Das hier ist das private Blog von Sachar Kriwoj. Ich arbeite für die E-Plus Gruppe als Manager Digital Public Affairs.

Geld verdienen mit Blogs – reloaded

Gestern also das Panel, auf das ich nicht nur gespannt war sondern mich ernsthaft gefreut habe: „Geld verdienen mit Blogs – Reloaded“. Neben Robert Basic, Deutschlands meistverlinktem Blogger, der sich selbst vermarktet und damit nach eigener Aussage zwischen 3.000 und 3.500 Euro umsetzt, saßen auch noch Don Dahlmann, Remo Uherek von trigami sowie Sascha Lobo von adical auf dem Podium. Moderiert wurde die Diskussion von Thomas Knüwer, der das übrigens sehr gut gemacht hat.

Vorweg: Ich bin trotz guter Fragen von Knüwer und auch aus dem Publikum sehr enttäuscht von dieser Veranstaltung. Was ausnahmslos an den Diskutierenden liegt. Robert Basic ist für mich der größte Verlierer. O.K., ich habe ihn vorher noch nie live in Aktion erlebt, lese aber sein Blog und schätze ihn daher als einen offenen und auch sympathischen Menschen. Wie man sich doch täuschen kann. Auf teilweise sehr unsachliche Art und Weise kritisierte er nicht nur Remo sondern auch Sascha und schien auch sonst nicht sehr interessiert zu sein. Erst spielte er an seinem Eee herum, später schien er einfach nur noch mit offenen Augen zu schlafen.

Remo hingegen sprach nur dann, wenn er gefragt wurde. Sehr zurückhaltend. Sehr reserviert. Aber sachlich in seiner Argumentation. Neues gab es von ihm anscheinend aber nicht zu erfahren.

Dafür aber von Sascha Lobo. Der erklärte auf mein Nachfragen, warum man fast ein ganzes nicht kommuniziert habe. Weil es doch tatsächlich einige Blogger gibt, die unsachlich und gemein Johnny und ihn attackiert hätten. Und weil sie gemerkt haben, dass sie auch ohne Kommunikation arbeiten können. Zumindest ohne B2B(Blogger-to-Blogger)-Kommunikation. Und wir sollen doch alle bitte nicht vergessen, dass adical auch kein richtiges Unternehmen ist. Die Betreiber würden es ja nur nebenbei machen. Vielleicht merkt es der Leser, dass ich gerade ein wenig sauer bin.

Ich kann und möchte das so nicht akzeptieren. Kein einziges Wort von Sascha Lobo. Und zwar aus folgenden Gründen. Blogs haben Reichweichte und besitzen somit eine Publizität. Wenn man die Zugriffszahlen aus dem adical-Netzwerk addiert, kommt man auf eine sehr interessante Summe, mit der man durchaus arbeiten kann, wie auch die 250.000 Euro Jahresumsatz von adical belegen. Natürlich kann am Anfang nicht alles lupenrein funktionieren. Sascha, Johnny und ihre Mitstreiter leisten Pionierarbeit, und ich bin mir sogar sicher, dass sie sich bei den Mediaplanern, die die Budgets vergeben, super schlagen und die richtige Tonalität finden. Aber mal im Ernst: Wenn es einen Blog-Vermarktungs-Markt gibt, man mit die besten Blogs im Portfolio hat, in der Szene einen sehr bekannten und von Vielen geschätzten Namen hat, wenn all diese Vorgaben gegeben sind, wenn man damit kräftig Umsatz macht: Wie kann man dann noch behaupten, dass mein kein richtiges Unternehmen ist? Wieso muss man es dann noch nebenbei machen? Wie zum Teufel kann man es sich dann noch erlauben, nicht zu kommunizieren? Ich verstehe das nicht, und Sascha hat es mir auch gestern nicht erklärt. Seine Begründung, sie wären damit ja durchgekommen (so interpretiere ich sie), ist nicht nur unbefriedigend, sie ist auch noch verdammt dumm. Weil sie all diejenigen, die adical sachlich kritisiert haben, verhöhnt.

Ein Johnny Häusler, der Jamba offen brüskiert hat (und das mit Recht und auf eine sehr gute Art und Weise), müsste eigentlich besser wissen, wie man sich mit Blogs eine gute Reputation aufbaut. Aber stattdessen mosert er am Mittwoch, dass ihn beleidigende Kommentare verletzten. Das Gleiche macht Sascha gestern. Jungs, was ist nur mit Euch los? Das ist der Preis Eurer Popularität. Wenn ich mit einem Iro rumlaufen würde, gäbe es auch Leute, die mich nicht mögen würden. Ist halt so. Und bestimmt auch gewollt. Ist das sachlich.? Nein. Aber die Menschen sind nun mal nicht immer vernünftig und handeln besonnen. Das müsst Ihr hinnehmen.

Ich hoffe doch sehr, dass adical sein Ziel, Blogs erfolgreich zu vermarkten, nicht aus den Augen verliert. Weil es, wie Sascha gesagt hat, einen Markt dafür geben muss. Und weil kaum jemand so gute Voraussetzungen geschaffen hat wie die Macher von adical. Jetzt lernt endlich aus Euren Fehlern und wiederholt sie nicht.

Don Dahlmann war auch auf dem Podium. Und kann, wie es durchschien, von seinen Aktivitäten rund um sein Blog wohl leben. Glückwunsch. Wer mir persönlich noch gefehlt hat: Der Turi. Beschäftigt immerhin schon zwei Redakteure. Oder Peter Hogenkamp, der mit Blogwerk tolle Arbeit leistet. Zumal er auch im Publikum saß. Kann man ja nächstes nachholen, wenn es um das Thema „Geld verdienen mit Blogs – wann geht es endlich los?“ geht.

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2 Kommentare zu “Geld verdienen mit Blogs – reloaded”

  1. Matthias sagt:

    Sehr gute Kritik! Adical als Unternehmen ist vom Ansatz her eine sehr gute Idee, von der Kommunikation nach außen aber eine einzige Katastrophe. Die Glaubwürdigkeit hat man da leider ziemlich verspielt.

  2. Peter Turi sagt:

    Genau! Die nächste Runde darf nur bestreiten, wer auf den Vornamen Peter hört: Hogenkamp, Turi und Blogbote Schwierz. Und als externen Gast nehmen wir den Telefon-Service peterzahlt.de.

    ;-)

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