Das hier ist das private Blog von Sachar Kriwoj. Ich arbeite für die E-Plus Gruppe als Manager Digital Public Affairs.

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Mein neues Leben mit Android

19. November 2010 | Geschrieben | 0 Kommentare

Ein Posting steht nun schon seit einigen Wochen aus: Wie es mir geht, seitdem ich vom iPhone auf Android gewechselt bin. Nun, die Antwort ist ganz leicht: Es geht mir sehr, sehr gut. Vermisse ich etwas? Ganz klar: Nein. So ziemlich jede App, die ich auf dem iPhone genutzt habe, finde ich auch für Android. Darüber hinaus bin ich noch immer von den Widgets total begeistert. Kurz: Alles super. Wobei ich zugeben muss, dass die Infrastruktur von Android mir durchaus Einiges abverlangt hat. So ist es zum Beispiel nicht ganz einfach, die Daten seines Geräts (Einstellungen, SMS, Fotos etc.) auf dem Rechner zu speichern, um sie hinterher auf ein anderes Gerät zu übertragen. Da liegt das iPhone deutlich vorne. Womit ich auch nicht so glücklich bin: Dass einige Geräte auf Android 2.1. laufen, für Andere 2.2. längst verfügbar ist. Da merkt man schon, dass Android in Zukunft sich selbst besser organisieren muss. Gleichzeitig macht das auch ein demokratisches System aus: Dinge verändern sich unterschiedlich schnell. Über allem steht kein Steve, der die Gesetze nach Gutdünken in Stein meißelt. Und eben das schätze ich. Alles ist möglich, alles ist ein wenig wilder. Daran muss man sich gewöhnen, aber sobald einem das gelungen ist, gibt es keinen logischen Grund, der für das iPhone spricht.

Ein paar Worte noch zum Samsung Galaxy S: Ich war hellauf begeistert vom Design: schlank, leicht und runde Formen. Wenig begeistert war ich von der Tatsache, dass es von alleine regelmäßig und unvermittelt ausging. Zuerst dachte ich, ich würde etwas falsch machen. Als ich aber von Bekannten und Leuten auf twitter hörte, dass ihnen das auch passiert (mit dem Galaxy S), stand für mich fest: So darf es nicht bleiben. Also habe ich das Gerät gegen das HTC Desire HD ausgetauscht. Und das ist mal ein richtig starkes Stück Technik. Flach, perfekter Display, sauschneller Prozessor, ordentlicher Akku. Lediglich die Hülle (wenig edles graues Plastik) lässt zu wünschen übrig. Aber es funktioniert mehr als gut. Das ist mein neues Handy. Denn das iPhone ist verkauft.

Ich mache den Test: Muss es das iPhone sein?

26. Oktober 2010 | Geschrieben | 1 Kommentar

Seit nunmehr dreieinhalb Jahren bin ich iPhone-Nutzer. Begonnen habe ich mit dem ersten Modell, letztes Jahr wechselte ich zum 3GS – und bin damit nicht unzufrieden. Ganz im Gegenteil. Und doch entwickelt sich in mein ein großes Unbehagen. Was nicht mit dem Gerät selbst sondern mit dem Unternehmen Apple zu tun hat.

Ich bin ein Apple-Fanboy. Ich habe ein MacBook Pro, ein iPad und auch noch ein Apple TV. Was ich an Apple schätze, ist eben nicht nur das Design der Produkte sondern auch die Tatsache, dass die Usability in der Regel so selbsterklärend ist, dass Handbücher zurecht nicht mehr mitgeliefert werden.

Und auch wenn es für mich total angenehm ist, dass alle Geräte miteinander (weitestgehend) sprechen und synchronisiert werden können, finde ich es untragbar, dass sich das Universum Apple zunehmend zu einem geschlossenem System entwickelt. Stichwort: Flash. Stichwort: iAd. Und noch einige weitere Stichwörter sind Euch ebenfalls bekannt. Darüber hinaus, vielleicht ist es ja auch nur meine persönliche Wahrnehmung, nehme ich eine Arroganz von Seiten Apples gegenüber der Konkurrenz wahr, die ich als sehr unsympathisch empfinde.

