Das hier ist das private Blog von Sachar Kriwoj. Ich arbeite für die E-Plus Gruppe als Manager Digital Public Affairs.

Artikel getagged für ‘deutschland’

Lesenswert (4)

26. August 2010 | Geschrieben | 0 Kommentare

Gelesen, für gut befunden und hiermit empfohlen…

Der Schock sitzt nach wie vor tief: Hans J. Martin, ein überwiegend virtueller Kontakt, ist am letzten Wochenende verstorben. Plötzlich fehlt er mir in meiner Timeline, seinen engen Freunden und Verwandten fehlt er künftig 24 Stunden am Tag – jeden Tag. Das virtuelle Kondolenzbuch füllt sich. Und mir stellt sich die Frage: Wie geht man mit Trauer online um?

Ich hinterlasse seit mittlerweile elf Jahren Spuren im Netz. Nicht über jeden Fingerabdruck bin ich glücklich, einige würde ich gerne löschen – doch geht das eben nicht. Denkanstöße liefert „Für ein vergessliches Web“ von Olaf Kolbrück.

Jede Wette: Der Beruf des Community-Managers wird in fünf Jahren so selbstverständlich sein, wie es heute der des SEO-Beraters oder des Online-Marketeers ist. Zehn sehr hilfreiche Tipps, was man beherzigen muss, um der Community effektiv zu dienen, liefert Vadim Lavrusik.

Eine, wie ich finde, irrsinng spannende Frage stellt Martin Weigert: Was wäre, wenn Deutschland das Internet entwickelt hätte? Würde es über die gleichen offenen Strukturen verfügen, die wir kennen und schätzen? Wäre es überhaupt Massenmedium geworden?

Neue Wege möchte künftig der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel gehen: Künftig soll der Kanzlerkandidat seiner Partei aus Vorwahlen, an denen auch Nicht-Parteimitglieder teilnehmen sollen, hervorgehen.

Was mir Deutschland gab

17. Juni 2009 | Geschrieben | 3 Kommentare

Gewisse Dinge kann ich mir nicht vorstellen: Wie es ist, wenn man arm ist, wie man sich fühlt, wenn man Hunger leidet oder wie groß der Schmerz ist, wenn man ganz plötzlich schweren von Krankheiten befallen wird. Ich möchte mir all diese Dinge nicht vorstellen können. Ich bin dankbar für das Leben, das ich führen darf. Das alles ist nicht selbstverständlich. Ich bin in der ehemaligen Sowjetunion geboren worden, meine Großeltern, meine Mutter und unsere komplette Familie sind in einem Land geboren worden und aufgewachsen, in dem Vieles, was für mich heute alltäglich ist, außergewöhnlich war: warme Mahlzeiten, auf Reisen zu gehen, mir meinen Job ohne Zwänge auszusuchen und vor allem: seine Meinung artikulieren zu dürfen.

Mein Opa wurde entlassen, weil er nicht bereit war, der Kommunistischen Partei der Sowjetunion beizutreten. Meine Mutter durfte aufgrund der fehlenden Parteimitgliedschaft meines Opas nicht Medizin studieren. Nachdem meine Tante Ende der 70er in den Westen geflohen war, nahmen die Repressalien gegenüber meiner Familie weiter zu. Ich kann mir das alles nicht vorstellen, weil ich in einem Land lebe, in dem die Menschenrechte gewahrt werden, in dem jeder Mensch vor dem Gericht gleich ist. Ich lebe in einem Land, das mir die Möglichkeit gab, das zu studieren, wozu ich aus Leistungsgründen befähigt war. Ich lebe in einem Land, in dem meine Stimme bei Wahlen den Ausschlag geben kann.

Ich bin Deutschland sehr dankbar, dass es mich als 4-Jährigen aufgenommen hat. Ich wurde hier groß, denke mittlerweile in deutscher Sprache und fühle deutsch.

Ich kann mir nicht vorstellen, in einem anderen Land zu leben. Weil ich mich hier frei entfalten kann. Weil mir niemand vorschreibt, welche Partei ich zu wählen habe. Weil ich hier meine freie Meinung äußern darf. Ich hoffe, dass niemals der Tag kommt, an dem ich mir vorstellen muss, wie es damals, also heute, war, als das alles noch möglich war.