Das hier ist das private Blog von Sachar Kriwoj. Ich arbeite für die E-Plus Gruppe als Manager Digital Public Affairs.

Artikel getagged für ‘web 2.0’

Ein Quasi-Plädoyer für das Bloggen

11. Oktober 2010 | Geschrieben | 1 Kommentar

Mir fehlt das Bloggen. Ich meine das tägliche Bloggen, wie ich es noch vor knapp zwei Jahren betrieb. Die meisten Postings waren losgelöst voneinander, doch wenn man sie als Ganzes betracht und in einen Kontext zueinander setzt, ergeben sie ein in sich stimmiges Bild. Von der Materie – in der Regel ging es um das Thema Kommunikation – aber auch von mir.

Die Zeiten haben sich geändert: Ich arbeite heute deutlich mehr als noch vor zwei Jahren. Ich lese weniger Blogs – wenn auch nicht wenig. Ich kommentiere in deutlich weniger Blogs. Und vor allem: Ich abonniere nur noch selten neue Blogs. Wenn sich mein „digitales Netzwerk“ erweitert, dann resultiert das vor allem aus persönlichen Treffen. Auf Konferenzen oder sonstigen Veranstaltungen lerne ich jemanden kennen, der mich inspiriert oder beeindruckt. Anschließend erkunde ich das Blog und stelle fest: Das musst Du lesen. Auch noch. Denn ich bin ein treuer Leser und kündige ein Abonnement nur sehr, sehr selten.

Worauf ich hinaus möchte: Vielleicht bin es nur ich, aber ich meine, dass „Neue“ es nicht so einfach in der Blogosphäre haben wie noch vor drei Jahren. Damals, wir sprechen von einer Zeit, die gefühlt kurz nach dem zweiten Weltkrieg war, befand sind twitter in den Kinderschuhen und facebook spielte so gut wie gar keine Rolle. Wenn wir über das Social Web, das damals noch Web 2.0 hieß, verbunden sein wollten, ging das hauptsächlich über Blogs. Wir haben selbst gepostet und kommentiert. Ob man da nun 100 Blogs las oder 200, war am Ende des Tages nicht so gravierend, denn man las ja nur Blogs – und nicht auch twitter oder facebook.

Über die Jahre hinweg habe ich so viele Feeds abonniert, so viele Menschen kennen gelernt, folge ich so vielen Leuten auf twitter und habe so viele „Freunde“ auf facebook, dass jeder neue Feed in meinem Reader mir Magenschmerzen verursacht. Noch mehr. Und doch glaube ich, dass ich nur dann imstande bin, Menschen „kennen zu lernen“, wenn ich ihre Blogs lese. twitter ist großartig, weil alles – zack, zack – schnell geht. facebook in gewisser Weise auch. Aber erst in Blog-Postings entwickle ich ein echtes Gefühl und Verständnis vom Autor. Nebensätze und durchaus auch das Design eines Blogs sagen oftmals mehr aus als ein tweet oder ein Status-Update. Und deswegen schreibe ich dieses Posting. Damit Ihr wieder ein besseres Gefühl für mich bekommt.

Rückblick auf die republica 09

5. April 2009 | Geschrieben | 1 Kommentar

Die republica 09 ist Geschichte.

Was mir gefallen hat: Die unendliche Vielfalt an Themen; die Masse an Besuchern; das große mediale Interesse an der republica; die vielen internationalen Teilnehmer; das „Kennenlernen“ derer; die man bisher nur im Virtuellen traf; dass das Wetter mitspielte

Was mir nicht gefallen hat: der nicht existierende Charme des Friedrichstadtpalasts; fehlende Brisanz und weitestgehend auch Relevanz auf den Podien; der Poken-Hype; das fehlende W-Lan; die schlechte Luft in der Kalkscheune; die vielen linearen Vorträge; die fehlende Twitter-Wall

Wenn mich jemand fragt, ob die republica 09 eine gute Veranstaltung war, dann sage ich: Ja, das war sie. Leider aber nicht aufgrund der – in meinen Augen – doch eher weniger guten Organisation, sondern weil sehr viele Digitalisten nach Berlin kamen und man sich so endlich auch mal analog in die Augen schauen konnte.

Die republica ist groß geworden und krankt eben an dieser Größe. Auf einmal fehlt die Leichtigkeit, auf einmal funktioniert die Technik nicht, auf einmal fehlt die Brisanz und somit auch die Relevanz. Auf einmal ist alles anders – aber nicht besser.

Die republica 10 wird kommen, ich freue mich schon jetzt darauf. Wenn sie auch weiterhin den Status als die zentrale Digital-Konferenz behalten möchte, muss das Organisationstermin schon jetzt mit der Arbeit beginnen, denn noch so eine republica wird dann wohl nicht folgenlos bleiben.

Branding und Fan-Building

28. März 2009 | Gelesen | 0 Kommentare

Eigentlich wollte ich heute abend aufmerksam das Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft verfolgen. Ich habe es nicht getan. Aus zwei Gründen: Nach den zwei frühen Führungstoren verlor das Spiel zu schnell an Fahrt, und außerdem habe ich etwas gefunden, das mich ungleich mehr begeisterte. Simpel, strukturiert, „clean“ – ich liebe diese Art von Präsentationen.

Weiß jemand, ob auch in Deutschland ähnliche Präsentationen bereitgestellt werden. Gesuchter Schwerpunkt: Marketing, PR, Kommunikation, Web, Social Media?