Diese Gefühle sind für mich nicht ganz neu: Vor anderthalb Jahren trat es erstmals auf, da testete ich das G1, das erste Handy mit Googles Android-Betriebssystem – und musste feststellen: Das Betriebssystem verfügt über Potenzial, aber das Gerät im Vergleich zum iPhone ist nicht konkurrenzfähig. In diesem Frühjahr wiederholte ich das Prozedere mit dem Nexus One: Technisch ist das Gerät einwandfrei – aber es sieht einfach nicht gut aus.

Ab morgen versuche ich es zum dritten Mal – mit dem Samsung Galaxy. Weil es top ausschaut, ich nur Gutes darüber gehört habe und ich fest davon überzeugt bin, dass das iPhone eben nicht mehr „State of the Art“ ist. Eine Woche gebe ich dem Galaxy und mir. In dieser Zeit werde ich mein iPhone weder anschalten noch bei mir führen. Ich möchte mir selbst die Frage beantworten: Brauche ich überhaupt noch ein iPhone? Oder geht es auch anders? Hoffentlich besser? Ich werde Euch auf dem Laufenden halten.

Das Ende der Beta

1. Juni 2010 | Geschrieben | 5 Kommentare

Seit einigen Wochen schon ärgere ich mich und weiß nicht, ob ich mich mehr über die Ursache oder meine Reaktion aufrege.

Seit knapp zwei Monaten habe ich ein iPad. Und auch wenn es toll ist, das It-Gadget der Stunde zu besitzen, kann ich dem Gerät noch immer nicht viel abgewinnen. Wirklich gute Apps musste man vor allem bis letzten Freitag mit der Lupe suchen. Seit dem Deutschland-Start sind ein paar Highlights hinzugekommen, trotzdem aber springt bei mir der Funke nicht über.

Seit einigen Wochen wird flattr von der Blogosphäre und nun auch von einigen Online-Medien wie der taz genutzt. Auch ich habe schon hier über flattr und die damit verbundenen Möglichkeiten geschrieben. Meine anfängliche Begeisterung ist ein wenig gewichen, weil ich bei facebook nur unzureichende Antworten auf Fragen bekomme. Gerade zu Beginn eines Dienstes denke ich, dass es wichtig ist, die wachsende Community mit so viel „Futter“ wie möglich zu versorgen.

Lange war ich auf der Suche nach einem Tool, das mir durch den Dschungel des Alltags hilft. Seit gut zwei Wochen setze ich TheDeadline ein und bin auf der einen Seite von den Funktionen begeistert, auf der anderen Seite erschüttert, dass mobile Apps für Android und iPhone fehlen, die mobile Ansicht kaum existent und die Benutzerführung alles nur nicht selbsterklärend ist. Anfragen via facebook werden zögerlich beantwortet, auch wenn ich zugeben muss, dass man mich per Mail kontaktiert hat und dem Team die Mühe eines Dialogs nicht ganz abzusprechen ist.

Worauf ich aber hinaus möchte, ist ein Wandel, den ich beobachte: Das Ende der Beta. Wer erinnert sich nicht daran, wie es noch vor wenigen Jahren war, als neue Dienste das Licht der Welt erblickten und es ganz selbstverständlich war, dass Funktionen fehlten oder einige Kleinigkeiten nicht funktionierten? „Halb so schlimm, ist ja noch in der Beta“, hieß es dann. Und es stimmt, es war nicht schlimm. Heute jedoch sind digitale Dienste für fast alles vorhanden, so dass eine Beta, also das Zugestehen von Zeit, um sich Feedback von Nutzern einzuholen, nach hinten losgehen kann. Wieso soll ich TheDeadline ohne App nutzen, wenn es zig andere Dienste gibt, die weiter sind? Wieso soll ich flattr nutzen, wenn schon in der Startphase Verbesserungsvorschläge, die in meinen Augen eminent wichtig sind, nicht mal beantwortet werden? Und wieso soll ich viel Geld für das iPad ausgeben, wenn es mir heute keinen echten Nutzen bringt?

Was mich bewegt: Ist die Beta wirklich ausgestorben, oder bin nur ich ungeduldiger und anspruchsvoller geworden?