Das hier ist das private Blog von Sachar Kriwoj. Ich arbeite für die E-Plus Gruppe als Manager Digital Public Affairs.

Artikel getagged für ‘last.fm’

Wunderbare Musik

25. Dezember 2008 | Geschrieben | 0 Kommentare

Das Internet ist so wunderbar. In diesen Tagen vergessen wir das hin und wieder, wenn wir einzig und allein über Monetarisierungsmöglichkeiten und Blasen sprechen, aber: Das Internet ist so wunderbar. Jeder hat Zugriff auf Wissen, niemand muss sich mehr einen Brockhaus für viel Geld kaufen. Schließlich gibt es Wikipedia. Ich muss auch nicht zu einem Kiosk fahren und mir eine Tageszeitung kaufen, steht ja alles online bei Spiegel Online, Welt Online und vielen anderen Publikationen. Niemand muss Musik kaufen, gibt es auch alles online – bei roccatune, last.fm oder Deezer.

Vor allem die Möglichkeit, kostenlos Musik zu hören, begeistert mich. Dadurch entdecke ich neue Künstler, weil ich ohne Kosten und Risiko mir einen Song oder auch ein komplettes Album anhören kann. So bin ich auch auf Justin Nozuka. Justin ist gerade mal 20 Jahre alt, Kanadier mit japanischen Wurzeln und könnte der nächste Jason Mraz bzw. Jack Johnson bzw. John Mayer bzw. James Morrison werden. Mir hat es nicht gereicht, sein Album „Holly“ kostenlos zu hören, ich habe es bei iTunes gekauft. Auch so eine Errungenschaft des Internets. Und nicht zu vergessen Youtube. Über unseren Kooperationspartner jetzt.de bin ich auf Julia Nunes gestoßen. Die spielt weltbekannte Songs auf ihrer Ukulele nach – und das mit so viel Charme, dass man auf dem heimischen Sofa mitsingt. Das Internet ist so wunderbar.

Julia Nunes singt „Brighter than Sunshine“ von Aqualung, einen meiner Lieblingssongs.

Zehn Beta-Zugänge für welike

22. Dezember 2008 | Geschrieben | 5 Kommentare

Wenn ein Freund einen Film empfiehlt, ist man wesentlich aufgeschlossener, sich diesen im Kino anzuschauen, als wenn man den Streifen nur über mediale Präsenz (z.B. Rezensionen und Werbung) mitbekommen hat. Empfehlungen von Menschen, die wir kennen und die die gleichen Interessen wie man selbst haben, sind das Haar in der Suppe und im Internet ein boomendes Geschäft. Man denke nur an last.fm, Moviepilot und viele andere Plattformen, die sich auf ein Genre fokussiert haben und mittlerweile recht verlässliche Tipps geben können. Die Empfehlungen basieren in der Regel aus den Vorlieben anderer angemeldeter Nutzer.

Wenn eine neue Plattform, die sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt, online geht, dann muss sie schon etwas Besonderes zu bieten haben, wenn sie neben der vorhandenen und etablierten Konkurrenz bestehen möchte. Eben das könnte welike (hier gab es bereits ein Posting über die originelle Anmelde-Phase) gelingen, weil sich das Portal nicht auf ein Thema festlegt, sondern all die Felder umfasst, die uns mit am meisten beschäftigen: Musik, Kino und Bücher. welike „verbindet somit eine Vielzahl kultureller Interessen auf einer Plattform. Anders als singulär ausgerichtete Angebote sehen wir gerade in dieser Kombination den großen Reiz für den Nutzer, da er sich in aller Regel für mehr als ein Entertainment-Segment interessiert“, so Geschäftsführer Boris Rogosch im Interview mit massenpublikum.

Vor einigen Tagen ist welike in die Closed Beta gegangen, einige Nutzer kommen also bereits in den Genuss, die Plattform testen zu dürfen. Was mir dabei besonders positiv aufgefallen ist: Man kann und soll Bugs aktiv melden. Das Team reagiert umgehend, und innerhalb weniger Stunden oder maximal Tage ist das Problem aus der Welt. Wer so aufmerksam seinen Nutzern zuhört, kann eigentlich wenig falsch machen.

Wie gut aber sind die Empfehlungen? Aufgrund der Tatsache, dass welike erst vor einigen Tagen in die geschlossene Beta gegangen ist, sind natürlich noch nicht allzu viele Nutzer angemeldet. Insofern ist es sehr schwierig, bereits zu einem so frühen Zeitpunkt über den eigentlichen Kern zu urteilen. Nach etwa 200 Büchern, Alben und Filmen, die ich bewertet habe, merke ich, wie mir in der Tat durchaus solche Artikel angeboten werden, die ich schon länger mal hören, sehen oder lesen wollte. Rein mathematisch scheint da also alles zu funktionieren.

