Wenn ein Freund einen Film empfiehlt, ist man wesentlich aufgeschlossener, sich diesen im Kino anzuschauen, als wenn man den Streifen nur über mediale Präsenz (z.B. Rezensionen und Werbung) mitbekommen hat. Empfehlungen von Menschen, die wir kennen und die die gleichen Interessen wie man selbst haben, sind das Haar in der Suppe und im Internet ein boomendes Geschäft. Man denke nur an last.fm, Moviepilot und viele andere Plattformen, die sich auf ein Genre fokussiert haben und mittlerweile recht verlässliche Tipps geben können. Die Empfehlungen basieren in der Regel aus den Vorlieben anderer angemeldeter Nutzer.
Wenn eine neue Plattform, die sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt, online geht, dann muss sie schon etwas Besonderes zu bieten haben, wenn sie neben der vorhandenen und etablierten Konkurrenz bestehen möchte. Eben das könnte welike (hier gab es bereits ein Posting über die originelle Anmelde-Phase) gelingen, weil sich das Portal nicht auf ein Thema festlegt, sondern all die Felder umfasst, die uns mit am meisten beschäftigen: Musik, Kino und Bücher. welike „verbindet somit eine Vielzahl kultureller Interessen auf einer Plattform. Anders als singulär ausgerichtete Angebote sehen wir gerade in dieser Kombination den großen Reiz für den Nutzer, da er sich in aller Regel für mehr als ein Entertainment-Segment interessiert“, so Geschäftsführer Boris Rogosch im Interview mit massenpublikum.
Vor einigen Tagen ist welike in die Closed Beta gegangen, einige Nutzer kommen also bereits in den Genuss, die Plattform testen zu dürfen. Was mir dabei besonders positiv aufgefallen ist: Man kann und soll Bugs aktiv melden. Das Team reagiert umgehend, und innerhalb weniger Stunden oder maximal Tage ist das Problem aus der Welt. Wer so aufmerksam seinen Nutzern zuhört, kann eigentlich wenig falsch machen.
Wie gut aber sind die Empfehlungen? Aufgrund der Tatsache, dass welike erst vor einigen Tagen in die geschlossene Beta gegangen ist, sind natürlich noch nicht allzu viele Nutzer angemeldet. Insofern ist es sehr schwierig, bereits zu einem so frühen Zeitpunkt über den eigentlichen Kern zu urteilen. Nach etwa 200 Büchern, Alben und Filmen, die ich bewertet habe, merke ich, wie mir in der Tat durchaus solche Artikel angeboten werden, die ich schon länger mal hören, sehen oder lesen wollte. Rein mathematisch scheint da also alles zu funktionieren.
Das Bewerten auf der Plattform macht großen Spaß – um nicht zu sagen, süchtig. Wer einmal angefangen hat, muss schauen, dass er nicht für Stunden hängen bleibt. Schnell kann man so einige Stunden auf welike verbringen. Ein Umstand, der auch letztendlich dafür sorgen soll, dass Geld in die Kasse fließt: „Die Haupterlösquellen von welike definieren sich in der ersten Phase durch klassische Werbeflächenvermarktung und zum anderen durch Transaktionsgebühren aus der Kooperation mit etablierten E-commerce-Anbietern. In einem zweiten Schritt ist die Generierung weiterer Erlösfelder, wie Subscription-Services und eigene Premium-Angebote sowie B2B-Services im Bereich Technologie-Transfer vorgesehen.“
Ebenso wie sich moviepilot und last.fm durchgesetzt haben, wird welike ein großes Publikum finden. Weil die Plattform einfach zu viele Möglichkeiten bietet und man diese nicht allesamt ignorieren kann. In der Tat ist der Umstand, dass gleich mehrere Bereiche abgedeckt werden, eine große, wenn nicht sogar die entscheidende, Stärke.
Das Gründerteam umfasst mit den Geschäftsführern Björn Mathes sowie Boris Rogosch zwei alte Hasen, die bereits für Unternehmen wie Warner sowie Universal Music oder AOL gearbeitet haben. Auch noch im Boot sind die nicht minder erfahrenen Ole Olsen, Bent Stroehmann, Andreas Heineke und die Firma Ferryhouse Productions von Frank Otto.
Wer welike testen möchte, soll in den Kommentaren eine gültige E-Mail-Adresse angeben. Die ersten zehn Kommentatoren werden in der nächsten Tranche am 5. Januar 2009 berücksichtigt.
