Das hier ist das private Blog von Sachar Kriwoj. Ich arbeite für die E-Plus Gruppe als Manager Digital Public Affairs.

Peter Hogenkamp über Adnation: „Mehr Umsatz ist willkommen“

Die Meldung ist fast ein wenig untergegangen: Im Rahmen der Cebit wurde verkündet, dass der Blog-Vermarkter Adnation nun ein „transnationales Joint Venture” ist. Neben der Spreeblick-Crew und Sascha Lobo gehören nun auch Yeebase Media aus Hannover sowie die Blogwerk AG aus Zürich zu den Teilhabern. Grund genug, mit Peter Hogenkamp, Geschäftsführer der Blogwerk AG über die Zukunft von Adnation, Werbung in Blogs sowie die aktuellen Kennzahlen zu sprechen.

Was bewog Blogwerk zu einer Beteiligung an adnation?

Peter Hogenkamp:
Ich denke, alle drei Partner hatten die gleiche Motivation: Wir wollten Ressourcen bündeln, einerseits durch Poolen des Traffics, andererseits bei den Aufgaben wie Sales, IT, Administration etc. Für Blogwerk insbesondere gilt: Wir sind in der Schweiz sehr bekannt, in Deutschland kennt man aber vor allem unsere Blogs, weniger die Firma oder die Köpfe dahinter. Das macht die Vermarktung nicht einfacher. Adnation dagegen ist eine bereits gut eingeführte Marke.

Was ändert sich bei adnation durch die Partizipation der neuen Partner?

Peter Hogenkamp: Adnation war ja immer ein Projekt von Leuten, die das quasi “nebenbei” machten. Das wird auch im neuen Konstrukt so bleiben, nur gibt es nun mit Blogwerk und yeebase ein deutlich grösseres Team von Leuten und damit viel mehr Ressourcen. Dadurch wird adnation insgesamt professionalisiert. Die Herausforderung ist natürlich, das virtuelle Team gut zu koordinieren, aber darin haben wir Blogwerker schon drei Jahre Übung.

Wo steht adnation heute, und wo soll es in einem Jahr stehen?

Peter Hogenkamp: Heute sind wir nicht schlecht aufgestellt, das “alte” Team hat in den letzten beiden Jahren ja auch einen sehr ansehnlichen, deutlich sechsstelligen Umsatz gemacht. In einem Jahr sind wir an allen Fronten bekannte und gern gesehene Partner: bei Bloggern, bei Mediaagenturen, bei Werbekunden. Mehr Umsatz ist auch willkommen, wobei es da noch einige externe Faktoren gibt, die wir nicht gut beeinflussen können.

Ist es in Zeiten der Krise leichter oder schwerer, Blogs zu vermarkten?

Peter Hogenkamp: Das muss sich erst zeigen, aber ich würde natürlich sagen leichter. Mit einer geschickten Kampagne in Blogs kann man Aufmerksamkeit generieren zu einem Bruchteil von dem, was für flächendeckende Kampagnen auf grossen Online-Portalen ausgegeben wird. Das Gleiche gilt auf einer größeren Skala auch noch mal für den Unterschied zwischen Print und TV im Vergleich zu Online. Ich glaube, die Krise ist eine große Chance für uns. Wer jahrelang gewohnheitsmäßig Millionen für TV rausgeblasen hat, fängt vielleicht jetzt mal an nachzudenken.

Welche Vermarktungsmodelle abseits von Bannern wird adnation einsetzen?

Peter Hogenkamp: Darüber denken wir noch nach. Sicher braucht es Formate jenseits der Banner. In 20 Jahren werden wir vermutlich auf die frühe Zeit der Online-Werbung zurückschauen und schmunzeln, wie rührend im Nachhinein die heutigen Monetarisierungsstrategien anmuten. Wir sind allerdings noch nicht so weit, dass wir die neuen Formen heute schon benennen könnten. Die klare Trennung von redaktionellem bzw. gebloggtem Inhalt und Werbung muss aber immer bestehen bleiben.

Blogger gelten nach wie vor als Early Adopter. Ist es in diesem Zusammenhang sinnvoll mit den Kennzahlen Unique Visitors bzw. Page Impressions zu hantieren?

Peter Hogenkamp: Nein, natürlich ist das nicht sinnvoll. Wer über einen Link auf einen ausführlichen Blog-Beitrag kommt, liest den zehn Minuten lang und generiert dabei die gleiche Page Impression wie auf einer Klickstrecke – und wenn er ihn im Volltextfeed liest, wie in unseren Blogs, generiert er gar keine! Nur sind Page Impressions bzw. Ad Impressions leider die Währung, die heute gilt, und mit der müssen wir nun mal arbeiten, bis es eine bessere gibt. Aber die Diskussion ist ja längst angeschoben. Wir verfolgen mit Interesse die Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft Social Media und wollen und in diese Diskussion in Zukunft auch stärker einbringen.

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Ein Kommentar zu “Peter Hogenkamp über Adnation: „Mehr Umsatz ist willkommen“”

  1. poptoots sagt:

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