Das hier ist das private Blog von Sachar Kriwoj. Ich arbeite für die E-Plus Gruppe als Manager Digital Public Affairs.

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Urlaubslektüre: Was soll ich lesen?

20. Juli 2010 | Geschrieben | 49 Kommentare

Demnächst fahre ich in den Urlaub. Dann komme ich auch endlich wieder in den Genuss, längere Texte, sprich Bücher, lesen zu können. Nun wäre ich sehr dankbar, wenn Ihr mir Anregungen liefern könntet, was meinen Horizont erweitern, mich unterhalten und auch rühren könnte. Was ich auf keinen Fall lesen werde, sind alle Bücher rund um das Thema Internet, Digitalisierung und Social Media.

Der Versuch einer Erklärung und Diverses

21. September 2009 | Geschrieben | 5 Kommentare

Postings, die mit den Worten „Hier ist es in den letzten Wochen sehr ruhig gewesen“ beginnen, mag ich nicht. Und trotzdem ist es hier in den letzten Wochen sehr ruhig gewesen. Und ja, das ärgert mich massiv. So sehr, dass ich dieses Posting verfasse. Gegen meinen Willen. Und hauptsächlich aus Pflichtbewusstsein. So wie ich es hasse, Pfandflaschen in den Supermarkt zu bringen und es manchmal einfach tun muss, weil sie den Platz in der Küche rauben. So sehr muss ich mich von einigen Themen befreien, die ich in den letzten Wochen zu eigenständigen, autonomen, wertvollen Beiträgen verfassen wollte – und es einfach nicht gemacht habe. Nicht nur weil der Zeitpunkt dafür fast nie der Richtige war sondern weil ich einfach keine Lust hatte.

Dieses Blog war für mich immer auch ein Punkt des Rückzugs, der Besinnung (auch wenn das nicht immer spürbar war und ist) und der Ruhe. Eben diese Ruhe habe ich zuletzt verloren. Ich merke das vor allem in Gesprächen, wenn ich nervös werde und mein Gegenüber nicht ausreden lasse. Ich möchte bei all denen, die ich zuletzt nicht zu Wort kam, um Entschuldigung bitten. Es tut mir ehrlich leid. Wieso das so ist, kann ich derzeit noch nicht abschließend begründen. Vielmehr versuche ich dagegen anzukämpfen und eine Besserung zu erzwingen.

Nun aber zu den besagten Themen:

Matt Beaumont, über den ich bereits hier geschrieben hatte, hat eine Fortsetzung von „E-Mail an Alle“ geschrieben. Ich habe das Buch auf Englisch gelesen und möchte es ausdrücklich empfehlen. Es ist ebenso amüsant wie der erste Teil – wenn auch versöhnlicher.

Ich habe letzte Woche auf dem PR 2.0 Forum über „Kommunikation in Echtzeit“ sprechen dürfen. Die Veranstaltung war klasse – auch weil sie viele Leute anlockte, die bisher in Sachen 2.0 wenig aktiv waren und somit ein Dialog entstand, in dem es nicht nur darum ging, wie toll die Moderne ist, sondern auch welche Faktoren durch die schnelle Kommunikation auf der Strecke bleiben.

Das neue Album von Muse ist super.

Das neue Album von Max Herre ist super.

Das neue Album von Jan Delay finde ich totlangweilig.

Ich habe Spotify verstanden. Allerdings erst seitdem das schwedische Startup seine iPhone-App gelauncht hat. Darüber wurde viel geschrieben, am besten hat das, wie so oft, Martin Weigert bei netzwertig analysiert. Es gibt übrigens auch aus Deutschland heraus eine Möglichkeit, Spotify und die App zu nutzen. Wie erfährt man bei Google (so viel Ehrgeiz solltet Ihr schon mitbringen).

Den Schlämmer-Film fand ich nicht besonders.

Ich habe den Glauben daran, dass Deutschland die Fußball-Weltmeisterschaft gewinnt, verloren.

Wir haben scoyo in den USA gelauncht.

Wie wird es hier weitergehen? Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht. Solange mir die Ruhe für mich selbst fehlt, wird es hier weiterhin nur sporadisch Updates geben. Das tut mir leid. Nicht nur Euch sondern auch mir selbst gegenüber.

Nicht mit Ruhm bekleckert: Daniel Kehlmanns „Ruhm”

8. Februar 2009 | Geschrieben | 4 Kommentare

ruhmWer nicht mitbekommen hat, dass Daniel Kehlmann mit „Ruhm“ soeben ein neues Buch veröffentlicht hat, muss entweder im Ausland leben oder sämtliche Medien ignorieren. Die FAZ, die Zeit, die RP, der Stern und viele, viele weitere Magazine, Zeitungen und Illustrierten machten aus der Veröffentlichung die größte Literaturinszenierung der letzten Monate. Kehlmann musste gefühlte 2000 Interviews geben, in denen er die ständig gleichen Fragen („Wie ist es, das deutsche Literatur-Wunderkind zu sein?“) beantworten musste. Mit jeder Erwähnung Kehlmanns stieg meine Neugier, so dass ich vor ein paar Wochen mit der Lektüre von „Ruhm“ begann.

In der Regel brauche ich wenige Tage, um ein Buch durchzulesen. Dass es bei „Ruhm“ länger gedauert hat, liegt zum einen daran, dass die letzten Wochen sehr arbeitsintensiv waren – hängt aber auch und vor allem damit zusammen, dass sich dieses Werk bei weitem nicht so einfach liest, wie es einige Kritiker immer behaupten. Kehlmann hat in seine neun Geschichten, die an gewissen Stellen miteinander verwoben sind, Motive eingebaut, über die man stolpert, über die man stolpern muss. Offensichtlich wird das in der Geschichte über einen Internetsüchtigen. In meinen Augen ist die zwar wenig authentisch, aber das mal nur als Randnotiz.

Ich muss gestehen, dass ich vor „Ruhm“ kein anderes Kehlmann-Buch gelesen habe. Zum einen weil mich die Thematik anderer Werke nicht sonderlich interessierte, zum anderen weil mir zuvor der Hype um Kehlmann schon unheimlich war. Ich bin also mit großen Erwartungen an „Ruhm“ herangegangen und musste zwangsläufig enttäuscht werden. Keine der neun Geschichten ist so herausragend, dass ich mich noch in einigen Monaten an sie werde erinnern können. O.K., sein Schreibstil ist bemerkenswert gut. Aber wenn sich A- und B-Note nicht zu einem Ganzen fügen, dann gibt es eben nur eine mittelmäßige Platzierung.

Würde ich „Ruhm“ weiterempfehlen? Jein. Freunden und Bekannten nicht. Die sollen ihre Freizeit sinnvoller verbringen. Aber ganz sicher wäre es eine sehr sinnvoller Lektüre für den Deutschunterricht. Ständig gäbe es Passagen, die man wunderbar interpretieren könnte. Insofern passen die vielen Vergleiche Kehlmanns zu Schiller und Goethe: Auch die werden heute eher in der Schule als daheim gelesen.