Das hier ist das private Blog von Sachar Kriwoj. Ich arbeite für die E-Plus Gruppe als Manager Digital Public Affairs.

Artikel getagged für ‘urlaub’

Ich bin dann mal weg

28. Juli 2010 | Geschrieben | 0 Kommentare

In den nächsten Wochen wird hier nichts passieren – ich bin weg. Im Urlaub. Ausspannen. Auftanken. Kraft holen. Entspannen. Nachdenken. Nicht einmal nachdenken.

Im Gegensatz zu meinem letzten Urlaub wird es keine bis sehr wenig Wasserstandsmeldungen von mir geben. Einige erinnern sich vielleicht noch an mein Posting „Overload“, das ich unmittelbar nach meinem letzten Urlaub schrieb. Das wird es dieses Mal mit Sicherheit nicht geben. Die nächsten knapp zwei Wochen werde ich weder Bücher zum Thema Digitalisierung, Social Media etc. noch Blogs lesen. Ich werde twitter und facebook weitestgehend ignorieren und auch meine Handys nicht permanent mit mir führen. Ich werde einfach mal Urlaub wie im Jahr 2000 machen. Warum? Weil ich es kann.

P.S.: Wie Ihr seht, sieht mein Blog anders als bisher aus. Es ist noch nicht ganz fertig, die Jungs von Desiign arbeiten noch daran. BTW: Desiign ist eine junge, kompetente und enorm motivierte Agentur aus Hamburg.

mufin: Musik wird demokratisch

22. November 2008 | Geschrieben | 4 Kommentare

Mit Empfehlungen ist das so eine Sache. Vor etwa drei Wochen, als ich noch auf Bali war, erlebte ich, wie heikel es ist, wenn man blind auf Ratschläge von Freunden oder Bekannten hört: Ich soll mir doch einen Strand anschauen, angeblich Balis schönste Küste. Ohne jetzt in die Einzelheiten zu gehen: Aber das, was ich sah, entsprach nicht meinen Erwartungen. Gar nicht. Einmal mehr wurde mir da klar, dass Empfehlungen von Dritten nur dann sinnvoll sind, wenn man die gleichen Interessen, Vorlieben und eine ähnliche Lebensweise hat. Ist dieser Fall nicht gegeben, könnte man schnell enttäuscht werden.

Empfehlungssysteme sind aktuell gerade in der Musikindustrie ein sehr großes Thema. last.fm verdankt seinen Aufstieg zur weltgrößten Musik-Community einem einfachen Prinzip: Mir wird Musik vorgeschlagen, die mir gefallen könnte. Das Prinzip basiert auf den Hörgewohnheiten anderer Nutzer.

Mittlerweile sind die technologischen Möglichkeiten so weit fortgeschritten, dass Programme ebenfalls in der Lage sind, Musik zu empfehlen. Apple hat unlängst iTunes um das Empfehlungssystem Genius erweitert. Bisher ist aber nicht hinreichend geklärt, auf welchem System die Empfehlungen basieren. Mein bisheriger Favorit war Pandora. Dort wurden die Songs nach 250 Kriterien von einer Redaktion bewertet. Allerdings ist Pandora schon seit einiger Zeit nicht mehr in Deutschland aufgrund von Lizenzrechten verfügbar.

Eben diese Lücke ausfüllen könnte mufin. Bei mufin wird ein Song nach 40 Kriterien (wie etwa Klangdichte, Tempo oder Instrumentierung) automatisch nach der so genannten „Audio Fingerprinting“-Technologie bewertet. Auf der mufin-Seite kann das jetzt jedermann in der offenen Beta testen. Ähnliche Musik wird also nicht mehr nach den Hörgewohnheiten Anderer sondern ausschließlich nach ihrer Struktur empfohlen. Das erleichtert den Zugang zu neuer Musik und stellt insofern eine Revolution dar, als dass es bei mufin vollkommen unerheblich ist, aus welchem Jahrzehnt ein Song stammt, ob er jemals populär war oder ob die Plattenfirma, die ihn veröffentlicht hat, ein großes Marketing-Budget investiert hat. Insofern ist mufin, das vom Fraunhofer Institut und von der Magix AG entwickelt wurde, das demokratischste aller Empfehlungssysteme.

mufin wurde sowohl international von Techcrunch als auch national von netzwertig in den höchsten Tönen gelobt. Besser kann ein Start kaum erfolgen. Nur eins kann mufin nicht: Die empfohlene Musik kostenlos in voller Länge abspielen. Womit ich einmal mehr roccatune ins Spiel bringen möchte.

Bilanz eines Urlaubs

9. November 2008 | Geschrieben | 0 Kommentare

Zwei Wochen Erholung liegen hinter mir, in denen ich, wie schon erwähnt, endlich dazu kam, nicht nur – wie sonst – Zeitschriften, Blogs und sonstige Online-Publikationen sondern auch endlich echte Bücher zu lesen. Hier meine Bilanz:

Uneingeschränkt empfehlen kann ich „Zeit für Plan B“ von Jonathan Tropper, „Slam“ von Nick Hornby, „E-Mail an Alle“ von Matt Beaumont sowie „Schwerelos“ von Ildikó von Kürthy. Jeder der Romane hat etwas sehr Besonderes an sich: Tropper zum Beispiel hat die Fähigkeit, die Protagonisten sehr einfühlsam und sensibel zu zeichnen, Hornby schafft es mit seinen 51 Jahren, sehr glaubwürdig aus der Sicht eines 16-Jährigen zu schreiben, über die anderen zwei Bücher hatte ich mich bereits ausführlicher geäußert.

Weniger gut gefallen hat mir „Halbnackte Bauarbeiter“ von Martina Brandl. Ich arbeite in Berlin-Mitte. Über die Leute in Mitte kann man viel Negatives sagen, wobei das Meiste leider stimmt. Die Mitte-Hippster geben sich zum Beispiel die größte Mühe, so auszuschauen, als ob sie nur eine Sekunde vor dem Spiegel standen. Alles soll mühelos und lässig aussehen. Und ebenso liest sich auch “Halbnackte Bauarbeiter”. Alles cool. Was aber zwischen Gips- und Auguststr. funktioniert, passt weniger gut zwischen zwei Buchdeckel. Da wirkt es nur aufgesetzt. Eventuell stehe ich mit dieser Einschätzung alleine dar, aber ich gehöre auch zu den Menschen, die sich gegen eine Wohnung in Mitte entschieden haben. Wenn sich jeder Mitte-Bewohner ein Exemplar von “Halbnackte Bauarbeiter” kaufen würde, könnte sich Frau Brandl gewiss nicht beschweren. Auch „Unentschlossen“ von Benjamin Kunkel wird mir nicht positiv in Erinnerung bleiben, weil der Autor für meinen Geschmack zu umständlich schreibt und die eigentliche Geschichte zu schleppend in Gang kommt.

Einiges abgewinnen konnte ich „Karrierefalle Internet“ von Klaus Eck, weil der Klaus, der auch als PR-Blogger bekannt ist, nicht nur, wie es der Titel vermuten lässt, die Risiken von digitaler Präsenz sowie fehlender digitaler Präsenz aufzeigt, sondern auch relativ deutlich macht, wie man sich eine gute Online-Reputation aufbauen kann. Wer, wie ich, quasi im und vom Netz lebt, erfährt nicht viel Neues, aber wersich für die Themen Web 2.0 und Social Media interessiert, ohne bisher aktiv daran teilgenommen zu haben, wird wertvolle Tipps erhalten.

Fazit: Bücher sind Schätze. Ich muss irgendwie die Zeit aufbringen, um mehr Bücher zu lesen.