Das hier ist das private Blog von Sachar Kriwoj. Ich arbeite für die E-Plus Gruppe als Manager Digital Public Affairs.

Artikel getagged für ‘socmed6g’

Branding und Fan-Building

28. März 2009 | Gelesen | 0 Kommentare

Eigentlich wollte ich heute abend aufmerksam das Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft verfolgen. Ich habe es nicht getan. Aus zwei Gründen: Nach den zwei frühen Führungstoren verlor das Spiel zu schnell an Fahrt, und außerdem habe ich etwas gefunden, das mich ungleich mehr begeisterte. Simpel, strukturiert, „clean“ – ich liebe diese Art von Präsentationen.

Weiß jemand, ob auch in Deutschland ähnliche Präsentationen bereitgestellt werden. Gesuchter Schwerpunkt: Marketing, PR, Kommunikation, Web, Social Media?

So wird das nichts mit dem Social Media Camp 09

27. März 2009 | Geschrieben | 24 Kommentare

Ich bin niemand, der um den heißen Brei redet. Wenn mir etwas nicht passt, dann wähle ich den direkten Weg und spreche es an und aus. Damit mache ich mir nicht immer Freunde, und mit Sicherheit könnte ich meine Kritik auch diplomatischer verpacken. Auf der anderen Seite denke ich mir, dass das Leben zu kurz ist und ich nicht ewig Zeit habe für Befindlichkeiten und ich außerdem zudem der Person, die ich durch meine Kritik indirekt oder direkt angreife, in der Regel nichts Böses will, sondern es mir um die Sache geht und sie das verstehen müsste. Insofern hoffe ich, dass mir niemand dieses Posting übelnimmt.

Vor ein paar Wochen haben wir uns hier im Blog sehr umfassend über ein Social Media Camp unterhalten. Wie es konzipiert sein soll, wie die Zielgruppe aussehen soll, welche Städte als Veranstaltungsorte in Frage kommen, wie es nicht konzipiert sein soll, wie die Zielgruppen nicht aussehen sollen, welche Städte als Veranstaltungsorte nicht in Frage kommen und so weiter. Wir haben unsere Diskussion auf ein mixxt-Forum verlagert. Man muss sich dort nicht anmelden, die Teilnahme erfolgt auf freiwilliger Basis – über 100 Leute aber haben ihren Weg dorthin gefunden und zeigen dadurch auch ein Interesse an einem Social Media Camp. Eine gute Zahl, wie ich finde. Leider aber sagt sie nichts, wirklich gar nichts, aus über die Qualität dieses Netzwerks aus. Denn das Social Media Camp, oder aber zumindest das aktive Zutun, dass eine solche Veranstaltung stattfindet, ist komplett zum Erliegen gekommen. Obwohl ein konkreter Vorschlag für die Location und das Datum vorliegt. Obwohl über viele Schwerpunkte Klarheit herrscht. Obwohl über 100 Leute so ein Camp wollen. Oder etwa nicht?

Es gibt bisher kaum ein Unternehmen in Deutschland, das eine eigene Social-Media-Abteilung beschäftigt, nur die wenigsten Agenturen haben echte Spezialisten, die sich ausschließlich um den Online-Dialog kümmern, und die Meisten haben schlicht keine Ahnung, was das sein soll, dieses Gedöns im Internet. Sie ahnen, dass es zunehmend wichtiger wird, aber im Zuge der Krise werden ja auch solche Stimmen lauter, die – vielleicht sogar mit Recht – behaupten, dass am Ende des Tages Social Networks, Blogs, Podcasts und natürlich auch twitter keine große Zukunft haben. Das ist nicht meine Meinung, aber es gibt sie, und wir sollten sie nicht ignorieren.

Zugegeben, was ich jetzt sage, wird mich bei Einigen sehr unpopulär machen. Deswegen: Lest Euch bitte noch mal den ersten Absatz gut durch, bevor Ihr mich verwünscht.

