Das hier ist das private Blog von Sachar Kriwoj. Ich arbeite für die E-Plus Gruppe als Manager Digital Public Affairs.

Artikel getagged für ‘werbung’

TV und das Internet

3. August 2009 | Gelesen | 6 Kommentare

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Die Graphik illustriert ganz gut, dass TV-Werbung trotz aller Abgesänge auch im Jahr 2009 noch immer funktioniert. Sie zeigt aber auch deutlich auf, dass werbende Unternehmen gut beraten wären, stärker in SEO und SEM zu investieren oder aber sich ein Alleinstellungsmerkmal zu schaffen. Das mit dem USP ist allerdings in klassischen Märkten so eine Sache: Konkurrenz an allen Ecken und Enden. Deswegen müssten TV und die Web-Präsenz künftig noch besser aufeinander abgestimmt sein. Oder aber TV-Werbung effektiver. Oder, oder, oder… Es gibt viel zu tun.

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In einer perfekten Welt ohne Werbung

31. Mai 2009 | Geschrieben | 0 Kommentare

In einer perfekten Welt gäbe es keine Werbung, sagt Jeff Jarvis. In einer perfekten Welt hätten wir nur solche Produkte, über die sich Menschen aus freien Stücken unterhalten und einander empfehlen würden.

Laut Jarvis‘ Theorie stellt Werbung nur für solche Unternehmen eine Option dar, die entweder über schlechte Produkte verfügen oder aber mit ihrer Kommunikation die Konsumenten nicht erreichen. Sie benötigen einen künstlichen Hebel, Werbung eben.

Da es sich bei dem Ganzen um eine Theorie handelt, gibt es mit Sicherheit viele Argumente, mit denen man Jarvis zustimmen oder widersprechen kann. Fakt aber ist, und das sagt Jarvis auch selber: Ohne Werbung hätten wir keine Zeitungen, kein Radio, kein Fernsehen und kein Internet. Werbung finanziert all die Angebote, die uns Nachrichten und Unterhaltung vermitteln. Werbung finanziert Google.

Denken wir die Theorie bis zum Ende durch: Ohne Werbung gäbe es kein Google – zumindest nicht wie wir es kennen. Das heißt also: In einer perfekten Welt gäbe es ohne Google auch nicht das sehr empfehlenswerte Buch „What would Google do“ von Jeff Jarvis.

turi2 bietet Werbung bei twitter an – na und?

24. März 2009 | Geschrieben | 45 Kommentare

So langsam kommt twitter in die Gänge und schiebt die ersten Modelle an, mit denen Geld verdient werden soll. Doch nicht nur twitter selbst sondern auch viele andere Unternehmen, die den Dienst aktiv nutzen, suchen nach Strategien und Wegen, wie sie den Kanal selbst finanziell ausschöpfen können. Für einen lauten Aufschrei sorgt die Redaktion von turi2: Für 250 Euro (minus 20 Prozent Rabatt) kann man ab sofort Werbung im twitter-Stream von turi2 schalten. Heißt: turi2 bietet bezahlte Tweets an.

Die Reaktionen fallen, wie man das erwarten konnte, fast durchweg negativ aus: Die Ersten drohen nun schon an, turi2 bei twitter künftig nicht mehr folgen zu wollen. Andere halten das für einen verfrühten Aprilscherz.

Ich persönlich sehe das sehr entspannt und glaube, dass es absolut legitim ist, auch solche Modelle zu erproben. Letztendlich hat sich twitter in einem sehr speziellen Kreis durchgesetzt und wird von diesem auch aktiv genutzt. Die Tatsache, dass turi2 mit über 2360 Followern mehr „Fans“ aufzuweisen hat als die Konkurrenz von kress, meedia oder auch horizont manifestiert, dass der twitter-Stream von turi2 qualitativ hochwertig und lesenswert ist.

Was aber ist so schlimm daran, überhaupt Werbung bei twitter zu schalten? Hauptsächlich die Tatsache, dass das bisher kaum jemand gemacht hat. Ebenso wie vor einigen Jahren der Aufschrei groß war, dass Werbung in Blogs geschaltet wurde, hat sich mittlerweile die Aufregung komplett gelegt. Firmen wie Adnation, Mokono oder trigami operieren weitestgehend im Hintergrund und müssen keine große Kritik aus der Blogosphäre fürchten.

turi2 begeht einen Tabubruch, weil twitter vornehmlich der persönlichen, authentischen Kommunikation dienen soll. Das aber ist die Theorie. Die Praxis ist, wie Sascha Lobo vor einigen Wochen korrekt anmerkte, dass RSS-Feeds mittlerweile beliebter sind als persönliche Accounts. Aber: turi2 wird in den jetzigen Krisenzeiten – wie viele andere Medien auch – bei weitem nicht mehr die Werbeerlöse einfahren, wie das noch vor 12 Monaten der Fall war. Darum ist es legitim, über neue Modelle nachzudenken, damit das aktuelle Angebot bestehen bleiben kann.

Unterm Strich regt sich auch niemand mehr darüber auf, dass auf gewöhnlichen Medienseiten wie eben turi2 Werbung geschaltet wird. Ebenso wenig werden wir uns in 12 Monaten daran stören, dass hin und wieder bezahlte Tweets durch unseren Stream huschen. Nur müssen diese gezielt und sparsam gestreut werden. Ein Verhältnis von 1:10 würde mich nicht im geringsten stören.

Fazit: Alles halb so wild. Für die heutige Zeit mag turi2 einen Tabubruch begehen, in wenigen Monaten werden Andere dieses Modell übernommen und erweitert haben. Wird das twitter langfristig schaden? Nein. Auch Spiegel Online leidet schließlich nicht darunter, dass Werbung auf der Seite zu finden ist. Wir werden lernen, Werbung bei twitter zu filtern und sie vor unserem geistigen Auge ausblenden. Oder aber sie wird im besten Fall uns wirklich was bringen. Das wäre dann die echte Innovation: Werbung, die den Rezipienten involviert und ihm einen Rückkanal bietet.