Das hier ist das private Blog von Sachar Kriwoj. Ich arbeite für die E-Plus Gruppe als Manager Digital Public Affairs.

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Hingehört: Lily Allen

9. Januar 2009 | Geschrieben | 3 Kommentare

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Als Lily Allen ihr erstes Album „Alright, Still“ veröffentlichte, echauffierten sich viele Kritiker England über die lose Wortwahl der Sängerin. Die Songtexte charakterisierten sich vor allem dadurch, dass Allen nicht vor Kraftausdrücken zurückwich sondern anscheinend große Freude empfand, die konservativen Journalisten zu schocken. Das brachte ihr einen sehr guten zweiten Platz in den Charts auf der Insel. Hierzulande ist nicht nur das Englisch der Hörer sondern auch das der Kritiker nicht so gut, als dass es Allens Akzent verstehen würde. Dadurch gab es keinen medialen Skandal um „Alright, Still“ und auch keinen Erfolg. Musikalisch war das Album einfach zu blass.

Als dann einige Zeit später Kate Nash ihre erste Single „Foundations“ präsentierte, hat es mich sehr gewundert, dass im Radio immer wieder von „der neuen Lily Allen“ die Rede war. Beide singen weniger, als dass sie Sprechgesang bevorzugen, haben auch in etwa den gleichen Werdegang hinter sich, doch erschien mir Nash wesentlich talentierter und musikalischer. Im Gegensatz zu Lily Allen fällt sie kaum aus der Rolle, sondern ist ein relativ normales Mädchen am Anfang ihrer 20er. Lily Allen hingegen ist immer wieder für einen Skandal gut und nicht zuletzt auch deswegen ein Liebling der englischen Presse.

2009 könnte aber den Wendepunkt in der Karriere von Lily Allen darstellen. In wenigen Wochen (am 6. Februar) erscheint ihr neues Album „It’s not me, it’s You“. Das ist textlich zwar einen guten Schuss reifer als das Debüt, weil in den Songs nun durchaus echte Geschichten erzählt werden, die philosophische Erleuchtung sollte man trotzdem nicht erwarten. Musikalisch aber ist „It’s not me, it’s You“ so gut, dass nun auch Deutschland Lily Allen für sich entdecken wird. Ich bin mir sogar sicher, dass es irgendwo da draußen einen Radiomoderator geben wird, der von „der neuen Kate Nash“ sprechen wird. Bei dem Erfolg, den Nash in Deutschland hatte, ist das schon ein großer Fortschritt.

Ein musikalischer Jahresrückblick

31. Dezember 2008 | Geschrieben | 3 Kommentare

Heute endet ein Jahr, das gar nicht so schlecht war, wie es Vielen im Gedächtnis bleiben wird. Musikalisch etwa bescherte uns 2008 Newcomer wie Duffy oder Ingrid Michaelson, Jakob Dylan trat aus dem Schatten seines Vaters Bob, und Jason Mraz setzte sich endlich nicht nur in den USA sondern auch in Europa durch. Kanye West bewies uns, dass er in der Tat die Stimme einer neuen Generation ist, überraschte dabei aber, weil er diese Stimme nicht nur zum Rappen, sondern auch zum Singen einsetzte.

Zum Abschluss möchte ich gerne meine ganz persönliche Hitliste präsentieren, die – ich gebe es zu – nicht so ambitioniert ist, wie man es von jemandem erwartet, der in der Musikindustrie arbeitet. Die Wahrheit aber ist, dass ich schon immer einen sehr massenkompatiblen Geschmack hatte. Dafür schäme ich mich nicht, auch möchte ich das nicht bestreiten. Genau darum heißt dieses Blog massenpublikum. Und diese Liste ist mein ganz persönlicher Jahresrückblick. Ich wünsche viel Spaß dabei und ganz besonders ein erfolgreiches Jahr 2009.

Ich persönlich glaube daran, dass es gar nicht so schlecht wird. Und hoffe sehr, dass es möglich sein wird, auch weiterhin unsere Träume zu leben.

mufin: Musik wird demokratisch

22. November 2008 | Geschrieben | 4 Kommentare

Mit Empfehlungen ist das so eine Sache. Vor etwa drei Wochen, als ich noch auf Bali war, erlebte ich, wie heikel es ist, wenn man blind auf Ratschläge von Freunden oder Bekannten hört: Ich soll mir doch einen Strand anschauen, angeblich Balis schönste Küste. Ohne jetzt in die Einzelheiten zu gehen: Aber das, was ich sah, entsprach nicht meinen Erwartungen. Gar nicht. Einmal mehr wurde mir da klar, dass Empfehlungen von Dritten nur dann sinnvoll sind, wenn man die gleichen Interessen, Vorlieben und eine ähnliche Lebensweise hat. Ist dieser Fall nicht gegeben, könnte man schnell enttäuscht werden.

Empfehlungssysteme sind aktuell gerade in der Musikindustrie ein sehr großes Thema. last.fm verdankt seinen Aufstieg zur weltgrößten Musik-Community einem einfachen Prinzip: Mir wird Musik vorgeschlagen, die mir gefallen könnte. Das Prinzip basiert auf den Hörgewohnheiten anderer Nutzer.

Mittlerweile sind die technologischen Möglichkeiten so weit fortgeschritten, dass Programme ebenfalls in der Lage sind, Musik zu empfehlen. Apple hat unlängst iTunes um das Empfehlungssystem Genius erweitert. Bisher ist aber nicht hinreichend geklärt, auf welchem System die Empfehlungen basieren. Mein bisheriger Favorit war Pandora. Dort wurden die Songs nach 250 Kriterien von einer Redaktion bewertet. Allerdings ist Pandora schon seit einiger Zeit nicht mehr in Deutschland aufgrund von Lizenzrechten verfügbar.

Eben diese Lücke ausfüllen könnte mufin. Bei mufin wird ein Song nach 40 Kriterien (wie etwa Klangdichte, Tempo oder Instrumentierung) automatisch nach der so genannten „Audio Fingerprinting“-Technologie bewertet. Auf der mufin-Seite kann das jetzt jedermann in der offenen Beta testen. Ähnliche Musik wird also nicht mehr nach den Hörgewohnheiten Anderer sondern ausschließlich nach ihrer Struktur empfohlen. Das erleichtert den Zugang zu neuer Musik und stellt insofern eine Revolution dar, als dass es bei mufin vollkommen unerheblich ist, aus welchem Jahrzehnt ein Song stammt, ob er jemals populär war oder ob die Plattenfirma, die ihn veröffentlicht hat, ein großes Marketing-Budget investiert hat. Insofern ist mufin, das vom Fraunhofer Institut und von der Magix AG entwickelt wurde, das demokratischste aller Empfehlungssysteme.

mufin wurde sowohl international von Techcrunch als auch national von netzwertig in den höchsten Tönen gelobt. Besser kann ein Start kaum erfolgen. Nur eins kann mufin nicht: Die empfohlene Musik kostenlos in voller Länge abspielen. Womit ich einmal mehr roccatune ins Spiel bringen möchte.