Ich habe das Gefühl, dass diejenigen, die Social Media wirklich beherrschen, und davon gibt es viel weniger Leute, als wir denken und vermuten, dieses Wissen nur ungerne mit Anderen teilen möchten. Schließlich ist es eben dieses Wissen, dass sie von all denen unterscheidet, die nur meinen, etwas zu wissen und ansonsten von Barcamp zu Barcamp hüpfen, in jede Kamera grinsen und mit ihren 3000+ Followern bei twitter protzen. Echtes Know How zum Bereich Social Media zu verfügen, ist aber noch ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem man heute gut Geld verdienen kann. Es zu teilen im Rahmen einer Veranstaltung, wie sie mir vorschwebt, würde die gute Ausgangsposition gefährden. Dass es auch den Status als Experte stärken würde, wäre zwar ein positiver Nebeneffekt, aber bei weitem nicht so angenehm zu werten wie die Gefahr, auf einen Schlag viele potenzielle Mitbewerber um Etats neben sich zu wissen.

Ich bin ungerecht, populistisch und anmaßend. Vor allem bin ich wahnsinnig enttäuscht und desillusioniert über die deutsche Social Media Szene. Wenn es darum geht, twitter-Regeln aufzustellen, dann hat jeder eine Meinung, die er bei meedia oder turi2 zitiert sehen möchte. Oder wenn man im Rahmen der Cebit Webciety auf dem Podium Platz nehmen möge. Aber wenn es um eine Veranstaltung geht, aus der Viele lernen könnten, dann heißt es: „Macht mal, vielleicht komme ich ja, wenn ich Zeit finde.“

Noch ist nichts verloren, vielleicht wird es wirklich ein Social Media Camp geben, vielleicht wird es – wie von mir vorgeschlagen im Juni in Berlin – stattfinden. Vielleicht auch nicht. Sicher ist, dass diese Szene, die hier von ein paar Wochen noch leidenschaftlich diskutierte, keine Ausdauer besitzt. Wer innerhalb von wenigen Wochen das Interesse verliert, dem fehlt entweder wirklich die Zeit (was ich nicht glaube), die Bereitschaft (was ich vermute) oder aber wirklich die Leidenschaft (was ich behaupte). Nur: Kommunikation – egal ob Social Media oder traditionell – ohne Leidenschaft, das geht nicht.

Nächste Woche können wir im Rahmen der re:publica den schlechten Start vergessen machen, wenn wir uns mal um die Sache und nicht um uns selbst kümmern. Insofern soll das hier kein Angriff sondern ein Appell sein!

P.S.: Hundert Millionen Schritte weiter ist das Orga-Team des Remix 09. Roland und sein Team haben ein Datum (12./13. Juni), eine Stadt (Hamburg) und Karten, die sie schon jetzt verkaufen. Abgesehen davon, dass Remix 09 durchaus viele Facetten beinhaltet, die für mich auch zum Social Media Camp gehören, wird das eine sehr interessante und spannende Veranstaltung, die man nur dann verpassen sollte, wenn die Oma ihren 90. Geburtstag, der beste Freund seine Hochzeit oder man selbst die Meisterschaft des Lieblingclubs feiert. Die günstigsten Karten dafür kosten 149 Euro – oder 99 Euro hier. Die ersten drei Interessenten erhalten von mir einen Aktionscode, mit dem sie 50 Euro sparen können. Aber: Bitte meint es ernst, und nehmt niemandem die Chance, der wirklich zum Camp nach Hamburg möchte.

Auf der Werbeblogger-Kuschelkautsch

25. März 2009 | Geschrieben | 0 Kommentare

So langsam finde ich es nur noch wenig absurd, in meinen Rechner hineinzureden. Nachdem Patrick und ich vor einigen Wochen noch daran scheiterten, dass Skype nicht in der Lage war, unser Gespräch aufzuzeichnen und wir deswegen auf das klassische Telefon umschwenkten, durfte ich es mir dieses Mal bei Roland auf der Werbeblogger-Kuschelkautsch bequem machen und über Social Media, die Wirkung von Medien sowie Medienkompetenz philosophieren. Bevor ich mit Patrick sprach, hatte ich keine besonders große Vorliebe für Podcasts, und nach wie vor halte ich es für ein nicht unkompliziertes Format, aber so langsam komme dahinter, wieso Menschen leidenschaftlich gerne Podcasts hören.