Der Kampf um Deutschlands Leistungselite
Es gibt endlich wieder ein Duell – wie früher Oasis gegen Blur, Boris Becker gegen Stefan Edberg oder die Nazis gegen die Kommunisten: Am Kiosk streiten sich derzeit mit der Vanity Fair und der Park Avenue gleich zwei Hochglanz-Magazine um die „Leistungselite“ Deutschlands. Wir wagen den Vergleich – ganz objektiv.
- Kategorie: Welches Medium bietet für mehr für den aktuellen Kampfpreis von nur einem Euro? Die Vanity Fair besteht aus 196 Seiten – die Park Avenue hingegen nur aus 178. 1:0 für die Vanity Fair.
- Kategorie: Welches Medium konnte mehr Werbeseiten verkaufen? Die Vanity Fair kommt auf 48,25 Werbeseiten – die Park Avenue nur auf 15. Das ist doch mal ein netter Kontrast. Das bedeutet also, dass sich knapp 92 Prozent der Park Avenue an den Leser und nicht ausschließlich an den Konsumenten richten. Bei der Vanity Fair sind es nur knapp 75 Prozent. Punkt für die Park Avenue (oder für die Leser der Park Avenue), wobei man sich doch die Frage stellen muss, wie viele der 163 redaktionellen Seiten von der Industrie gekauft und nicht als Anzeigen gekennzeichnet wurden. Ausgleich: 1:1.
- Dir Griffigkeit: Damit meinen wir nicht die Qualität der Artikel sondern die des Papiers. Die Park Avenue besteht aus hochwertigerem Material, wobei auch die Vanity Fair nicht gerade wie Toilettenpapier ausschaut. Trotzdem Punkt für die Park Avenue. 2:1.
- Der Posh-Faktor: Beide Magazine verzichten in ihrer aktuellen Ausgabe auf Victoria „Posh“ Beckham“. Eine Schande. Wie gut, dass die Vanity Fair ihren eigenen Posh hat: Chefredakteur
Posch UlfhardtUlf Poschardt. Ausgleich also: 2:2.
Die Leserschaft sieht also, dass es verdammt schwer ist, nach objektiven Maßstäben einen Sieger zu küren. Massenpublikum verrät daher noch einen subjektiven Eindruck: Wir waren von der Park Avenue positiv überrascht, die Vanity Fair hat uns nicht groß enttäuscht. Der Stern ist aber auch ganz nett.

Ich habe mir die Park Avenue nicht gekauft. Irgendwie finde ich die nicht interessant genug.
Von der Vanity Fair habe ich mir die zweite und dritte Ausgabe gekauft. Finde ich ganz in Ordnung. Ich werde bestimmt nicht zum Stammleser, aber hin und wieder werde ich die mir schon kaufen. Schlechter als der Stern ist sie mit Sicherheit nicht.
Alex von Schönburg schreibt jetzt für Vanity Fair – und das, obwohl er früher der Chefredakteur bei der Konkurrenz war. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
Das macht in der Tat stutzig. Könnte man fast als Coup von Poschi werten, zumal der Artikel sehr gut geschrieben ist und auch die Arroganz unseres deutschen Oscar-Gewinners deutlich werden lässt.
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