Das Bewerten auf der Plattform macht großen Spaß – um nicht zu sagen, süchtig. Wer einmal angefangen hat, muss schauen, dass er nicht für Stunden hängen bleibt. Schnell kann man so einige Stunden auf welike verbringen. Ein Umstand, der auch letztendlich dafür sorgen soll, dass Geld in die Kasse fließt: „Die Haupterlösquellen von welike definieren sich in der ersten Phase durch klassische Werbeflächenvermarktung und zum anderen durch Transaktionsgebühren aus der Kooperation mit etablierten E-commerce-Anbietern. In einem zweiten Schritt ist die Generierung weiterer Erlösfelder, wie Subscription-Services und eigene Premium-Angebote sowie B2B-Services im Bereich Technologie-Transfer vorgesehen.“

Ebenso wie sich moviepilot und last.fm durchgesetzt haben, wird welike ein großes Publikum finden. Weil die Plattform einfach zu viele Möglichkeiten bietet und man diese nicht allesamt ignorieren kann. In der Tat ist der Umstand, dass gleich mehrere Bereiche abgedeckt werden, eine große, wenn nicht sogar die entscheidende, Stärke.

Das Gründerteam umfasst mit den Geschäftsführern Björn Mathes sowie Boris Rogosch zwei alte Hasen, die bereits für Unternehmen wie Warner sowie Universal Music oder AOL gearbeitet haben. Auch noch im Boot sind die nicht minder erfahrenen Ole Olsen, Bent Stroehmann, Andreas Heineke und die Firma Ferryhouse Productions von Frank Otto.

Wer welike testen möchte, soll in den Kommentaren eine gültige E-Mail-Adresse angeben. Die ersten zehn Kommentatoren werden in der nächsten Tranche am 5. Januar 2009 berücksichtigt.

mufin: Musik wird demokratisch

22. November 2008 | Geschrieben | 4 Kommentare

Mit Empfehlungen ist das so eine Sache. Vor etwa drei Wochen, als ich noch auf Bali war, erlebte ich, wie heikel es ist, wenn man blind auf Ratschläge von Freunden oder Bekannten hört: Ich soll mir doch einen Strand anschauen, angeblich Balis schönste Küste. Ohne jetzt in die Einzelheiten zu gehen: Aber das, was ich sah, entsprach nicht meinen Erwartungen. Gar nicht. Einmal mehr wurde mir da klar, dass Empfehlungen von Dritten nur dann sinnvoll sind, wenn man die gleichen Interessen, Vorlieben und eine ähnliche Lebensweise hat. Ist dieser Fall nicht gegeben, könnte man schnell enttäuscht werden.

Empfehlungssysteme sind aktuell gerade in der Musikindustrie ein sehr großes Thema. last.fm verdankt seinen Aufstieg zur weltgrößten Musik-Community einem einfachen Prinzip: Mir wird Musik vorgeschlagen, die mir gefallen könnte. Das Prinzip basiert auf den Hörgewohnheiten anderer Nutzer.

Mittlerweile sind die technologischen Möglichkeiten so weit fortgeschritten, dass Programme ebenfalls in der Lage sind, Musik zu empfehlen. Apple hat unlängst iTunes um das Empfehlungssystem Genius erweitert. Bisher ist aber nicht hinreichend geklärt, auf welchem System die Empfehlungen basieren. Mein bisheriger Favorit war Pandora. Dort wurden die Songs nach 250 Kriterien von einer Redaktion bewertet. Allerdings ist Pandora schon seit einiger Zeit nicht mehr in Deutschland aufgrund von Lizenzrechten verfügbar.

Eben diese Lücke ausfüllen könnte mufin. Bei mufin wird ein Song nach 40 Kriterien (wie etwa Klangdichte, Tempo oder Instrumentierung) automatisch nach der so genannten „Audio Fingerprinting“-Technologie bewertet. Auf der mufin-Seite kann das jetzt jedermann in der offenen Beta testen. Ähnliche Musik wird also nicht mehr nach den Hörgewohnheiten Anderer sondern ausschließlich nach ihrer Struktur empfohlen. Das erleichtert den Zugang zu neuer Musik und stellt insofern eine Revolution dar, als dass es bei mufin vollkommen unerheblich ist, aus welchem Jahrzehnt ein Song stammt, ob er jemals populär war oder ob die Plattenfirma, die ihn veröffentlicht hat, ein großes Marketing-Budget investiert hat. Insofern ist mufin, das vom Fraunhofer Institut und von der Magix AG entwickelt wurde, das demokratischste aller Empfehlungssysteme.

mufin wurde sowohl international von Techcrunch als auch national von netzwertig in den höchsten Tönen gelobt. Besser kann ein Start kaum erfolgen. Nur eins kann mufin nicht: Die empfohlene Musik kostenlos in voller Länge abspielen. Womit ich einmal mehr roccatune ins Spiel bringen möchte.