte Tweets zu buchen und diese unweigerlich in den Stream eingebaut werden würden. So lange twitter das aber nicht macht und seine Nutzer auch nicht daran hindert, selbst solche Werbeformen zu entwickeln, weiß ich nicht, was einem solchen Prozess widerspricht.
Für mich ist das das berühmte Bücken nach einem 10 Euro-Schein, doch leider merkt man nicht, dass man selbst gerade 20 verloren hat. Ein Mediendienst, bei dem ich nicht mehr unterscheiden kann, welche News tatsächlich “echt” oder sogar investigativ ist und welche ein Werber erfolgreich gegen Einwurf kleiner Münze platziert hat, ist für mich kein Informationsmedium mehr. Aus meiner Sicht ist es auch zu kurz gedacht. Dass sich die Website turi2 finanzieren muss, steht außer Frage. Ich gönne den Betreibern jeden Cent und jeden Euro. Aber das heißt nicht, dass gleich jeder Kanal mit Werbung bestückt werden muss, zudem noch unzureichend gekennzeichnet. Auf lange Sicht schadet sich turi2 selbst. Ich kann aus meiner eigenen unternehmerischen Tätigkeit sagen: Der Verzicht auf manchen Umsatz lohnt mehr als das Bücken nach jeder Münze.
Ein erstes Fazit dieser sehr interessanten Diskussion hier: eigentlich sehr positiv für turi2!
Grundsätzlich halte ich das ganze für legitim und machbar. Es wird ja nicht dazu verkommen, dass turi2 nun alle 30 Minuten einen Werbebotschaft absetzt. Das wird schon aus reinem Eigeninteresse nicht passieren.
Neue Medien erfordern nunmal auch neue Regeln in der Werbung. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Insofern kann ich niemanden verstehen der mit dem “entfollowen” droht.
Zumal der Tweet tatsächlich auch als “Anzeige” gekennzeichnet war. Da gibt es einige andere Tweets mit weniger interessantem Inhalt, welche leider nicht mit “Schwachsinn” gekennzeichnet sind
Hallo, danke für die interessante Diskussion!
Von mir dazu nur zwei Anmerkungen:
1. Ja, ich habe die Textanzeige für deutsche Fachkommunikation im Internet erfunden – im April 1996, bei täglichkress, dem ersten Tages-Branchendienst im europaischen Web. Und nochmal ja, die Textanzeige auf turi2 ist ein voller Erfolg: 3-6 Buchungen pro Tag a 300 Euro finanzieren eine handvoll turi2-Redakteure.
2. Wer glaubt, dass turi2 auf Twitter ein privater Newsstream oder Twitter ein Medium für Ego-Publisher ist, der glaubt auch an den eierlegenden Osterhasen.
Twitter ist der mobile, individuelle Nachrichtendienst für jedermann – und turi2 ist entschlossen, ihn für Mediemacher forciert zu nutzen.
Beste Gruesse aus dem ICE.
@peter: das waren aber 3 anmerkungen
dass du die textanzeigen schon 1996 erfunden hast, hab ich nicht gewusst. umso erstaunlicher.
Warum nur muss immer alles umsonst und werbefrei sein??? Wer Gutes leistet (und das tut turi2) sollte dafür bezahlt werden. Und wenn die User nicht bezahlen wollen, muss das halt die Werbung tun. Ganz einfach.
Fand es gerade interessant, mal beim URL-Shrink-Dienst arm.in zu schauen, wie oft Turis Werbelink von heute morgen angeklickt wurde. Wenn man der Statistik , die arm.in zur Verfügung stellt,
glauben darf, dann waren es bis 17.16 Uhr gerade mal 83 Klicks. Jetzt müsste man also noch einen Studentenservice oder ähnliches anstellen, der für die den Kunden wenigstens einigermaßen zufriedenstellende Klickrate sorgt – oder anderen URL-Dienst nutzen, der Statistiken nicht verfolgbar macht. Screenshot zur Statistik um 17.25 Uhr hier: http://twitpic.com/2epwy
Ich finde es zunächst einmal nicht moralisch verwerflich auszuprobieren, was Turi2 ausprobiert hat. Kann man machen. Da Twitter mich aber nun absolut nichts kostet, sehe ich zum Beispiel für DWDL.de auch keinen Grund, damit Geld verdienen zu wollen. Wir finden es gerade ganz reizvoll erstmal zu erleben, wie sich das Medium entwickelt und was draus werden kann. Inhaltlich.
