Blackberry Bold: Das Fazit
10. Januar 2009 | Geschrieben | 3 Kommentare

Gute vier Wochen hatte ich Zeit, um das Blackberry Bold zu testen. Der Wunsch war im Oktober aufgekommen, als ich mein iPhone noch mit der Firmware 2.1. nutzte und alles Andere als zufrieden war. Seit dem Update auf 2.2. läuft aber alles sehr stabil. Trotzdem hatte ich an das Bold sehr hohe Erwartungen, schließlich avancierte Apple innerhalb kürzester Zeit zu einem der Hauptkonkurrenten von RIM, also müssten die – dachte ich – mit einem ihrer neuesten Modelle Apple etwas entgegenzusetzen haben.
Das Gerät als Solches
Wie auch schon angemerkt: Das Bold sieht sehr gut aus. Ohne wenn und aber. Es liegt gut in der Hand, wirkt gut verarbeitet und lässt sich auch gut anfassen. Aber: Ich war entsetzt, dass sich die Rückseite löst – aus welchen Gründen auch immer. Mir wurde ein Testgerät zur Verfügung gestellt. Ich weiß nicht, wer das Bold vorher genutzt hat und wie alt es ist. Da das Modell aber selbst wenige Monate alt ist, ist das ein ganz großes Manko bei der Verarbeitung.
Benutzeroberfläche
Mein Hauptkritikpunkt: Ein Blackberry ist kein Nokia und kein iPhone. Jahrelang hatte ich ausschließlich Nokia-Geräte im Einsatz und mich an die Benutzeroberfläche (auch die von Symbian) gewöhnt – wenn sie mir auch nicht gefiel. Über die Benutzeroberfläche des iPhone muss man nicht viele Worte verlieren: Sie ist nahezu perfekt. Ihr größtes Plus: Man braucht keine Anleitung, weil man etwas nicht versteht. Selbst der Vater meiner Freundin, 71 Jahre alt und technisch ein absoluter Laie, kommt mit dem iPhone sehr gut zurecht – wenn er auch nicht alle Funktionen nutzt. Nun würde ich von mir selbst behaupten, dass ich mit den wenigsten Geräten Probleme habe. Irgendwie finde ich mich immer zurecht. Das Bold aber, oder insgesamt die Blackberry-Oberfläche, trieb mich in den Wahnsinn. Wo verschicke ich SMS? Und wo richte ich den Start-Bildschirm ein? Wie synchronisiere ich meine Kontakte? Wie stelle ich das Gerät auf „Lautlos“? Wie stelle ich W-Lan aus? All diese Fragen konnten gelöst werden – nur eben nicht auf Anhieb. Vor fünf Jahren hätte ich mich darüber nicht beschwert. Nur: Nun, wo das iPhone auf dem Markt ist und eben so einfach zu bedienen ist, erwarte ich von der Konkurrenz mindestens ein gleichwertiges Angebot. Das Blackberry Bold ist dazu offensichtlich nicht in der Lage.
Im Einsatz
Die nächsten Kritikpunkte lauten: Die Sprachqualität ist nicht gerade doll – trotz T-Mobile-Netz. Noch gravierender aber war, dass der Akku keinen Tag hielt, wenn UMTS und W-Lan aktiviert waren. Da ist sogar das iPhone, dessen Akku ebenfalls gravierende Schwächen aufweist, zuverlässiger. Was mir aber sehr gut gefallen hat: Der Push-Dienst bei den E-Mails. Während es am iPhone immer ein paar Minuten dauert, bis Mail zugestellt werden, ist das nach wie vor die Killerapplikation am Blackberry.
Fazit
Rein optisch macht der Blackberry Bold eine Menge her und muss sich vor keinem Handy verstecken – auch nicht vor dem iPhone. Der Push-Dienst ist unschlagbar gut und ein wesentliches Argument für einen Blackberry. Damit aber hören die positiven Eigenschaften des Blackberry auch schon auf. Die Laufzeit des Akku ist schlicht ein Witz, die Benutzeroberfläche eine Zumutung und die Sprachqualität ganz mau.