Ich glaube die Aufregung um Twitter-Werbung von Turi2 wird etwas am Thema vorbei geführt. Wie wirksam ist sie denn? Hier wird mit einer Reichweite geworben, von der jeder weiß, dass viele Twitter-Accounts gar nicht regelmäßig und intensiv genutzt werden. Und nur solche Twitter-Nutzer wären für Werbekunden attraktiv. Also nur die, die wirklich mind. einmal in der Stunde auch Twitter verfolgen. Denn wer seltener Twitter nutzt, würde die Werbebotschaft eher auf der Turi2-Website oder im Newsletter lesen als im Twitter-Feed.
Damit wird der Kreis der effektiv erreichten “Medienmacher” deutlich eingeschränkt. Immerhin aber sind die Twitter-Nutzer freiwillig Leser von Turi2 geworden. Nicht wie tausende “Medienmacher”, die von Turi2 ungefragt mit dem Newsletter zugespamt werden. Dass da sogar doppelt oder dreifach eMails an die gleichen Personen geschickt werden, ist natürlich nicht sooo schön. Aber erhöht die Reichweite des Newsletters auf 22.000 “Medienmacher”. Da kommt man dann irgendwann zu der Frage, wieviele wichtieg Medienmacher es in Deutschland überhaupt geben kann.
Aber das wäre ein anderes Thema.
Die Idee ist okay, keine Frage – aber die Umsetzung?
250 Euro bei einer mickrigen Anzahl von Followers, wenn man über den großen Teich, oder einfach nur zu Leuten wie Nicole Simon rüberschaut.
Wer das bucht kann es sich entweder schlichtweg leisten damit zu experimentieren, wie z.B. Bertelsmann oder hat keine Ahnung von Online-Marketing. Oder beides.
Ich habe meine Meinung dazu in einem englischsprachigen Blog Post verfasst, mit Beispielrechnungen zum CPC, Vergleichen mit AdWords mit hohem Suchvolumen und trotzdem mit gorßer Wahrscheinlichkeit niedrigerem CPC, usw.
Wen das also interessiert und mitdiskutieren möchte:
http://www.smartens.eu/blog/2009/03/24/you-can-place-ads-in-media-agencys-turi2-tweets-now-heres-why-you-shouldnt/
2000+ follower (minus spamfollower) ergibt eine maximale klickrate von cirka 40 pro werbetweet. wer dafür 250 öcken auf den tisch legt ist erst mal selber schuld. abgesehen davon muss ich mich don dahlmann anschliessen: kraut und rüben mit werbebotschaften anzureichern ist einem redaktionellen angebot, welches auch nur ansatzweise ernst genommen werden will, nicht würdig.
Word!
@Thomas Lückenrath:
> Nicht wie tausende “Medienmacher”, die von Turi2 ungefragt mit dem Newsletter zugespamt werden.
Ist das so? Belegt? Das wäre ein Grund, sofort den Unfollow-Button zu drücken..
Pardon, Herr LückERath
Das ist so. Viele Abonnenten haben den Newsletter nie selbst abonniert. Erst recht nicht, was für Werbung im Newsletter eigentlich nötig wäre, per gesichertem DoubleOptIn – also nicht nur aktiv eingetragen sondern auch nochmal per eMail bestätigt. Ich selbst kriege jeden Newsletter derzeit doppelt.
Dass der Newsletter ungefragt verschickt wird, bestätigt Turi2 sogar. Mit dem Argument, dass ja jeder dann mit dem Kündigen des Newsletter-Abos auch wieder abbestellen könnte, wenn er will. Der Erstkontakt ist aber erstmal gemacht – mit Hilfe von Spam. Ich finde, auch wenn die Forderung naiv klingen mag, dass diese Vorgehensweise nicht gerade feinem Wettbewerb entspricht. In jedem Fall aber gaukelt man so eine Vielzahl von Medienmachern vor, die es 1.) nicht gibt und 2.) gar nicht zwingend Turi2 liest. Denn bei Spam-eMails davon auszugehen, dass sie auch wirklich gelesen werden, ist gewagt.
Schade, dass es bei Turi2 nicht auch ohne solche Methoden geht.
250 € ist schon sehr viel Geld, wenn man bedenkt das nur circa 100-120 Follower draufklicken. (Die genauen zahlen stehen auf turi)
Ich glaube, das mit der Werbung via Twitter wird verstärkt kommen und zuerst wird es schwer fallen zwischen Werbung und echten Empfehlungen zu unterscheiden, aber eigentlich müsste doch da auch die Pflicht zur Kennzeichnung gelten, wie in Zeitungen oder Blogs, oder?